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Hsüan-tsang (Xuanzang)

(von Adi Meyerhofer)

Hsüan-tsangHsüan-tsang kehrt mit Sutren zurück.

Hsüan-tsang San Tsang (玄奘, Pinyin: Xuán Zàng; Kantonesisch: Táng Sānzàng), ist als Indien-Pilger (629-45) bekannt. Er stammte aus Heinan, sein ursprünglicher Familienname war Chen. Mit 13 wurde er Mönch, aber schon nach einigen Jahren reiste er quer durchs Land. 629 verließ er trotz eines kaiserlichen Verbotes von Auslandsreisen China, um nach dem Vorbild eines früheren Pilgermönchs Fa-hsiang (reiste 399-412) den Buddhismus in dessen Ursprungsland Indien zu studieren. Sein Weg führte ihn dabei über die Seidenstraße (Kumul/Hami, Samarkand, Balch: 36° 45' N 66° 42' O. heute Šolgara; auf dem Rückweg Khotan). Von 630 bis 643 bereiste Hsüan-Tang Indien und hielt sich dabei die letzten 8 Jahre hauptsächlich im Harsha-Reich auf.1 Er studierte lange Zeit in Nalanda und nahm 643 auch als Vertreter des Mahāyāna-Buddhismus an einem großen Religionsdisput teil. Sein Reisebericht (Ta-T’ang hsi-yü-chi, T. 2078) ist auch heute noch die wichtigste Quelle zum Zustand des Buddhismus in Indien zu dieser Zeit. Er brachte 657 buddhistische Texte – von denen er auch 73 selbst ins Chinesische übersetzte – sowie 150 Reliquien mit zurück. Seine Übersetzungstätigkeit läßt sich in drei Phasen, mit verschiedenen Schwerpunkten, gliedern: 1) 645-50: Yogacarabhumi-Śastra, 2) 651-60: Abhidharmakosa-Śastra, 3) 661-64: Mahāprajñaparamita-sutra.23 Hsüan-tsang war der berühmteste Mönch seiner Zeit. Die 7stöckige große Wildganspagode in Ch’ang-an wurde 652 auf seinen Wunsch hin errichtet. Sie ist heute ein Wahrzeichen der Stadt Xian/Sian und beherbergt ein Museum. Seine Lehrtätigkeit führte zur Gründung der (kurzlebigen) Fa-hsiang-Schule, deren erster Patriarch sein Schüler Kuiji (窺基) war, auf der wiederum die japanische Hossō aufbaut, die heute noch den Kōfuku-ji kontrolliert. Er leitete ein Kloster mit etwa 500 Mönchen und war von der ch. Regierung als Ratgeber gefragt. Starb 664/2/4, 64 Jahre alt. Seine Relikte wurden 1942 von der kaiserlich-japanischen Armee aus Nangking geraubt. Seit 1991 sind sie in einem Pavillion im Yakushi-ji untergebracht.

Anmerkungen:

Siehe auch: Exkurs: I-ching

1) Ein ch. Roman des 16. Jahrhunderts von Wu Ch'eng-en gibt vor die Geschichte der Reise zu erzählen. Neuere englische Übersetzungen machen dies unter dem Titel Monkey auch dem westlichen Leser zugänglich. Eine Teilübersetzung stammt von Arthur Waley (New York, 1958, Grove Press), eine weitere von Yu Anthony C.; The Journey to the West; Chicago 1977 (University of Chicago Press). Die Fortsetzung von Tung Yueh erschien 1978 bei Berkeley’s Asian Humanities Press als The Tower of Myriad Mirrors. [ ▲ ]
2) Watters, Thomas (Übs.); On Yuan Chuang’s Travels in India; London 1904-5 (Royal Asiatic Soc.), 2 Bde., der die mitgebrachten Materialien wie folgt gibt: Mahayana sutras: 224; Mahayanist Śastras: 192, Sthavira sutras, Śastras und Vinaya: 14, Mahasangika sutras, śastras und Vinaya: 15, Mahisasaka sutras, śastras and Vinaya: 22, Sammitiya sutras, Śastras and Vinaya: 15, Kasyapiya sutras, Śastra and Vinaya: 17, Dharmagupta sutras, Vinaya, Śastras: 42, Sarvastivadin sutras, Vinaya, Śastras: 67, Yin-lun (Treatises on the science of Inference): 36, Sheng-lun (Etymological treatises): 13. [ ▲ ]
3) Im Tripitaka Koreana erhaltene Übersetzungen: K 1, K 16, K 20, K 22(12), K 57, K 101, K 121, K 154, K 158, K 177, K 193, K 236, K 250, K 256, K 258, K 259, K 289, K 310, K 312, K 332, K 444, K 445, K 446, K 447, K 448, K 460, K 482, K 483, K 484, K 533, K 534, K 554, K 570, K 571, K 572, K 573, K 574, K 575, K 576, K 582, K 583, K 592, K 594, K 595, K 599, K 601, K 603, K 604, K 607, K 608, K 609, K 614, K 619, K 620, K 628, K 644, K 736, K 803, K 881, K 944, K 945, K 946, K 947, K 948, K 949, K 952, K 954, K 955, K 956, K 957, K 964, K 970, K 977, K 1045, K 1046 [ ▲ ]

Literatur:

Siehe auch: Exkurs: Herzsutra

Externe Weblinks

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