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I-ching

(von Adi Meyerhofer)

Der chinesische Mönch I Ching (義淨, 三藏法師義淨, 635-713. Alternative Umschriften: Yi Jing, Yìjìng, Yiqing, I-Tsing. YiChing, H. B.: I-jing. Geburtsname: 張文明) bereiste ab 671 für zwei Jahrzehnte Südasien und hinterließ einen Reisebericht,1 der besonders zur buddhistischen Universität Nalanda und dem Königreich Srivijaya (Bhoga) noch heute eine wichtige Quelle über das Indien dieser Zeit darstellt.

Chang Wen Ming trat mit 14 in einen Tempel ein. Ein Gönner namens Fong stellte ihm die Mittel zur Verfügung, so daß er seinen Traum erfüllen konnte, wie der von ihm bewunderte Hsüan-tsang, in Nalanda zu studieren. Er reiste per Schiff von Kanton zunächst nach Srivijaya, dem heutigen Palembang (Sumatra), das er nach 22 Tagen erreichte. Dort hielt er sich ein halbes Jahr auf, wobei er Malaiisch und die Grammatik des Sanskrit erlernte. Ab 673 bereiste er zahlreiche Fürstentümer der Region, u. a. Malayu und Kiteh (Kedah), der Einwohner („Kulun“ ein altes chinesisches Wort für Malaiien) er später beschrieb. Er war, nachdem er beraubt worden war, bis er Nalanda erreichte, meist zu Fuß unterwegs. Dort hielt er sich dann elf Jahre auf.

Auf dem Rückweg blieb er ab 687 wieder zwei Jahre in Srivijaya, damals ein bedeutendes Zentrum für buddhistische Studien, wo er begann Sanskrittexte ins Chinesische zu übersetzen. 689 fuhr er nach Kanton, um dort Papier zu beschaffen, das auf Sumatra nicht erhältlich war. Seine Übersetzertätigkeit von insgesamt 400 Texten, davon über 60 Sutren, setzte er bis 695 (oder ?698) fort, um dann, 61jährig, endgültig nach Luoyang zurückzukehren. Kaiserin Wu verlieh ihm den Titel „San Tsang.“ (三藏, jap.: sanzo) In dem ihm zur Verfügung gestellten Hsi-ming-Kloster (西明寺) fertigte er weitere Übersetzungen mitgebrachter Texte an, u. a. auch des Konkōmyō-saishō-ō-kyō (Goldglanz-Sutra, T. 665, vollendet 703), das im Japan der Nara-Zeit als staatstragend angesehen wurde. Ebenfalls bedeutend sind die Übertragungen zum Saravanabhava Vinaya2 und die Avadana,3 und das Vagrakkhedikā; Prajñāpāramitā, welches im Laufe der Jahrhunderte sechs Mal ins Chinesische übersetzt wurde und – von Kōbō Daishi nach Japan gebracht – innerhalb der Shingon eine wichtige Rolle spielt.

Siehe auch: Hsüan-tsang.

1) Nankai-kiki-den (南海寄歸傳; Record of Visiting the South Sea), 1 Fasz., verfaßt in Srivijaya und 692 nach China geschickt. [ ▲ ]
2) (Mūlasarvāstivāda)Vinayavibhaṅga; 一切有部毗奈耶; (mit Kommentaren:) T. 1442-48, 1452, 1453, 1456, 1459. Die Regeln für Nonnen ([Mūlasarvāstivāda-] Bhikṣuṇīvinayavibhaṅga) wurden 710 vollendet (T. 1443 根本說一切有部芯芻尼毘奈耶. Dazu gehören: T. 1445 u. a.) [ ▲ ]
3) „Geschichten bedeutender Taten,“ vollendet 710, 譬喩經, 1 Fasz. T. 217 [ ▲ ]

Literatur

Externe Weblinks

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