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Prinz Nagaya

(von Adi Meyerhofer)

Der kaiserliche Prinz Nagaya (長屋王) 684-729, war der zweite Sohn Temmu's. Zur Karriere merkt Hermann Bohner an, er wird 718 Dainagon, 721 Kanzler zur Rechten (Udaijin), 724 Kanzler zur Linken (Sadaijin), jedoch nicht Daijōdaijin (oberster Kanzler). Verheiratet war er u. a. mit der Prinzessin von Geblüt im 3. Rang Kibi, einer Enkelin Temmu's, Tochter des früh verstorbenen Kronprinzen Kusakabe. Er selbst war ein Halbbruder der Kaiserin Gemmei (reg. 707-15). „ 729 wird heimlich gemeldet (von 'Nuribe no Miytsuko Kimitari' und 'Nakatomo no Miyakoto Muraji Azumabito'), daß er Verschwörung im Sinn habe. In der Nacht werden die Verschworenen umstellt. Nagaya tötet sich und die Seinen (Z: Tempyō 1/2/12).“ Die Verschwörung soll darin bestanden haben, daß er Shomū's Kronprinzen, der im Kleinkindalter verstarb (728), mit einem Fluch belegt hatte; wohl eine Verleumdung. In seiner Position als Udaijin verhinderte er die Verleihung des Ehrentitels daifujin an die Kaiserinmutter Asukahime (aus dem Hause Fujiwara, daher nicht kaiserlichen Geblüts; Z 724/02). Er machte sich damit die vier Söhne Fujiwara no Fubito's zu Feinden, denen eine solche Rangerhöhung ebenfalls gedient hätte. Es ist davon auszugehen, daß diese das Gerücht streuten. An der Spitze der Nagaya’s Haus belagernden Truppen steht dann auch Fujiwara no Umasaki. Die Ereignisse werden auf Japanisch als Nagaya-ō no hen bezeichnet (長屋王の変), in der mittelalterlichen Literatur wird Nagaya immer nur als , nicht als 親王 bezeichnet.
Unmittelbar nach Nagaya’s Selbstmord wurde dann auch Kōmyō, der Hauptfrau Shōmu’s der Titel einer Kaiserin (kōgō) verliehen, der bis dahin Angehörigen der kaiserlichen Familie vorbehalten war. Die Vorgänge stärkten auch die Stellung der Fujiwara innerhalb des Staatsrats bedeutend, hielten sie vorher 2 von 10 Positionen, so waren es 736 schon 4 von 8.1 Der Seuchentod der vier 737 wurde später Nagaya’s rächendem Geist zugeschrieben.

1) Ausgiebig untersucht wurden die Vorgänge von Kishi Toshio; Kōmyō Rikkō no Shiteki Igi; in: Nihon Kodai Seijishi Kenkyu, 1966, S.213-55. [ ▲ ]

Zur 1988 ausgegrabenen Residenz siehe den Exkurs zu Mokkan. Auf diesen hat sich auch eine Liste der im Haushalt länger residierenden Mönche der Familie erhalten. Aus deren umfangreichen Aktivitäten des Sutren-Abschreibens sind zwei bedeutende Sammlungen des Kanons entstanden: Wadōkyō (和銅経) und Jinkikyō (神龜経).

Im NR-Text erwähnt: II,1. Zu seinem überlebenden Sohn Prinz Kifumi (? Kibumi), der ebenfalls an einer Verschwörung beteiligt war siehe III, 38. Erwähnung im Shoku Nihongi X, Tempyō 1/2/10 二月,甲辰朔壬子,造難波宮雇民,免課役并房雜徭.
 丙辰,夜,雷雨大風.
 兵部卿-正四位下-阿倍朝臣-首名,卒.
 辛酉,請僧六百,尼三百於中宮,令轉讀金剛般若經.為銷災異也.
 甲子,天皇御內安殿.詔召入文武百寮主典已上.左大臣-正二位-長屋王,宣敕曰:「比者咎徵荐臻,災氣不止.如聞:『時政違乖,民情愁怨.天地告譴,鬼神見異.』朕施德不明,仍有懈缺耶?將百寮官人,不勤奉公耶?身隔九重,多未詳委.宜令其諸司長官,精擇當司主典已上,勞心公務清勤著聞者,心挾姦偽不供其職者,如此二色,具名奏聞.其善者,量與昇進.其惡者,隨狀貶黜.宜莫隱諱副朕意焉.」
 是日,遣使於七道諸國,巡監國司之治迹勤怠也.
 丙寅,詔曰:「時臨東作,人赴田疇.膏澤調暢,春事既起.思九農之方茂,冀五稼之有饒.順是令節,仁及黎元.宜賜京邑六位已下至庶人戶頭人,鹽一顆,穀二斗.」

Literatur:

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