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Die sechs Nara-Schulen des japanischen Buddhismus

(von Adi Meyerhofer)

Schulen bzw. Sekten des Buddhismus

Im deutschen Sprachgebrauch ist, seit der Propagandaoffensive der BRD-Innenminister in den 70er Jahren, der Begriff „Sekte“ negativ belegt. Die sogenannten „Jugendsekten“ (Bhagwan, TM usw.) stellen eine Bedrohung für das kapitalistische Wirtschaftssystem dar, da sie durch „Gehirnwäsche“ arbeitssfähige (d. h. ausbeutungsfähige) Jugendliche der „Gesellschaft entfremden.“
Wo auf dieser Webseite von Sekten [= Schulen; 宗] gesprochen wird, ist der Ausdruck vollkommen neutral zu verstehen. Er zeigt lediglich, daß es innerhalb des Buddhismus verschiedene Lehrmeinungen gibt, die unter verschiedenen Namen bekannt sind. Das Endziel der Befreiung von allem Leiden ist allen WEGen gleich. Beachte:
Höchster WEG gar nicht schwer – nur abhold wählerischer Wahl.
[Das zweite Bsp. des Bi-yän-lu bzw. der Eingangsvers des Lehrgedichts Hsin hsin meng (jp.: Shin jin mei) von Sëng-tsan († 606).]

Mit „Sechs Nara-Schulen“ (奈良六宗) bezeichnet man zusammenfassend die während der Nara-Ära etablierten Schulen (Sekten) des japanischen Buddhismus. Sie sind zu unterscheiden von den chinesischen „Sechs Schulen und sieben Häusern“ (Liu-chia ch'i-tsung). Ihre Förderung durch den Hof geschah in der Hoffnung, daß durch die Riten dem Staat Frieden und den Herrschenden Wohlstand gesichert würde. Kennzeichnend für diese Art Buddhismus ist die starke Einbindung in die politische Entwicklung, was die große Zahl unterschiedlicher und synkretistischer Schulen. Buddhismus war anfangs eine Sache der Eliten, nicht des populären Volksglaubens.1 Die „Einheit von Staat und Glauben (saisei-itchi, 祭政一致)“ galt als gegeben. Aristokratische Familien unterhielten innerhalb ihrer – oft sehr weitläufigen Residenzen – eigene Tempel und vielfach eigene „Familienpriester“ (家僧, kasō. Ausgrabungen der letzten Jahre der Anlage Nagaya’s haben die Kenntnisse hierzu stark erweitert).
Die erste Ordination in Japan war 584 die der 11jährigen Shiama2 als Zenshin (善信) und zweier anderer Mädchen durch Hyepʼyǒn (jap.: Eben, 惠便. Im Nihon shoki als „Koma no Ebin“ 高麗の惠便), einen ehemaligen koreanischen Mönch, der nun in Harima lebte. Im Rahmen der Streitigkeiten um den Buddhismus wurden sie 585/3 öffentlich ausgepeitscht. Die drei erhielten Erlaubnis (587/6/9) nach Korea zu reisen für eine „vollwertige“ Ordination. Nach ihrer Rückkehr 590 lebten sie im Sakurai-Tempel, wo im selben Jahr weitere drei Frauen und acht Männer in den geistlichen Stand traten.

Bereits ab 718 gab es, auf Regierungsanordnung, Experten bzw. Studiengruppen für bestimmte Sutren und die zugehörige Kommentarliteratur. Diese Gruppen, denen später im Tōdai-ji jeweils eigene Bibliotheken, Gebäude und Verwaltungen zugestanden wurden, waren keineswegs exklusivistisch oder sektirerisch. Unterschieden wurden die Sekten anfangs meist nur aufgrund des Schwerpunktstudiums einer bestimmten Schrift. Sie kristallisierten sich oft um „Gründer,“ die eine bestimmte Version der Lehre in China kennengelernt hatten. Die Behauptung (nur) eine bestimmte Person habe ein bestimmtes Dharma gebracht, er sei also Gründer oder „erster japanischer Patriarch“ ist oft erst im Rahmen der späteren Hagiographie entstanden, da durchgehende „Linien“ dem japanischen Geschichtsverständnis entsprechen. (Der extremste Ausdruck dieser Auffassung ist die Behauptung, die Heilige Dynastie regiere ungebrochen seit fast 2700 Jahren, ohne dynastische Brüche.)

624 zählte man in 46 Tempeln 816 Mönche und 569 Nonnen. In diesem Jahr erschlug ein Mönch seinen Großvater mit einer Axt. Man wollte daraufhin staatlicherseits die Sangha „säubern.“ Eine Petition des Mönches Kwallŭk (jap. Kanroku) aus Paeckche verhinderte dies, man mußte jedoch die Einrichtung einer Kontrollstelle hinnehmen, aus denen sich das Sōgō („Sangha-Büro“) entwickelte. Bereits in seinem ersten Amtsjahr 645 unterstellte Kōtoku den Buddhismus dem Kaiserhaus und machte ihn dadurch effektiv zum Staatskultus. Er berief erstmalig ein zehnköpfiges Kollegium gelehrter Mönche (jisshi, 十師. Unter den ersten Ernannten waren fünf Koreaner, wodurch sich die weiterhin starke Abhängigkeit des Buddhismus zeigt.) zur Leitung der Sangha; drei Laien wurden „Dharma-Oberhäupter“ (hōto, 法頭). Im Nihongi werden für die nächsten Jahrzehnte zahlreiche den Buddhismus fördernde – dem „Staatswohl“ dienende – Maßnahmen geschildert. Das älteste überkommene die Sangha regelnde Gesetz Sōniryō mit 27 Artikeln stammt aus dem Jahre 702 und wurde 718 modifiziert, Grundlage waren auch hier chinesische Vorschriften (道僧格) von 637.*
Der heute noch übliche Brauch eines butsudan (Hausaltars), dürfte auf eine Anordnung von 685 zurückgehen, die die Errichtung eines „Buddha-Schreines“ (佛舎) zur Unterbringung einer entsprechenden Figur, für alle Haushalte der Provinzen vorschrieb.

Seit 696 wurden jährlich (zehn) Mönche mit Zustimmung der Regierung auf der „Ordinations-Plattform“ im Tōdaiji (im Kaidan-in, 戒壇院) geweiht.3 Streng genommen waren erst die seit dem Kommen von Ganshin (ch. Jiangzhen) und seinen Mitreisenden (14 Mönche, 3 Nonnen) duchgeführten Ordination für Mönche ab 754 regelkonform. Seit 798 galt ein Höchstalter von 35. Auf Vorschlag Saichōʼs wurde jährlich seit 806 nach Schulen getrennt zwölf Novizen ordiniert. Zunächst standen Hossō und Sanron (inkl. Kusha und Jōjitsu) je drei, Ritsu, Kegon und Tendai je zwei der Anwärterstellen zu; seit 835 kamen jährlich drei Shingon-Mönche dazu. Nach den Reformen Ganshin’s kamen noch die Kaidan im Yakushiji (Prov. Shimotsuke) und im Kannon-Tempel der Prov. Chikuzen hinzu.
Deutlich mehr Mönche und Nonnen wurden jedoch aus besonderen Anlässen durch „außerordentliche Weihen“ (臨時度, rinji-do. Mit Genehmigung oder auf Wunsch des Hofes.) ordiniert. So berichten die Chroniken von 900 Personen 737, 750 im Jahre 743, 400 zwei Jahre später sowie 2000 749 oder im Jahre 757 dann 800. Seit 749 gestattete das »Gesetz über die Genehmigung für Tempel, neu erschlossenes Land als Eigentum zu betrachten« (ji’in konden shiyū kyoka rei). 783/4 wurden Landschenkungen an Tempel verboten, Mönche die Familie hatten, in den Laienstand zurückversetzt. Laien legten massenhaft die Bodhisattva-Gelübde ab. Nach dem 9. Jahrhundert fanden im Tōdaiji keine Nonnen-Ordinationen mehr statt. Ab dem 10. Jahrhundert verloren die staatlichen Kaidan ihr „Weihemonopol,“ einzelne Schulen führten ihre eigenen Zeremonien durch.

Auf Verlangen des Junna-Tennō unterbreiteten die Sekten ihre jeweilige Doktrin 830 in schriftlicher Form dem Hof. Dies bildete die Grundlage der Trennung der Schulen und die Verbindung einzelner Tempel mit einer bestimmten Sekte, etwas das so in China nicht üblich war. (Endgültig festgeschrieben wurde die Schule-Tempel-Bindung erst durch die strengen Vorschriften ab dem Beginn der Tokugawa-Zeit, als auch den – zwangsweise familienweise registrierten – Gläubigen ein Wechsel der Sektenzugehörigkeit nur selten gestattet wurde.)

Soothill/Hodous: “ Ancestors, ancestral; clan; class, category, kind; school, sect; siddhānta, summary, main doctrine, syllogism, proposition, conclusion, realization. Sects are of two kinds: (1) those founded on principles having historic continuity, as the twenty sects of the Hīnayāna, the thirteen sects of China, and the fourteen sects of Japan: (2) those arising from an individual interpretation of the general teaching of Buddhism, as the sub-sects founded by Yongming 永明 (d. 975), 法相宗, 法性宗, 破相宗, or those based on a peculiar interpretation of one of the recognized sects, as the Jōdōshinshū 淨土眞宗 founded by Shinran-shōnin. There are also divisions of five, six, and ten, which have reference to specific doctrinal differences.”
宗派: Sects (of Buddhism). In India, according to Chinese accounts, the two schools of Hīnayāna became divided into twenty sects. Mahāyāna had two main schools, the Mādhyamika, ascribed to Nāgārjuna and Āryadeva about the second century A. D., and the Yogācārya, ascribed to Asaṅga and Vasubandhu in the fourth century A. D. In China thirteen sects were founded: (1) 倶舍宗 Abhidharma or Kośa sect, representing Hīnayāna, based upon the Abhidharma-kosāśāstra or 倶舍論. (2) 成實宗 Satyasiddhi sect, based on the 成實論 satyasiddhi-śāstra, tr. by kumārajīva no sect corresponds to it in India; in China and Japan it became incorporated in the Sanron; (3) 律宗 Vinaya or Discipline sect, based on 十誦律, 四分律, 僧祗律, etc. (4) 三論宗 The three śāstra sect, based on the mādhyamika-śāstra 中觀論 of Nāgārjuna the Sata-śāstra 百論 of Āryadeva, and th this school dates back to the translation of the three Śāstras by Kumārajīva in A. D. 409. (5) 涅槃宗 Nirvāṇa sect, based upon the Mahāparinirvāṇa-sūtra 涅槃經 tr. by Dharmaraksa in 423; later incorporated in Tiantai, with which it had much in common. (6) 地論宗 Daśabhūmikā sect, based on Vasubandhuʼs work on the ten stages of the bodhisattvaʼs path to Buddhahood, tr. by Bodhiruci 508, absorbed by the Avataṃsaka school, infra. (7) 淨土宗 Pure-land or Sukhāvatiī sect, founded in China by Bodhiruci; its doctrine was salvation through faith in Amitābha into the Western Paradise. (8) 禪宗 Dhyāna [Ch'an] meditative or intuitional sect, attributed to Bodhidharma about A. D. 527, but it existed before he came to China. (9) 攝論宗, based upon the 攝大乘論 Mahāyāna-saṃparigraha-śāstra by asanga, tr. by Paramārtha in 563, subsequently absorbed by the Avataṃsaka sect. (10) 天台宗 Tiantai, based on the 法華經 Saddharmapuṇḍarīka sūtra or the Lotus of the Good Law; it is a consummation of the Mādhyamika tradition. (11) 華嚴宗 Avataṃsaka sect, based on the buddhāvataṃsaka-sūtra, or gandha-vyūha 華嚴經 tr. in 418. (12) 法相宗 Dharmalakṣaṇa sect, established after the return of Xuanzang [Hsüan-Tsang] from India and his trans. of the important Yogācārya works. (13) 眞言宗 Mantra sect, A. D. 716.
In Japan twelve sects are named: Sanron, Hossō, Kegon, Kusha, Jōjitsu, Ritsu, Tendai, Shingon; these are known as the ancient sects, the two last being styled mediaeval; there follow the Zen and Jōdo; the remaining two are Shin and Nichiren; at present there are the Hossō, Kegon, Tendai, Shingon, Zen, Jōdo, Shin, and Nichiren sects.”

In Japan gab es:

Von den Genannten bestehten heute noch die Hossō, mit wenigen Tempeln darunter dem Yakushi-ji in Nara sowie die Kegon.

Als die „drei Schulen der Heian-Zeit“

bezeichnet man die während dieser Ära gegründeten Schulen:


Die vier großen Tempel

Die Bezeichnung „vier große Tempel“ (yondaiji) findet sich im Shoku nihongi erstmals beim Eintrag 702/12/25 aus Anlaß der Trauerfeiern für die Jitō-Tennō. Gemeint sind die bedeutendsten Tempelanlagen der Frühzeit des japanischen Buddhismus (ca. 590–710). Dies sind – jeweils an ihren ursprünglichen Standorten: 1) Daianji auch Kudara Ōdera oder Daikandaiji, 2) Yakushiji, 3) Gangōji (= Asuka-dera) und 4) der Gufukuji (= Kawaradera), von dem keine Tempelgeschichte (engi) existiert. Archäologische Grabungen seit den 1950ern haben zahlreiche (neue) Erkenntnisse über diese Anlagen geliefert, die weit über den Wissenstand zu Bohners Zeit, der auf reiner Textanlyse basierte, hinausgehen. Bedeutend waren die Aufschlüsse besonders basierend auf den Ausgrabungen 1956–7 am Asuka-dera und am kontinuierlich bearbeiteten Kawaradera. Die am Kibi ike 1997 und 2001 freigelegten Fundamente erlaubten überhaupt erst eine Ortsbestimmung des ursprünglichen Kudara Ōdera/Daianji.

Die Literatur in westlichen Sprachen zu den Anlagen der Asuka-Periode ist überschaubar und beschränkt sich meist auf Artikel zu Teilaspekten oder Kunstwerken. Monographien die Gesamtdarstellungen bieten, welche den heutigen Wissensstand darstellen sind dem Webseitengestalter nicht bekannt.

Die sieben Nara-Tempel

Diese Nanto-shichidaiji (南都七大寺) bildeten zusammen mit Gufuku-ji in Asuka, Shitennōji in Osaka und Sufukuji in Ōtsu die „zehn großen Tempel,“ denen zum Unterhalt umfassende Ländereien steuerbefreit zugewiesen wurden.

Als die „fünf Schulen der Kamakura-Zeit“

bezeichnet man die während dieser Ära gegründeten Schulen. Die ersten drei sind dem Amida-Buddhismus (Nembutsu-Buddhismus) zuzurechnen. Man glaubt, daß zur Erlangung des Heils die Rezitation der Formel „Namu Amida Butsu“ ausreicht. Sie sind heute die drei größten Schulen. Ihnen liegen drei Sutren zugrunde: 1) Amida-kyō (Sukhāvativyūha-sutra); 2) Muryōjukyō (Aparitāyus-sutra); 3) Kammuryōjukyō (Amitayurdhāna-sutra). Der Buddhismus des „Reinen Landes“ war schon im 7. und 8. Jahrhundert aus China gebracht worden, eigene Sekten, die ihn ausformten waren aber erst:6 7

Anmerkungen:

1) Wie viele lange akzeptierte Theorien zum japanischen Altertum ist auch die Annahme vom „Staatsbuddhismus,“ zumindest für die Hakuhō-Periode (Übergang von Asuka zu Nara) angegriffen worden. Kurz zusammengefaßt: »Beginning in the 1980s, however, the theories on “state Buddhism” began to be criticized from many different angles, so that they are no longer tenable on their own. In the first place, the term “State Buddhism” itself is too ambiguous, and a close examination of its various aspects reveal numerous problems. The regulations of the soniryō, for example, were mostly dysfunctional, so any theory based on the assumption that the letter of the law was reflected in actual practice is untenable. Again, “privately ordained” monks and nuns (shido soni) were indeed proscribed by law, but in fact they were widely accepted, and were very active in all areas including the Buddhism of local clan families, among the common people, and even within “State Buddhism” (consider, for example, the case of Kūkai).
What is required is a relativization of “state Buddhism.” There is no doubt that in ancient Japan there was a form of “State Buddhism” …. This was not, however, the total sum of Buddhism during this period. "State Buddhism” was only a part of a greater array of Buddhist activity that included the Buddhism of the imperial court and the aristocratic families, that of the local clan families, and that of the common people, as well as the interaction between these aspects. The shift from Asuka Buddhism to Hakuhō Buddhism, therefore, is not a simple development from “aristocratic ujizoku Buddhism” to “state Buddhism,” but a more complicated development from “aristocratic Buddhism” to a variety of “Buddhisms,” including aristocratic Buddhism, state Buddhism, the Buddhism of the local clan families, and that of the common people.«

Gerade das NR ist ein Beweis, daß Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklafften und zeigt, wie weit eine Rezeption des Buddhismus außerhalb des gesetzlichen Rahmens (der z. B. Residenzpflicht der Mönche in bestimmten Tempeln vorschrieb) stattfand. [  ]
2) Tochter eines „Sattlers,“ in westlicher Sekundärliteratur wird er üblicherweise bezeichnet als: Shiba Tattō – im Nihon shōki (Maeda-bon) als 令度司馬達等女嶋, dessen kundoku geben: Shime Dachitō. Tatsächlich handelt es sich um die Fehllesung des süd-chinesischen 司馬 sima da + 等 „und andere“
Das 1165 vollendete Gangō-ji garan engi gibt ihr Alter bei der Ordination mit 17 an, dabei haben wohl die Autoren die Fakten im Lichte der Vinaya-Bestimmungen zurechtgebogen, die hier ganz offensichtlich nicht eingehalten worden sind und auch angesichts der geringen Zahl Ordinierten lange Jahre nicht eingehalten werden konnten. Das vollständige Vinaya selbst wurde ja auch erst ca. 50 Jahre später in Japan studiert. (Vgl. T. LXXIV 17c12-14, 21.) [  ]
3) Die zahlreichen Nonnen(klöster) werden hier nicht behandelt, siehe: Deleanu, Florin: Transmission and Creation: Ordinations for Nuns in Ancient and Early Mediaeval Japan; 国際仏教学大学院大学研究紀要, Vol. XIV, 2010 und Ruch, Barbara (ed.); Engendering faith: Women and Buddhism in Premodern Japan; Ann Arbor 2002. [  ]
*) Unabhängig Religion Praktizierende waren den Herrschenden immer suspekt. Bereits im Z findet sich unter Tempyō 1 (729) ein Dekret, das diejenigen die „Ketzerei“ (異端) verbreiten, zaubern oder schwarze Magie (幻術) betreiben, oder aber in den Bergen leben und missionieren, Arzneimittel oder Amulette herstellten, Gift mischen oder „Schrecken verbreiten“ den Tod durch enthaupten androhte, ihre Mittäter waren zu verbannen. [  ]
†) Für neuere Forschung siehe: Minowa Kenryō (箕輪顕量); Kairitsu fukkō undō 戒律復興運動; in: Matsuo Kenji (松尾剛次); Jikai no shōja: Eizon, Ninshō 持戒の聖者 叡尊・忍性; Tokyo 2004 (Yoshikawa kōbunkan). Zum Vinaya vgl. Heirman, Ann; The Discipline in Four Parts: Rules for Nuns according to the Dharmaguptakavinaya; Delhi 2002 (Motilal), 3 Bde. [  ]
4) bezgl. der Anzahl frühjapanischer Ordinationen usw. vgl. Ushiyama Yoshiyuki (牛山佳幸); Kodai chūsei jiin soshiki no kenkyū 古代中世寺院組織の研究; Tokyo 1990 (Yoshikawa kōbun-kan) [  ]
5) Hankó, László; Der Ursprung der japanischen Vinaya-Schule Risshū 律宗 und die Entwicklung ihrer Lehre und Praxis; Göttingen 2003 (Cuvillier) [  ]
6) Für das NR ist der Amida-Buddhismus nicht relevant, zur frühen Übertragung vgl.: Rhodes, Robert; The Beginning of Pure Land Buddhism in Japan: From its Introduction through the Nara Period; Japanese Religions, Vol. 31, Nr. 1, S. 1-22. [  ]
7) Die Angaben für 1940 durchgehend aus „Buddhistische Sekten“ Ramming; Japan Handbuch; Berlin 1941. Diese an sich überholten Daten werden gegeben, da nach dem 1947 erfolgten Verbot der staatlichen Unterstützung religiöser Körperschaften (宗教法人; 2006: 182868 registrierte, davon 77831 buddhistisch), Zahlen betgl. Gläubigen auf Angaben der jeweiligen Schulen/Schreine usw. basieren und daher stark überhöht sind. Shintō-Schreine setzen z. B. jeden Haushalt, von dem sie glauben er gehöre zu ihrem Einzugsbereich, mit vier Gläubigen an. So kommt man – selbst wenn man in Betracht zieht, daß Japapaner oft im Leben Shintōisten, im Tode Buddhisten sind – bei der Auswertung des Statistical Yearbook of Japan 2007 bei einer Bevölkerungszahl von 128 Millionen auf 206 Millionen „Gläubige.“ Etwa 20% der Befragten bezeichnen sich allerdings als „Atheisten“ (無神論者), drei Viertel aller Haushalte verfügen über einen Altar in der Wohnung. Nach Shūkyō nenkan; Heisei 19 nenkan gab es 82683 buddhistische Gemeinden, organisiert in 74619 Körperschaften mit 281054 „Lehrern“ (教師) die etwa 50,7 Millionen Anhänger für sich reklamierten, überraschenderweise weniger als 1960, damals gab es 167 buddhistische „Denominationen“ organisiert in 91677 Körperschaften mit 75086 Tempeln und 125613 (19608 ♀) „Lehrern“ für knapp 54 Millionen Anhänger (Contemporary Religions in Japan, Vol. 3, No. 4 (Dec., 1962), S. 379-386). Die Zunahme um 4 Mio. Gläubige ggü. dem Vorjahr beruhte nur auf Änderung der Zählweise des Hongan-ji der Jōdō-Shinshū). Heutzutage kommen die Nara-Schulen zusammen nur noch auf ca. 712000 Anhänger, mit 1303 Lehrern, die sich auf 268 Körperschaften in 450 „Gemeinden“ verteilen.
Das vor einigen Jahren revidierte “Religious Corporation Law” schreibt vor, daß jeder einzelne Tempel statistische Angaben zur Zahl der Anhänger zu melden habe. Zum „Schutze der Religionsfreiheit“ (und in Einzelfällen wohl auch der Steuerbefreiung), verweigern zahlreiche Priester diese detaillierten Angaben. [  ]

Literatur

Externe Weblinks

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