日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Die Drei Kleinodien glaubend ehren, sichtbar-gegenwärtige Vergeltung empfangen

信敬三寶得現報緣

Japanisch

Gunsho ruijū:  1   2 
Text 
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大花位-大部-屋栖野古連公者,紀伊國名草郡宇治大伴連等先祖也.天年澄情,重尊三寶.案本記曰:
 敏達天皇之代,和泉國海中,有樂器之音聲.如笛箏琴箜篌等聲.或如雷振動.晝鳴夜耀,指東而流.大部-屋栖古連公聞奏.天皇嘿然不信.更奏皇后.聞之詔連公曰: 「汝往看之.」奏詔往看,實如聞,有當霹靂之楠矣.還上奏之: 「泊乎高腳濱.今屋栖.伏願,應造佛像焉.」皇后詔:
「宜依所願也.」連公奉詔,大喜,告嶋大臣,以傳詔命.大臣亦喜,請池邊直-冰田雕佛,造菩薩三軀像,居于豐浦堂,以諸人仰敬.然,物部-弓削守屋大連公,奏皇后曰: 「凡佛像,不可置國內.猶遠退.」皇后聞之,詔屋栖古連公曰:
「疾隱此佛像.」連公奉詔,使冰田直藏乎稻中矣.弓削大連公,放火燒道場,將佛像流難破堀江.然,徵於屋栖古言: 「今國家起災者,依鄰國客神像,置於己國內.可出斯客神像,速忽棄流乎豐國也.」客神,佛神像也.國史略作蕃神.固辭不出焉.弓削大連,狂心起逆,謀傾窺便.爰天亦嫌之,地復惡之.當於用明天皇世,而挫弓削大連.則出佛像,以傳後世.今世,安置吉野比蘇寺,而放光阿彌陀之像是也.
 皇后,癸丑年春正月,即位小墾田宮,卅六年御宇矣.元年夏四月,庚午朔己卯,立廄戶皇子為皇太子.即以屋栖古連公,為太子之肺脯侍者.
 天皇.推古.代十三年乙丑夏五月,甲寅朔戊午,敕屋栖古連公曰:「汝之功者,長遠不忘.」賜大信位.十七年己巳春二月,皇太子詔連公,而遣播磨國揖保郡內二百七十三町五段餘水田之司也.廿九年辛巳春二月,皇太子薨于斑鳩宮.屋栖古連公為其欲之出家,天皇不聽.四八年甲申,四八年者,推古三十二年也.夏四月,有一大僧,執斧毆父.連公見之,直奏之曰:「僧尼撿校,應中置上座,犯惡使斷是非.」天皇敕之曰:「諾也.」連公奉敕而撿之,僧八百卅七人,尼五百七十九人也.以觀勒僧為大僧正,以大信-大伴-屋栖古連公與鞍部-德積為僧都.卅三年乙酉冬十二月,八日,連公居住難破而忽卒之.屍有異香而酚馥矣.天皇敕之:「七日使留,詠於彼忠.」逕之三日,乃蘇甦矣.語妻子曰:「有五色雲,如霓度北.自而往其雲道,芳如雜名香.觀之道頭,有黃金山.即到炫面.爰,薨聖德太子待立.共登山頂.其金山頂,居一比丘.太子敬禮而曰:『是東宮童矣.自今已後,逕之八日,應逢銛鋒,願服仙藥.』比丘環解一玉,授之,令吞服而作是言:『南無妙德菩薩.』令三遍誦禮,自彼罷下.皇太子言:『速還家,除作佛處.我悔過畢,還宮作佛.』然從先道還,即見驚蘇也.」時人名曰-還活連公.孝德天皇世六年庚戌秋九月,賜大花上位也.春秋九十有餘而卒矣.
 贊曰:「善哉大部氏,貴仙儻法,澄情效忠,命福共存,逕世無夭。武振萬機.孝繼子孫,諒委,三寶驗德,善神加護也.」
 今惟推之,逕之八日,逢銛鋒者,當宗我入鹿之亂也.八日者,八年也.妙德菩薩者,文殊師利菩薩也.令服一玉者,令免難之藥也.黃金山者,五臺山也.東宮者,日本國也.還宮作佛者,勝寶應真聖武太上天皇,生于日本國,作寺作佛也.爾時並住行基大德者,文殊師利菩薩反化也.是奇異事矣.

Ryō-Wiki

Buddha wird in den Kanal geworfen (Kakemono um 1200)

Erläuterungen aus Anmerkungsband:
Die Erzählung des NR besteht aus mehreren Teilen, die alle durch die Gestalt des Ohotomo no Yasuko zusammengehalten werden.
I) Der erste Teil erzählt, aus welch wunderbarem Baume die ersten Buddhastatuen, die in Japan geschnitzt wurden, entstanden – mehrere von einander bezeichend sich unterscheidende Versionen liegen hier vor – und erzählt das Schicksal dieser ersten Statuen.
II) Der zweite Teil erzählt von der Thronbesteigung Suiko’s, von den Ehrungen Ohotomo's unter Suiko und von dem Tode des Kronprinzen Shōtoku.
III) Der dritte Teil berichtet, wie ein Priester die Axt gegen seinen Vater erhob und wie dies zu strengerer Regelung des Mönchswesens führte.
IV) Der vierte Teil führt durch die Geschichte des Traumes des sterbenden Ohotomo no Yasuko und durch die Deutung des Traumes hinüber zu der Zeit Shōmu Tennō's und zu der Errichtung des Tōdaiji und des dortigen Riesenbuddha und lehnt sich wesentlich an die „Denkwürdigkeiten des Tōdaiji“ an. (Daijōtennō, nach dem Shoku Nihongi (Z) im 2. Jahr Tempyōhōji 758 n.Chr. dem früheren Kaiser als Ehrenname gegeben. Der letzte Teil hält sich an die Denkwürdigkeiten des Tōdaiji in Nara bez. an die Errichtung des Großen Buddha in diesem Tempel. Itahashi [1929] hat, auf das Todai-ji-yōroku (東大寺要緑) sich stützend, sehr viele Stellen emendiert, kaum in einem andern Stück so viele wie hier.)

Zum historischen Hintergrund des beschriebenen Ikonoklasmus: Eine der mächtigsten Familien bei Hofe waren die Groß-Omi der Soga, zuständig für Finanzen. Es entwickelte sich ein Machtkampf zwischen diesen Nachkommen der neuen Zuwandererlite (die 369 aus Paekche gekommen waren; Nachfahren Takechiuchi’s und der Haniwa-Kultur). Sie standen im Gegensatz zu den Muraji der Nakatome (Priestersippe) und insbesondre der Monobé, die für Militärisches zuständig waren un der alte Yayoi-Elite zugehörten. Diese befürchteten ihre Pfründe zu verlieren. Der (indirekt) aus China importierte Buddhismus (wohl 538) wurde zum Reformsymbol. Kaiser Kimmei (508-71, reg. 540-) hatte, laut Z, den Sogas gestattet, einen privaten Tempel zu errichten. Andere Quellen sprechen davon, daß die Statue und das zugehörige Reinigungsbecken im „Rückwärtigen Palast“ der Prinzessin „Daidaiō“ (Frau Bidatsu’s) untergebracht wurde. Dieser, laut Z, urspünglich von Soga no Iname († wohl 569; ?576) in Asuka errichtete Tempel ist unter den verschiedensten Namen bekannt: Konkōji, Owarida-dera, Toyora-dera, Kōgonji bzw. Kōgenji. Dieser wurde, auf Veranlassung der Nakatome, zerstört, als eine Seuche über das Land kam, die Buddhastatue in einen Kanal geworfen. Die Seuche wurde jedoch schlimmer, der Palast Kimmei’s brannt ohne ersichtliche Ursache ab, der Kaiser erkrankte und starb im Jahr darauf.
Zum Regierungsantritts Bidatsu’s sandte das verwandte Königshaus von Paekche etwa 200 Sutren, dazu einen Mönch (Hyepyŏn aus Kudara lebte in der Provinz Harima), eine Nonne (Pŏpmyŏng, 法明) und einen speziellen Mantra-Vorleser. Weiterhin einen „Herrgottsschnitzer“ und einen Tempelbaumeister. Silla sandte ebenfalls ein Buddhabildnis. Nach anderen Quellen wurde im Palast der Prinzessin, die mit Hilfe ihres Bruders Ike no Be (Regierte 585-7 als Yōmei) vom Kaiser – ihrem Halbbruder – die Erlaubnis erhalten hatte (im Geheimen) im nach Mukuhara verlegten Palast von Sakurai eine Kapelle zu errichten. Dort lebten auch die erste Nonnen Japans. Für 584 ist die Lieferung eines Bronzebuddhas und eines Steinreliefs von Maitreya durch eine Privatperson aus Paekche verbürgt. Etwa zu dieser Zeit (585) kehrten die Soga zum Buddhismus zurück und errichten erneut einen Tempel. Als wiederum eine Seuche ausbrach, die jedoch nach der erneuten Zerstörung des Tempels nicht abflaute, durften sie den Buddhismus weiterhin praktizieren. 587 griffen die Soga ihre Hauptgegner, die Monobé an und schlugen sie vernichtend (die sich aber als Waffenträger und -hersteller bald wieder in Machtstellungen fanden). Die Soga, der Klan war bis zur Mitte des 7. Jhdts. die bestimmende Macht am Hof, installierten ihren Favoriten, den zwölften Sohn Kimmeis, den Prinzen Hatsusebe no Miko als Sushun-Tennō (崇峻天皇 reg. 587-92). Sämtliche Kaiser von Kimmei bis Kōgyoku waren Blutsverwandte des Soga. Im selben Jahr kam, um die „einheimischen“ Kamizu beruhigen, die Praxis der Ernennung von Oberpriesterinnen am Großschrein von Ise auf. Der auf Anordnung von Soga no Umako gebaute Asukadera wurde später Gangō-ji genannt. Den nicht mehr willfährigen Sushun ermordete man 592, an seine Stelle trat Prinzessin Daidaiō als Suiko-Tennō, der man ihren Neffen Shōtoku Taishi als Prinzregenten vor die Nase setzte. Die Soga wurden dann 645 beim Taika-Putsch (der im Hintergrund maßgeblich von aus China zurückgekehrten Mönchen gesteuert wurde) gestürzt und durch die Nakatomi (= Fujiwara) ersetzt. Das Soga-uji verschwand dann Mitte des 8. Jhdt. im Dunkel der Geschichte.


Siegel des Bitatsu-Tennō

„Hoffentlich eignet sich Japan unsre Musik an, bevor ein neues Jahrhundert zu Ende geht. Und dann wird man hoffentlich all die Shamisens, Kotos und anderen japanischen Instrumente zu Feuerholz für die Armen machen! Zum ersten Mal in ihrem Dasein würden sie dann einen nützlichen Zeck erfüllen.“
Basil Hall Cahmberlain

Der im oberen Großen Blütenrang1 stehende Ohotomo no Yasunoko no Muraji no Kimi2 war der Vorfahr der Uji no Ohotomo no Muraji des Gaues Nagusa des Landes Kihi3. Von Natur geläuterten Wesens, hielt er die Drei Kleinodien三寳, sanbō hoch und wert. Im Ursprünglichen Berichte4 findet man gesagt: „Im Zeitalter Bitatsu Tennō's geschahen mitten im Meer des Landes Izumi和泉 Klänge (wie) von Musikinstrumenten, wie Klänge von Flöten, Zithern; ch: dscheng, 12-13 Saiten, Lauten, Harfen箜篌, ch.: kunghou, 23 Saiten und anderer mehr. Oder es war, wie wenn der Donner rollt. Bei Tage klang es, bei Nacht leuchtete es und schwamm gen Osten zu. Der Ohotomo no Yasuko no Muraji no Kimi vernahm davon und erstattete Bericht. Der Tennō schwieg und glaubte nicht. Wiederum berichtete er der Kaiserin. Sie vernahm es und erließ an den Muraji no Kimi den erhabenen Befehl und sprach: „Gehe du und sieh!“ Und er empfing den erhabenen Befehl, ging und sah, und es war in der Tat, wie er vernommen hatte. Ein vom Donner5 getroffener Kampferbaum war da. Er kehrte zurück, stieg [zur Hauptstadt] empor und erstattete Bericht: „Am Strande von Takashi6 hielt er an. Nun liegt Yasuko zu Füssen und fleht, daß [eine] Buddhastatue[n] gemacht werde.“ [I humbly request to make Buddha statues out of it.] Die Kaiserin erließ erhabenen Befehl, freute sich sehr, machte dem Groß-Omi Shima Mitteilung und gab den erhabenen Befehl weiter. Der Groß-Omi freute sich ebenfalls und richtete ein Ersuchen an den Atahi Hida直氷田 und ließ drei Statuen Buddha (und) Bodhisattvas schnitzen. Man stellte sie in der Toy(-U)ra-Tempelhalle auf, wallfahrtete dahin und brachte große Ehrung dar.


„Shaka-Triade“ des Horyu-ji (623; im Stil der ndl. Wei)

Der Monoibe no Yuge no Moriya no Oho-Muraji7 jedoch erstattete der Kaiserin Meldung und sprach: „Man sollte überhaupt nicht Buddhastatuen im Reiche aufstellen; vielmehr weit wegwerfen und forttun soll man sie!“ Die Kaiserin vernahm es und erließ an Yasuko no Muraji no Kimi den erhabenen Befehl: „Verstecke eilig die Buddhastatuen!“ Der Muraji no Kimi empfing den erhabenen Befehl und ließ den Atahi Hida (sie) im Reise verwahren. Der Yuge no Oho-Muraji no Kimi legte Feuer an und verbrannte die heilige Übungsstätte (道場), forschte nach (den) Buddhastatuen und ließ sie in dem Graben von Naniha難破 [alter Name für Ōsaka] “ forttreiben. Dem Yasuko jedoch setzte er hart zu und sprach: „Daß jetzt im Reich die Seuche entstanden ist das kommt von dem Aufstellen der Statuen des Gastgottes des Nachbarlands im eigenen Reiche. Gib diese Gastgottstatue heraus! Eiligst wollen wir sie im Toyo-Lande豐國; Korea wegwerfen und fortschwemmen.8Mit Gastgott ist Buddha gemeint. – Er lehnte entschieden ab und gab nichts heraus. Yuge no Oho-Muraji gab sich seinem Herzen hin und ging damit um, Aufruhr zu stiften und sich wider die Regierung aufzulehnen und spähte nur nach günstiger Gelegenheit. Da ward selbst der Himmel ihm gram, die Erde auch haßte ihn, und zur Zeit Yōmei Tennō's kam Yuge no Oho-Muraji zu Schaden. Alsbald brachte man [bzw. „er“ d. i. Ohtomo] die Buddhastatue hervor und überlieferte sie der Nachwelt. Die in gegenwärtiger Zeit im Hiso-dera比蘇寺 = Hōkō-ji9 in Yoshino (als Heiligtum) aufgestellte, Glanz ausstrahlende Statue des Amida ist eben diese.

Die himmlische Majestät [Suiko] (aber) bestieg im Jahre Wasser-unten-Stier im Frühling, im ersten Monat in der Miya (von) Woharida (Owarida) den Thron und regierte 36 Jahre [592-628] die Welt. Im ersten Jahre, im Sommer, im 4. Monat Metall-oben-Roß, am ersten Tage Erde-unten-Hase machte sie den kaiserlichen Prinzen Umayado zum Kronprinzen [und Prinzregenten]. Alsdann machte sie den Yasuko no Muraji no Kimi zu des Kronprinzen Gefolgsmann in persönlichen Diensten肺臲侍者. Während der Regierung der himmlischen Majestät im 13. Jahre Holz-unten-Stier (605), im 5. Monat Metall-oben-Tiger, am ersten Tage Erde-oben-Roß erließ sie an Yasuko no Muraji erhabenen Bescheid des Inhalts: „Dein Verdienst wird für lange ferne (Zeiten) nicht vergessen“ und verlieh ihm die Stellung eines Daishin大信. Im 17. Jahr Erde-unten-Schlange (609), im Frühling, im zweiten Monat erließ der Kronprinz an den Muraji no Kimi erhabenen Bescheid und gab ihm im Lande Harima播魔國 im Innern des Gaues Iho das Amt von etwas über 273 cho 5 tanca. 265 ha Wasserfeld. Im 29. Jahr Metall-unten-Schlange (621), im Frühling, im 2. Monat verschied der Kronprinz in der Ikaruga no Miya鵤岡宮. Der Yasuko no Muraji no Kimi wünschte deshalb Haus (und Hof) zu verlassen. Die Himmlische Majestät ließ es nicht zu.

Im 48. Jahr, Holz-oben-Affe (624; 32./33. Jahr Suiko), im Sommer, im vierten Monat, nahm ein Großpriester die Axt und erschlug seinen Vater. Der Muraji no Kimi sah es und erstattete alsbald Bericht des Inhalts: „Eine Regelung des Mönch- und Nonnenwesens hat zu geschehen.“ Zu der Zeit gab es 837 Mönche und 579 Nonnen [Nihongi: 816 Mönche, 569 Nonnen15]. Den Mönch Kwanroku顴勒; Kwal-leuk machte man zum Dai-sōjō (Erzbischof); den Daishin Ohotomo no Yasuko no Muraji no Kimi und den Kuratsukuri no Tokuseki machte man zu Sōzu (Generalvikaren) [nicht im Nihongi].

Im 33. Jahre Holz-unten-Hahn (625), im Winter, im 12. Monat, am 8. Tage starb der Muraji no Kimi, in Naniha wohnend. Sein Leichnam verbreitete seltsamen Duft und Wohlgeruch. Die Himmlische Majestät erließ Befehl, ließ (mit der Bestattung) sieben Tage warten und seine Treue in Liedern preisen. Nach dreien Tagen erwachte er wieder zum Leben, sprach zu Gattin und Kindern und sagte:10 „Fünffarbene Wolken waren da, Regenbogen gleich brückten sie sich nach Norden hin. Ging man von da aus den Wolkenweg, so war da wie Blütenduft und köstliche Narden gemengt. Sah ich den Weg voran, so war da ein Berg roten Goldes. Da ich hingelangte, glänzte er im Westen. Hier stand harrend der verstorbene Kronprinz Shōtoku. Miteinander stiegen wir auf des Berges Gipfel. Auf dieses Goldbergs Gipfel weilte ein Biku. Der Kronprinz grüßte ehrerbietig und sprach: „Dies ist des Ostpalastes Diener. Heute in acht Tagen wird er dem Harpunenspeer begegnen. Ich bitte, laßt ihn die Genienarznei schlucken!“ Da löste der Biku von einem Ringe einen Edelstein, reichte ihm den und ließ ihn ihn schlucken und tat dies Wort: 'Namu Myōtoku Bosatsu' [Ich nehme meine Zuflucht zu dem Bosatsu Wundersame Wesenskraft]; und ließ ihn dies dreimal verehrungsvoll rezitieren. Danach stiegen wir wieder herab. Der Kronprinz sprach: 'Kehre eilends nach Hause und laß eine Buddhastätte fegen und herrichten. Auch ich will nach Beendung der Buße zum Palaste wieder kommen und den Buddha erstellen.' Und so kehrte ich auf dem vorigen Wege zurück. Und siehe da, staunend erwachte ich zum Leben wieder.“ Mit Namen nannte man ihn den wiederlebendigen Muraji no Kimi. Zur Zeit Kōtoku Tennō's im sechsten Jahr, Metall-oben-Hund (650) im Herbst, im 9. Monat verlieh ihm der Tennō den oberen Großen Blütenrang. An Frühlingen und Herbsten über 90 habend, verschied er. Die Gātha sagt: [a note says]

Gatha
Heil fürwahr
Oho tomo shi!
Den Buddha ehrenden,
die Lehre schirmenden11
das Wesen läuternden
Treue beweisend;12
Leben und Segen sind vereint;
die Zeit kennt nicht seinesgleichen.
Schrifttum und Waffe
durchwalten (des Reichs) zehntausend Geschäfte.
(Seine) kindliche Liebe
geht über auf Kinder und Kindeskinder.

Verstehe und wisse wahrhaft: Der Drei Kleinodien sich erweisende Lebenskraft, der Guten Gottheit schirmender Schutz! – Überdenkt man dies nun heute, so ist das: nach acht Tagen dem Harpunenspeer begegnen, das Zusammentreffen mit den Wirren Soga no Iruga's die acht Tage, das sind acht Jahre; der Myōtoku Bosatsu13 ist Monjushiri Bosatsu; den einen Edelstein schlucken, ist die Arznei, dem Unheil zu entgehen; der Berg roten Goldes ist der Wu-tai-Berg五臺山; der Ostpalast ist das Reich Japan. Zum Palaste wiederkehren und den Buddha erstellen: das ist, daß der Große Hohe Tennō Shōhō Ōshin Shōmu14 im Reiche Japan geboren ward, (einen) Tempel baute und den Buddha erstellte. Der zur Zeit zugleich daweilende Daitoku Gyōgi ist Monjushiri Bosatsu in Verwandlung.
Das ist wundersames Geschehen.


Wu Tai Shan (五臺山; wikimedia commons)

Paralellen


Awajishima, Hyōgo (handkolorierte Photographie der Meiji-Ära)
  1. Nihon shoki (Kinmei, Bitatsu, Suiko); Konjaku monogatari shū (XI, 23); Fusō ryakki (III, IV).
  2. Die Geschehnisse, die die Erzählung streift, sind bekanntermaßen derart wesentlich für die japanische Geschichte, daß es nicht wunder nimmt, überaus vielfach von ihnen berichtet zu finden. Nur eine weitläufige größere Monographie, wie sie hier nicht in unsrer Absicht liegt, könnte den Gegenstand einigermaßen erschöpfend behandeln. Enger schließen sich der Erzählung des NR an 1) N bezüglich Teil I-III; vgl. FQ S. 309 (unter Kimmei 14. Jahr) und weiterhin; [21. Jahr des Zyklus, weist auf das 32. Jahr der Regierung Suiko’s, 624 vgl. auch hernach fortfahrend, das 33. Jahr genannt; aus dem Nihongi wird eben das berichtet.]
  3. K XI, 23 erzählt den ersten Teil dieser Erzählung bis zur Aufstellung der Statuen im Tempel mit denselben Zeichen, ebenfalls unter Bitatsu, aber mit leichten Varianten (Yasuko rudert ins Meer hinaus; sagt, das ist ein Geisterbaum; läßt drei Statuen machen; Hida verbirgt die Statuen, Moriya legt Feuer an, weiß aber nichts davon, daß die Statuen versteckt sind; Hisodera, hiso durch hisoka „heimlich“ erklärt.
  4. F: In dem 3. Jahre Suiko, im Frühling, im Südmeer bei Tosa ist nächtens großer heller Glanz 30 Tage lang. Hernach im Sommer am südlichen Gestade Awaji’s großer Wohlduft. Davon wird dem Hofe berichtet. Die Inselleut wissen nicht recht, was damit machen. Der Kronprinz (Shōtoku) erklärt ausführlich Name und südindische Herkunft des Baumes, daß im Sommer die Schlangen ihn umwinden u.s.f. Sein wohlriechendes Harz läßt den Baum auch im Wasser unverändert bleiben. Statuen werden daraus gemacht. Höhere Hand hat diesen Stamm antreiben lassen. Kudara-Meister werden befohlen und mehrere Ellen hohe Kwannon-Bosatsu daraus gemacht und im Yoshino-Hisodera aufgestellt, wo sie oftmals Glanz ausstrahlen.
  5. G: Zur Zeit Kimmei 14. Jahr, 5. Monat ansteigender Mond war in Gau Izumi im Meere seltsam Getön und Glänzen. Der Schall war wie Donner, der Glanz wie die Sonne. Als man näher ging, schwamm ein großer Kampferbaum im Meer. Die Kaiserliche Majestät ließ zwei Buddhastatuen daraus fertigen, die heute im Yoshino-Tempel zu sehen sind und die das Volk die glanzausstrahlenden Statuen nennt.
  6. 5) Teihō-hennenki 7. Bd. berichtet in seiner kurzen schematisch chronologisierenden Weise vom dem 1. Kommen der Buddhastatue, von dem wohlriechenden Baume usf. Die Majestät läßt daraus Kwannonstattue fertigen; diese leuchtet oftmals. Lotosblüten werden beim Sōman-Sūtra-Vortrag des Kronprinzen: der Tachibana-Tempel wird an dieser Stätte gebaut. [Glosse: Gau Takaichi, Yamato.]

Nakamuras Englische Übersetzung (nur Text)