日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Ein Tauber nimmt seine Zuflucht verehrungsvoll zum Hokwo-Sūtra, empfängt unmittelbare Vergeltung und wird auf beiden Ohren wieder hörend

聾者歸敬方廣經典得現報開兩耳緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Text 
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小墾田宮御宇天皇代,推古.有衣縫伴造-義通者,忽得重病,兩耳並聾,惡瘡遍身,歷年不愈.自謂:「宿業所招,非但現報.長生為人所厭,不如行善遄死.」乃掃地餝堂,屈請義禪師.先潔其身,香水澡浴,依方廣經.於是發希有想,白禪師言:「今我片耳聞一菩薩名.故,唯願大德忍勞.」後依禪師重拜,片耳既聞.義通歡喜,亦請重更拜,兩耳俱聞.遐近聞者,莫不驚怪.是知,感應之道,諒不虛矣.
Ryō-Wiki

Reste des Oharida-Miya (603-28)

Zur Zeit, da in der Woharida no Miya die Himmlische Majestät [Suiko] die Welt regierte, war ein Nuhi no Tomo no Miyatsuko Gitsū genannter Mann. Plötzlich bekam er eine schwere Krankheit, wurde auf beiden Ohren taub, überall am Körper hatte er böse Geschwüre; Jahre vergingen und es wurde nicht besser. Da sagte er zu sich: „Meine früheren Taten (宿業) haben das auf mich gebracht; das ist nicht nur Vergeltung des Gegenwärtigen. Ein langes Leben lang von den Leuten gering angesehen werden – besser ist, etwas Gutes tun und gleich sterben!“ Und so kehrte Gi den Boden [SB: im Tempel], schmückte die (Tempel-)Halle, bemühte einen Zenmeister herbei, reinigte zuerst seinen Leib, badete in wohlduftendem Wasser und hielt (sich an) das Hōkwō-Sutra1. Da stieg ein seltsamer Gedanke in ihm auf, und er sagte zu dem Zenmeister: „Jetzt höre ich auf dem einen Ohre eines Bodhisattva Namen; darum bitte ich, der Daitoku möge keine Mühe scheuen und (mehr noch) beten! [SB: den Namen rufen]“ Da nun der Zenmeister daraufhin erneut betete, da ward das eine Ohr auf einmal hörend. Gitsū義道, voller Freuden, bat erneut, Anbetung zu tun. Als der Zenmeister aufs neue betete, wurden beide Ohren plötzlich hörend. Da war allerorten niemand, der es vernahm, der nicht Verehrung bezeigte und sich wunderte. Daraus ist zu wissen: Der Weg (道) der Erhörung (感應2) ist in Wahrheit kein eitler.

Paralellen

  1. Im SB, ohne wesentliche Varianten.
  2. Nakamuras Englische Übersetzung (nur Text)