日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Ein schlechter Mensch bedrängt einen um Nahrung bettelnden Mönch und empfängt sichtbar-gegenwärtig schlimme Vergeltung

Japanisch

Gunsho ruijū
Text 
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昔故京時,有一愚人,不信因果.見僧乞食,忿而欲擊.時,僧走入田水,追而執之.僧不得忍,以咒縛之.愚人顛沛,東西狂走.僧即遠去,不得眄瞻.其人有二子,欲解父縛.便詣僧房,勸請禪師.師問知其狀而不肯行.二子懃重拜敬,請救父厄.其師乃徐行,誦觀音品初段.竟,即得解脫.然後乃發信心,迴邪入正也.
Ryō-Wiki

Almosenschale eines japanischen Mönches

Einst zur Zeit der alten Hauptstadt [Asuka] war ein törichter Mensch, der glaubte nicht an Ursache und Frucht (ingwa). Als er sah, wie ein Priester um Nahrung bettelte, ergrimmte er und wollte ihn schlagen. Da lief der Mönch in das Wasser der Felder hinein. Jener folgte und packte ihn. Der Mönch konnte sich nicht anders helfen; mit einem Spruche () band (; wörtlich: bannen) er ihn. Der Tor brach zusammen und lief verstört nach Osten und Westen. Der Mönch ging und ließ ihn und sah nicht weiter nach ihm um. Dieser Mann hatte zwei Söhne; Sie wünschten des Vaters Bann zu lösen: Sie machten sich auf und gingen zum [oder: zu einem] Mönchsquartier und baten einen Zenmeister herzu. Der Zenmeister fragte, erfuhr die Sache und lehnte ab zu gehen. Die beiden Söhne taten inständig nochmals Reverenz und baten, den Vater von der Heimsuchung () zu erretten. So ging denn dieser Meister gemach und rezitierte den Anfangs-Abschnitt des Kwannon-Kapitels1. Da erlangte jener es zuletzt, daß es sich löste und er frei wurde. Nach diesem aber ward er gläubig (信心), tat ab das Verderbte und ging ein in das Rechte.

Paralelle

  1. Nur Konjaku monogatari-shū XX, 25 mit geringen Abweichungen.