日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Jemand macht sich lustig über einen, der ein Kapitel des Gesetzesblüten-Sutra liest und empfängt alsbald schlimme Vergeltung: sein Maul wird und bleibt schief

呰讀法華經品之人而現口喎斜得惡報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
昔山背國,有一自度,姓名未詳也.常作碁為宗.沙彌與白衣俱作碁.時乞者來,讀法華經品而乞物.沙彌聞之,輕咲呰,故戾己口,訛音效讀.白衣聞之,碁條恐曰:「畏恐矣!」白衣者,作碁每遍而勝;沙彌者,每遍猶負.於是,即坐沙彌口喎,斜令藥治療,終不直.法華經云:「若有輕咲之者,當世世牙齒疏缺,醜脣、平鼻、手腳繚戾、眼目角睞.」者,其斯之謂矣.寧託惡鬼,雖多濫言,而持經者,不可誹謗.能諫口業矣.
Ryō-Wiki

Einst war im Lande Yamashiro (山背) ein Jido Sami (自度1). Name und Zuname sind nicht bekannt geworden. Er spielte immer Go (2), das war seine Beschäftigung. Der Sami spielte zusammen mit einem Weißgewandigen (百衣) Go. Zu der Zeit kam ein Bettelnder vorbei, las ein Kapitel des Gesetzesblüten-Sutra und bat um etwas. Der Sami hörte es, lachte geringschätzig und machte sich lustig über ihn. Verdrehte also seinen Mund und äffte den Tonfall nach und las wie jener. Der Weißgewandige hörte es, zog den Go-Stein und sagte nur das Wort: „Furchtbar!“ Der Weißgewandige gewann bei jedem Go-Spiel und der Sami verlor nun jedesmal. Und während der Sami noch dasaß, wurde sein Maul (wirklich) schief und ob er auch mit Arzneien es wieder zurechtbringen wollte, der Mund wurde am Ende nicht wieder gerade. In dem Gesetzesblüten-Sutra heißt es: Sollte jemand darüber [oder: über diesen] geringschätzig lachen, dem sollen in all den Zeiten (當世之), häßlich anzusehen, die Zähne allenthalben ausfallen [so daß Lücken sind], die Lippen schwarz, die Nase flach, Hände und Füße krumm und verdreht, die Augen aus den Ecken schielend werden. – Das ist damit gesagt. Wieviel weniger darf einer, mag er gleich, von bösem Dämon berückt, allerlei wilde Worte sagen, einen, der das Sutra hält (und liest [持經]) schmähen! – Nimm wohl in acht des Mundes Tun!

Paralellen

  1. NR II, 18
  2. Konjaku monogatarishū XIV, 28 mit kleinen Varianten (ruft den Arzt; zitiert auch die Sutrastelle)
  3. Sanbō Ekotoba sehr kurz (II, 9)
  4. G: Am ursprünglichsten und charkteristischen.
  5. „Während der Tempyō-Jahre war im Bergland Sagara im Korai-Tempel der Priester Eijō und hatte (und las) die Hokke. Ein Ubasoku kam gewöhnlich zum Tempel. Eines Tages spielte Jō mit dem Ubasoku Go. Jedesmal wenn Jō einen Zug tat, sagte er: „Byaku-i! Byaku-i! (百衣)“. Der Ubasoku verzog schief seinen Mund und sagte seinerseits: „Eijō! Eijō!“ Plötzlich wurde des Ubasoku Mund von selber schief: Mit der Hand das Knie haltend, ging jener hinaus. Er war noch nicht zu Hause angelangt, da stürzte er zu Boden und starb.
  6. Hokke Kenki: 下巻, 96, ohne eigentliche Variante, betont nur ausdrücklich, daß der Sami zum Arzt ging und Arzneien anwandte. Nicht sprechen konnte er mehr. So nahe ist die Vergeltung. Schlußsatz (groß): Steht im NR.
  7. Nakamuras Englische Übersetzung (nur Text)