日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Ein fälschlich sich Sami nennender Mensch verderbter Meinung spaltet Laternen- und Pagoden-Holz und empfängt schlimme Vergeltung

邪見假名沙彌斫塔木得惡報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Text 
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石川沙彌者,自度無名,其俗姓亦未詳.所以號-石川沙彌者,以其婦河內國石川郡人也.其雖假容於沙彌,而繫心於賊盜.或詐稱-造塔,乞斂人之財物,退與其婦,買雜物而噉之.或住攝津國嶋下郡舂米寺,斫燒塔柱汙法.誰人莫過斯甚.終到嶋下郡味木里,忽得病,舉聲叫言:「熱乎熱乎.」豫離于地一二尺許.眾集見,或問曰:「何故如此叫?」答云:「地獄之火,來燒我身.受苦如此也,不可故問!」即日命終.嗚呼哀哉!罪報不空,何不慎歟?涅槃經云:「若見有人修行善者,名見天人;修行惡者,名見地獄.何以故定受報故?」者,其斯謂之矣.
Ryō-Wiki

Der Steinfluß-Sami (石川沙彌) war ein Jido (自度) ohne Name. Auch sein Laienname ist unbekannt. Daß man ihm die Bezeichnung Steinfluß-Sami gab, hat seinen Grund darin, daß seine Frau aus dem Steinfluß-Gau des Landes Kahachi (河内石川國郡; Nach Nakamura heutiger: Minami-kawachi-gun, Ōsaka-fu) war. Er borgte sich das Aussehen eines Sami, aber sein Herz hing gleichwohl an Raub und Diebstahl, sei es, daß er fälschlich angab, eine Pagode zu bauen und Geld und Gut von den Leuten zusammenbettelte und dann hinterwärts mit der Frau allerlei Sachen dafür kaufte und sie aufbrauchte1, sei es, daß er im Tsukishi-Tempel2 (春米寺) des Gaues Shimashimo3 des Landes Settsu wohnend, Laternen-und Pagoden-Pfosten zerspaltete. Er befleckte das Gesetz und führte die Menschen irre, so arg, daß es Ärgeres nicht gibt. Zuletzt, da er ins Dorf Ajiki (味木) im Gau Shimashimo kam, ward er plötzlich krank und schrie mit lauter Stimme: „Heiß! heiß!4“ und sprang in die Höhe, daß er wohl [ein,] zwei Ellen vom Boden entfernt war. Da liefen alle Leute zusammen und sahen es, und es fragten welche und sprachen: „Was ist's, daß du so schreist?“ Er antwortete und sagte: „Der Hölle Feuer ist gekommen und brennt meinen Leib, daher muß ich solche Qual leiden! Kommt mir deshalb nicht zu nahe!“ Und selbigen Tages ging sein Leben zu Ende.
O! traurig fürwahr! Und der Sünde Vergeltung ist nicht leer und nichtig! Wie sollten wir sie nicht scheuen? In dem Nirwana-Sutra heißt es: Wenn ein Mensch (ist und) gegenwärtig (in diesem Leben) Gutes tut, so ist sein Name den Engeln (天人) gegenwärtig; wenn er Böses tut, so ist sein Name in der Hölle gegenwärtig. Warum ist dies so? Weil gewißlich Vergeltung empfangen wird. Damit ist das gesagt.

Paralelle

  1. K: XX, 28, [XX, 38] mit geringen Varianten.