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Krabbe und Frosch loskaufen und freilassen und dafür sichtbar-gegenwärtig Vergeltung empfangen

贖蟹蝦命放生得現報緣
(蟹と蝦との命を贖ひて放生し、現報を得し緣)

Japanisch

Gunsho ruijū:
 1 , 2 
Text txt 置染臣-鯛女者,奈良京富尼寺上座尼-法邇之女也.道心純熟,初婬不犯.常懃採菜,一日不闕.奉供侍於行基大德.入山採菜,見之大蛇飲乎大蝦.誂大蛇曰:「是蝦免我.」不免猶飲.亦誂之曰:「我作汝妻.故幸免吾.」大蛇聞之,高棒頭而瞻女面,吐蝦而放.女期蛇曰:「自今日經七日而來.」然到期日,閉屋塞穴,堅身居內,誠如期來,以尾拍壁.女恐,明日白於大德.大德住在生馬山寺,而告之言:「汝不得免.唯堅受戒.」乃全受持三歸五戒,然還來.道不知老人,以大蟹而逢.問之:「誰老.乞蟹免吾.」老答:「我攝津國兔原郡人.畫問邇麻呂.年七十八,而無子息,活命無便.往於難波,偶得此蟹.但有期人,故汝不免.」女脫衣贖,猶不免可.復脫裳贖,老乃免之.然蟹持更返,勸請大德,咒願而放.大德歎言:「貴哉善哉.」彼八日之夜,又其蛇來,登於屋頂,拔草而入,女悚慄焉.唯床前,有跳爆之音.明日見之,有一大蟹.而彼大蛇,條然段切.乃知,贖放蟹報恩矣.并受戒之力也.欲知虛實,問于耆老,姓名遂無定委,耆是聖化也.斯奇異之事也.
Ryō-Wiki

Okiaorne no Omi Tahi-me (置染臣) war die Tochter der Hochsitz-Nonne (法邇) vom Tomi1-Nonnenkloster2 (富尼寺) der Hauptstadt Nara. Im Herzen lauter und heiß den (einen) Weg erstrebend, (道心純; Nakada: dōshin ōkinitashika) blieb sie keusch von allem Anfang an. Mit Eifer ging sie immer Kräuter3 zu pflücken und brachte, ohne auch nur einen Tag es zu unterlassen, Gyōgi Bosatsu Nahrung dar (und wartete sein). Da sie nun in die Berge ging und Kräuter pflückte, siehe, da wollte eine große Schlange einen großen Frosch verschlingen. Da handelte4 sie mit der großen Schlange und sprach: „Laß mir den Frosch!“ Sie ließ aber nicht, sondern schlang nur noch mehr zu. Da handelte sie weiter und sprach: „Ich will deine Frau werden; daher laß ihn mir guterweise!“ Die Schlange hörte es, erhob hoch den Kopf, sah das Gesicht des Mädchens groß an und spie den Frosch frei. Das Mädchen machte mit der Schlange ab und sagte; „Komm () heute in sieben Tagen!“ Als nun der angesagte Tag kam, verschloß sie das Haus, sperrte die Löcher zu, machte sich stark und war (so) im Hause. Wirklich kam (die Schlange) wie ausgemacht und schlug mit dem Schwanze an die Mauer. Da fürchtete sich das Mädchen, und andern Tags sagte sie es dem Daitoku. Der Daitoku weilte in dem Bergtempel Ikoma5, und er verkündete ihr und sprach: „Du kommst nicht los. Nur, was du tun kannst, ist: Halte streng an den Geboten!“ Da tat sie alles, den Dreien (Kleinodien) anzuhängen und die Fünf Gebote zu halten.

Hummer fangen
Eine moderne Version der Möglichkeit Tiere zu fangen und freizulassen bietet diese Maschine. Für 100 ¥ (500 ¥ für 6 Versuche) kann man mit dem Greifer versuchen, einen der im Tank schwimmenden Hummern zu angeln. (Aufnahme von Tom Krolak; Aufstellungsort: Spielhalle in Sapporo. Quirky Japan)

Da sie nun so auf dem Heimwege war, begegnete ihr ein alter Mann mit einer Krabbe. Sie fragte: „Wer bist du, Greis? Ich bitte, laß mir die Krabbe!“ Der Alte antwortete: „Ich bin aus dem Lande Settsu, Gau Ubahara, der Bildermeister Nimaro, an Alter 78 Jahre und habe nicht Kind noch Schwiegersohn. Da ich nicht habe, wovon zu leben, gehe ich nach Naniha. Da komme ich dann, wenn es sich trifft, zu Krabben. Doch weil es schon mit jemand ausgemacht ist, lasse ich sie nicht dir.“ Da zog das Mädchen ihr Gewand () aus und gab es ihm dafür; doch er willigte nicht ein, sie zu lassen. Da zog sie weiter ihren Rock aus und gab ihn dafür. Da ließ der Alte (sie ihr). Da nahm sie die Krabbe, ging wieder zurück, bat den Daitoku und ersuchte ihn, tat Spruch und Flehen und ließ sie [SB: im Talfluß] frei.

Der Daitoku seufzte (freudig) und sprach: „Wie edel! Gut!“ – In der Nacht dieses achten Tages kam wiederum die Schlange, stieg auf des Hauses First, riß das Gras weg und kam herein. Da war das Mädchen in großer Furcht. Nur, vor [in] dem Bette () war ein Geräusch, ein Lärmen und Rollen auf und ab. Da sie andern Tages nachsah, war da eine große Krabbe. Die hatte die große Schlange in Stücke zerhackt.

Wisse und verstehe: Die losgekaufte freigelassene Krabbe vergalt die Wohltat; das Halten der Gebote hat solche Kraft! Da sie nun, begierig zu wissen, ob es wirklich so sei oder nicht, mit Namen und Zunamen sich nach dem Alten erkundigte, war da überhaupt nichts davon. Daraus war gewiß zu wissen, daß der Alte ein Heiliger in Inkarnation; war. Das ist wundersames Geschehen.

Anmerkungen:

1) Geistiger Rang. Oberster der 三綱 Sangō: Tomi = jōza skr: sthāvira „Präsident“, „Ältester“; tera-ju = tera-nushi skr.: vihārasvāmin, „Vorsteher“, „Direktor“ zuständig für die weltlichen Affären des Tempels; (tsu)ina skr.: karmadāna, „Gebetsleiter“, „Prior“ zuständig für Mönchsangelegenheiten. Kleinere Tempel haben je einen, größere je zwei der beiden unteren Ränge. [ ▲ ]
2) Tomi no ama-dera. KY identifiziert dieses Kloster mit dem Ryūfuku-ji. Fukuyama ist der Meinung, es handle sich um verschiedene von Gyōgi gegründete Tempel (in: Narachō jiin no kenkyō; Kyoto 1948). [ ▲ ]
3) SB: Blumen; H. B.: 釆 wohl Druckfehler für: . [ ▲ ]
4) 誂 atoraeru, ist atsura(eru) meist im Handel gebraucht, mit Worten besprechen und zu etwas ermuntern, Order geben, den Kauf annehmen. [ ▲ ]
5) Ikoma-yamadera, der Tempel in dem Gyōgi beerdigt ist. (Heutiger: Ikoma-gun, Nara-ken). [ ▲ ]

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