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Jemand gelobt eine Pagode zu bauen, da wird ihm ein Mädchen geboren, das Reliquien mit der Hand umschlossen hält

將建塔發願時生女子捲舍利所產緣
(塔を建てむとして願を発しし時に、生める女子舍利を捲りて産れし緣)

Japanisch

Gunsho ruijū
Text txt 丹生直-弟上者,遠江國磐田郡之人也.弟上作塔發願,未造其塔而歷淹年,猶睠願果,每軫于懷.聖武天皇御世,弟上年七十歲,妻年六十二歲,懷妊生女.捲左方手,以所產生.父母怪之,開于捲手,彌增固捲,猶故不舒.父母愁曰:「嫗非時產子,根不具.斯為大恥.以因緣故,汝生我子.」迺不嫌棄,而慈哺育.漸隨長大,面容端正.年至七歲,開手示母曰:「見是物.」因瞻掌,有舍利二粒.歡喜異奇,告知諸人.諸人眾喜展轉.國司郡卿悉喜,引率知識,建七重塔,安彼舍利以供養了.今磐田郡部內建立磐田寺之塔是也.立塔之後,其子忽死.闓知,願無不得,願無不果者,其斯謂之矣.
Ryō-Wiki

Nibu no Atahi Otokami (丹生直-弟上) war ein Mann des Landes Tohotafumi, Gau Ihada. (遠江國磐田郡) Otokami tat das Gelübde, eine Pagode zu bauen. Lange Jahre verstrichen, und die Pagode kam nicht zustande. Und er sehnte sich, das Gelübde zu erfüllen, und empfand immer einen Schmerz im Busen.

Hokkiji Pagode
Hokkiji Pagode (685)2

Zur erlauchten Zeit Shōmu Tennō's, im 70. Jahre des Otokami ward seine 62 Jahre alte Frau schwanger und gebar eine Tochter. Die linke Hand fest geschlossen, ward sie geboren. Vater und Mutter wunderten sich und wollten die geschlossene Hand öffnen; aber sie schloß sie nur noch fester zusammen und streckte sie erst recht nicht auf. Vater und Mutter grämten sich, und er sagte: „Weib, zur Unzeit hast du ein Kind geboren; ihm fehlt es an der Wurzel; () es wird (uns) große Schande machen. – Grundes und Zusammenhanges halber bist du als unser Kind zur Welt gekommen.“ – Doch waren sie dem Kinde nicht mißgünstig und warfen es nicht weg, sondern erbarmend nährten sie es und zogen es auf; und indem es allmählich groß ward, ward sein Aussehen schön und stattlich. Als es an Jahren sieben Jahre alt war, öffnete es die Hand, zeigte sie der Mutter und sprach: „Sieh das da!“ Als sie nun die Hand beschaute, waren da zwei Reliquien.1 (舎利, shari) Da freute sie sich und wunderte sich und erzählte es allen Leuten. Alle Leute auch freuten sich und trugen es weiter. Der Statthalter, (國司) der Präfekt, alle freuten sich, zogen Fachleute (chi-shiki) herbei, errichteten eine siebenstöckige Pagode, stellten die Reliquien darin (als Heiligtum 安置) auf und brachten (regelmäßige) Opfer dar. Dies ist jetzt die Pagode des im Inneren des Ihata-Gaus gelegenen Ihata-dera. Nachdem die Pagode erbaut war, starb das Kind plötzlich, Offenkundig ist zu wissen: Was ein Gelübde ist, das wird (nicht nicht) erreicht; was ein Gelübde ist, das wird (nicht nicht) verwirklicht. Das ist damit gesagt.

Anmerkungen:

1) 舎利 (sari, auch: 室利羅). Transliteration von skr. śarīra, die Reliquien Buddhas (dann auch: 駄都, dhātu), denen allgemein Wunderkräfte zugeschrieben werden. Allgemeiner, alle bei der Kremation eines Mönches verbleibende Reste, wodurch der Grad seiner Heiligkeit angezeigt wird. [Leichenverbrennungen in Japan werden bei niedrigeren Temperaturen als in Europa durchgeführt. Es verbleiben immer feste Teile in der Asche, die von den, eine Kette bildenden, Angehörigen – mittels Stäbchen weitergegeben – in die Urne gelegt werden. Dies ist der einzige Anlaß, bei dem ein Japaner direkt etwas von einem Paar Stäbchen zum nächsten reicht.]
法舎利 sind die „geistigen Überreste“ Buddha's d. h. die Lehre. Vereinzelt wird fälschlicherweise im ch. Kanon das Zeichen „geschälter Reis“ śāli gegeben.
 ]
2) Zur Geschichte vgl.: Pauly, Ulrich; Entwicklung und Symbolik von Stūpa und Pagode; OAG Notizen, Nov. 2003 ]

Externer Weblink: Ikaruga: Hokiji Temple.

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