日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Des Kwannon-Holzbilds Hilfe empfangend, aus Königsnot entrinnen

被觀音木像之助脫王難緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.:
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3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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正六位上-大真-山繼者,武藏國多磨郡小河鄉人也.其妻-白髮部之氏女也.山繼為征人,賊地毛人打所遣.迴賊地之頃,彼妻為令脫賊難,作觀音木像,慇懃敬供.夫無災難,自賊地還來,發歡喜心,與妻相供.經之數年,帝姬阿倍天皇御世,天平寶字八年甲辰十二月,山繼遭賊臣-仲麿之亂,而羅於殺罪之例,入十三人類.誅十二人頸訖時,山繼心迷惑.彼奉作敬供觀音木像,呵嘖而言:「咄.汝何居此穢地哉?」舉足從項踰通,而為行騰.即見其頸張曳,將打殺時,敕使馳來言:「若大真山繼在此類耶?」答曰:「有之.今將誅殺.」使諫:「莫殺.唯當流罪於信濃國.」所流,然後不久召上,令官而多磨郡少領所任也.逢難所張曳其痕猶殘也.山繼脫殺全命之者,觀音助救也.故於己作善功德,發信至心,即大歡喜,被助脫災故.
Ryō-Wiki

Der den Geraden sechsten oberen Rang innehabende Atahi der Hasebe, Yamatsugu, (山繼) war ein Mann des Ortes1 Ogaha [Ogawa] Gau Tama, Land Musashi. Seine Gemahlin war eine Frau des Uji Shiragabe2. Yamatsugu ward ausgesandt, die Haarigen3 (毛人) zu schlagen. Da er nun in dem Räuberland umherzog, ließ seine Gemahlin, ihn vor Räuberunheil zu retten, ein hölzern Bild der Kwannon machen, ehrte es und opferte ihm inbrünstiglich. Der Gemahl kehrte sonder Unheil und Not vom Räuberlande zurück. Freudigen (gläubigen) Herzens brachte er mit der Gemahlin Opfer dar.


Shinano-kuni. (Ukiyo-e von Andō Hiroshige um 1830)

Mehrere Jahre vergingen, da wurde während der erlauchten Regierung der kaiserlich Herrscherin, der Himmlischen Majestät Abe, im Jahre Himmelswage-Kleinod-Zeichen, Holz-oben-Drachen (764) im 12. Monate Yamatsugu in die Wirren4 des räuberischen Ministers5 Nakamaro (仲麿) verwickelt. Dreizehn, darunter auch er, wurden zum Tode verurteilt. Zwölfen war schon der Nacken entzweigehauen. Zu der Zeit schwankten Yamatsugu die Sinne ["he had a strange vision"]. Die ehrfürchtig verfertigte, mit Opfer verehrte Holzbild-Kwannon schalt heftig und sprach: „Was willst Du auf diesem befleckten Erdboden?“ hob die Beine, ward, vom Halse6 an durchgehend7, zur Fellgamasche,8 und, da er gerade den Nacken hinstreckte und den Todesstreich empfangen sollte, kam ein kaiserlicher Bote in fliegender Eile: „Ist Yamatsugu, Atahi der Hasabe, unter der Schar?“ rief er. Sie antworteten und sprachen: „Er ist, er wird soeben hingerichtet.“ „Tötet ihn nicht!“ mahnte der Bote, „er soll vorerst nur nach Land Shinano in Verbannung geschickt werden.“ So wurde er denn verbannt; doch nicht lange hernach wurde er auf hohen Befehl () hin zum Amte erhoben und zum Shoryō (少領; Unterpäfekt) des Gaues Tama (多摩郡) ernannt. Noch blieb eine Narbe () an der Stelle, da er in dieser Not (den Nacken) hingestreckt hatte.
Kwannons Hilfe und Errettung war es, daß Yamatsugu dem Tode entrann und sein Leben ungestraft erhielt. Tut man darum Gutes, Verdienst und Tugend, entfaltet Glauben, müht sich mit äußerster Herzenskraft, da wird große Freude9. Denn solches läßt Hilfe zuteil und dem Unheil entrissen werden.