日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Miroku Bosatsu erwidert dem Gelübdeflehen und zeiget wundersame Gestalt

彌勒菩薩應於所願示奇形緣

Japanisch

Gunsho ruijū 1  2
Maeda-Mss.:
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3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
近江國坂田郡遠江里,有一富人.姓名未詳也.將寫瑜伽論,發願未寫而淹歷年.家財漸衰,生活無便.離家捨妻子,修道求祐.猶睠願果,常愁于懷.帝姬阿倍天皇御世,天平神護二年丙午秋九月,至一山寺,累日止住.其山寺內,生立一柴.其柴枝皮上,忽然化生彌勒菩薩像.時彼行者,見之仰瞻,巡柴哀願.諸人傳聞,來見彼像.或獻俵稻.或獻錢衣.及以供上一切財物,奉繕寫瑜伽論百卷,因設齋會,既而其像奄然不現.誠知,彌勒之高有兜率天上,應願所示.願主下在苦縛凡地,深信招祐.何更疑之也.
Ryō-Wiki

See Hamana totsu umi, Totōmi. (Ukiyo-e von Andō Hiroshige um 1830)

Im Lande Afumi, im Gau Sakada, im Dorfe (Sato) Tohotsu-afumi,1 war ein reicher Mann. Familien- und Zunamen sind nicht bekannt. Der hatte ein Gelübde () getan, das Yoga-Śāstra2 abzuschreiben, und lange Jahre waren verstrichen, ohne daß er es abgeschrieben hätte. Haus und Vermögen schwand allmählich dahin, und er hatte nicht mehr, wovon zu leben. Er trennte sich von seinem Hause, ließ Frau und Kinder dahinten, übte den Weg und trachtete so, sein Leben zu gewinnen. Nun erst recht flehte er, das Gelübde zu erfüllen, und war immer im Herzen darüber bekümmert.

Zur erlauchten Zeit der Kaiserlichen Herrscherin, der Himmlischen Majestät Abe, im 2. Jahre Himmelswage-Gottesschutz, Feuer-oben-Roß (766), im Herbste, im 9. Monat, kam er in einen Bergtempel und blieb daselbst eine Reihe von Tagen wohnen. Innerhalb dieses Bergtempels stand und sproßte Gebüsch (). Plötzlich erschien auf der Rinde der Zweige dieses Gebüsches des Miroku Bosatsu Gestalt. Da erblickte dieser Gyōja (行者) es; ehrfurchtsvoll aufschauend umwandelte er das Gebüsch und bat mit Seufzen und mit Flehen.
(Alle) Leute hörten davon, kamen und sahen die Gestalt, brachten Säcke Reis dar oder brachten Geld und Kleider dar, und er nahm alle die geopferten Güter, ließ dafür das Yōga-Śāstra hundert Bände aufs beste abschreiben und hielt dementsprechend eine Fastenversammlung ab. (齋會). Und schon ward jene Gestalt unversehens unsichtbar. Wisse wahrlich: Miroku, (ob auch) hoch im Tosotsu-Himmel oben, erwies sich, er erwiderte dem Gelübdeflehen; der Beter (願主), ob auch unten in der schmerzgefesselten gemeinen Welt, winkte doch tief glaubend (Himmels-)Hilfe () herbei. Wie sollte man je noch Zweifel darin haben?

Paralellen

  1. K: XVII, 34 mit geringsten Änderungen, so daß Text des NR vorgelegen zu haben scheint.