日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Das den Vorschriften gemäß abgeschriebene Hokke-Sutra verbrennt nicht im Feuer

如法奉寫法華經火不燒緣

Japanisch

Gunsho ruijū:
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Maeda-Mss.:
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3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
牟婁沙彌者,榎本氏也.自度無名.紀伊國牟婁郡人,故字號-牟婁沙彌者.居住安諦郡之荒田村,剃除鬢髮,著袈裟,即俗收家,營造產業.發願如法清淨奉寫法華經一部.專自書寫.每大小便利,洗浴淨身,自就書寫筵以還,逕六箇月,乃繕寫畢.供養之後,入於塗漆皮筥,不安外處,置於住室之翼階,時時讀之.神護景雲三年,歲次己酉,夏五月廿三日丁酉,午時,發火總家,皆悉燒滅.唯彼納經之筥,有於盛爝火之中,都無所燒損.開筥見之,經色儼然,文字菀然.八方人視聞之,無不奇異.諒知,阿東練行尼,所寫如法經之功玆顯,陳時王與,讀經免火難之力再示.
 贊曰:「貴哉,榎本氏.深信積功,寫一乘經.護法神衛,火呈靈驗.是不信人改心之能談.邪見人輟惡之穎師矣.」

Ryō-Wiki

Kesa0 (kaṣāya)

Der Sami von Muro war ein Enomoto no Uji (榎本氏) Jido seiend, führte er keinen Namen. Er war aus dem Gau Muro des Landes Kihi; (紀伊國) daher ward sein Name (asana) Sami von Muro (牟婁沙彌, Nakada: heute im Wakayama-ken) genannt. Er wohnte im Dorfe Wildfeld (荒田村 [あらたむら] ) des Gaues Atago, (安諦郡) hatte sein Haupthaar geschoren und trug eine Priesterschärpe (kesa), führte aber doch wie ein Nicht-Geistlicher Haus (und Familie) und lag Erwerbsgeschäften ob.

Er hatte das Gelübde getan, den Vorschriften gemäß in voller Reinheit ein Buch des Gesetzesblüten-Sutra abzuschreiben, und schrieb daher selbst eigens ab, wusch und badete sich bei jedem großen oder kleinen Stuhlgang und hielt sich rein. Seit er auf die Matte zu schreiben sich gesetzt, waren sechs Monate dahingegangen [und immer saß und schrieb er], und da er es nun aufs beste zu Ende abgeschrieben und Opfer dargebracht hatte, legte er es in ein Lacklederbehältnis und tat es nie anderswohin, gab diesem auf den Flügelstufen (翼階) des Wohngemachs seinen Platz und las es zu vielen Malen. In dem in das dritte Jahr Gottesschutz-Glückswolken, Erde-unten-Hahn fallenden Sommer, im fünften Monat am 23. Tage Feuer-unten-Hahn (1. Juli 769), zur Stunde des Rosses, brach Feuer aus, und unversehens ging das Haus samt und sonders im Feuer zugrunde. Nur das Behältnis, welches das Sutra enthielt, erlitt inmitten des hellauflodernden Großfeuers keinerlei Feuerschaden. Da man das Behältnis öffnete und sah, so war des Sutra Aussehen prächtig-würdig, die Schriftzeichen waren nicht anders, als sie immer gewesen. Die Menschen der acht Himmelsrichtungen sahen und vernahmen es; da war niemand, der sich nicht wunderte.

Gatha

Wisse wahrlich: Des von Ho-dung's (geistliche Werke) übender Nonne1 dem Gesetze Buddhas gemäß abgeschriebenen Sutra Verdienst(kraft) wird hier offenbar. Die Kraft, welche die zur Tschen-Zeit (Ch'en; 陳時) das Sutra lesende Wang-yü-nü der Feuersnot entgehen ließ, zeigt sich ein zweites Mal. Die Gātha sagt:

Vortrefflich fürwahr
Enomoto Uji, —
tief gläubig häuft er Verdienst,
das Ein-Gefährt-Sutra2 schreibt er;
des Gesetzes schützende Gottheit3 hält Wache,
das Feuer tut Geisteserweisung (霊験) kund.

Das ist Kunde fähig, Ungläubiger Herzen zu wandeln. Das ist Meister gewaltig, Verderbter Böses zu hemmen.

Paralellen

  1. K: XII, 29. Mit geringfügigen Veränderungen. Den Schlusse von „wisse wahrlich“ läßt K weg.
  2. Myōhōki: I, „Des von Ho-dung's (geistliche Werke) übender Nonne.“