日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Auf beiden Augen blinder Mann ruft verehrend der tausendhändigen Kwannon Nichimani-Hand

二目盲男敬稱千手觀音日摩尼手以現得明眼緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.:  1  2
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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奈良京藥師寺東邊里,有盲人.二眼精盲.歸敬觀音,稱念日摩尼手,明眼闇.晝坐藥師寺於正東之門,披敷布巾,稱禮日摩尼手之名.往來之人,見哀之者,錢米穀物,施置巾上.或坐巷陌,稱禮如上.日中之時,聞打鐘之音,參入其寺,而就眾僧乞飯,命活而經數年.至帝姬阿倍天皇之代,不知二人來云:「汝矜,故我二人治汝盲目.」左右各治了,語言:「我逕二日,必來是處.慎待不忘.」其後不久,倏二眼明,平復如故.當期日待,終復不來.
 贊曰:「善哉,彼二目盲者.現生開眼,遠通太方.捨杖空手,能見能行.」誠知,觀音德力,盲人深信也.

Ryō-Wiki

1000armige Kuan-yin (Xuang Gao-Tempel in Kaifeng)

In einem Dorfe in der Gegend östlich des Yakushi-Tempels (薬師寺) von Nara war ein Blinder. Beide Augen waren blind1. Er hing verehrend der Kwannon an und rief und sann die Nichimani-Hand2, daß sein Augendunkel möchte gelichtet werden. Am Tage saß er am Geraden Osttor des Yakushi-Tempels, hatte ein Handtuch2 vor sich ausgebreitet und rief lobpreisend den Namen der Nichimani-Hand.

Die (des Wegs) Kommenden und Gehenden sahen den Jammernswerten und legten Geld, Reis-, Korn-Almosen auf sein Tuch. Oder er saß an Wegkreuzungen und rief verehrungsvoll, wie oben gesagt. Wenn er zur Stunde mitten am Tage die Glocke anschlagen hörte, ging er in den Tempel daselbst hinein, von den versammelten Priestern Essen zu erbitten. So brachte er sein Leben viele Jahre hin.

Gatha
Gatha aus Gunsho Ruijū, Bd 8, S 97

Als es zur Regierung der Kaiserlichen Herrscherin, der Himmlischen Majestät Abe gekommen war, kamen zwei unbekannte Männer, die sagten: „Dir wohlzutun, wollen wir beide deine blinden Augen heilend behandeln.“ Und nachdem sie eines wie das andere, das linke und das rechte heilend behandelt hatten, sagten sie: „Wir werden nach zwei Tagen bestimmt wieder hierher kommen. Nimm wohl in acht, daß du nicht vergißt, zu warten.“ Nicht lange darnach wurden plötzlich seine Augen hell und wurden wieder, wie sie ursprünglich gewesen. Am bestimmten Tage wartete er, aber sie kamen am Ende nicht. — Die Gātha sagt:

O des Guten!
Dem auf beiden Augen Blinden
tun im gegenwärtigen Leben sich die Augen auf.
Fernhin in die große Ferne dringt er (schauend);
weg wirft er den Stab! die Hände frei!
trefflich sieht er, trefflich geht er!

Verstehe und wisse wahrhaft: der Kwannon Tugendkraft, des Blinden tiefen Glauben.

Paralellen

  1. K: XVI, 23. Mit geringen Abweichungen (Berühren der Hand)
  2. Beobachte den Zusammenhang mit III, 11