日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Jemand redet übel von den Fehlern einer Frau, die das Gesetzesblüten-Sutra abschreiben läßt, und alsbald wird sein Mund schief

誹奉寫法華經女人過失以現口喎斜報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
粟國名方郡埴村,在一女人.忌部首. 字曰-多夜須子.白壁天皇代,是女奉寫法華經於麻殖菀山寺.于時,麻殖郡人-忌部連-板屋,舉顯彼女人之過失,以誹謗故,即口喎斜,面戾於後,而終不直.法華經云:「謗受持此經者,諸根闇鈍,矬陋攣躄,盲聾背傴.」又云:「見受持是經者,出其過惡,若實若不實,此人現世得白癩病.」者,其斯謂也矣.當慎信心.應讚彼德,不謗其缺.蒙大災故矣.
Ryō-Wiki

Im Lande Aha, im Gau Nagata (粟國名方郡埴村), im Dorfe Hani war eine Frau, Haupt (Obito) der Imube1 der Asana hieß Tayasuko — Zur Zeit der Himmlischen Majestät Shirakabe [Kōnin] ließ diese Frau das Gesetzesblüten-Sutra im Sonoyama-Tempel des Gaues Wo-e2 (麻殖郡苑山寺) abschreiben.

Zu der Zeit stellte der Muraji der Inube Itaya (忌部連-板屋), ein Mann des Gaues Wo-e, dieser Frau Fehle ans Licht und redete verleumderisch. Daher wurde alsbald sein Mund schief, das Vordere wandte sich nach hinten und ließ sich letztlich nicht bessern. Das Gesetzesblüten-Sutra sagt: „Wer den schmäht, der das Sutra aufnimmt und hält (持經), des Grundkräfte3 verfinstern und verstumpfen, zerbrechen und verfallen; lahm wird er an Händen und Füßen, blind und taub wird er, verkümmert sein Rücken. Wiederum sagt4 es: „Wer den siehet, der dies Sutra aufnimmt und hält, und dessen Fehler und Böses hervorbringt, sei es Wahrheit, sei es Unwahrheit, der empfängt in diesem Leben die Krankheit des weißen Aussatzes.“ Damit wrd von jenem gesprochen. Darum gilt es ehrfürchtig-achtsam glaubensvollen Herzens zu sein, jener Tugenden preisen von ihren Mängeln nicht übel zu reden, da dies die Quelle großen Übels ist.

Paralellen

  1. K: XIV, 24, mit geringen Varianten. Asana Yasuko, Itaya wollte der Frau übel; die beiden sagten, der schiefe Mund sei Strafe u.s.f.