日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Jemand nimmt andrer Leute Gut, indem er das Pfund schwer macht, schreibt andrerseits das Gesetzes-Blütensutra ab und empfängt dafür gegenwärtig-sichtbar gute sowie böse Vergeltung

重斤取人物又寫法華經以現得善惡報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.:  1  2
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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他田舍人-蝦夷者,信濃國小縣郡跡目里人也.多富財寶,錢稻出舉.蝦夷奉寫法華經二遍,每遍設會,講讀既了.後復思議,猶不足心,更敬繕寫.唯未供養.寶龜四年癸丑夏四月下旬,蝦夷忽率.而死妻子量言:「丙年之人,故不燒失. 丙年之人,質屬火性,遂不宜火葬.」點地作塚,殯以置之.死經七日,而甦告言:「使有四人,共副將往.廣野,次有卒坂.登於坂上,觀有大觀.於是峙視前路,多有數人,以箒掃路言:『奉寫法華經之人,從此路往,故我等掃淨.』即至待禮.前有深河.廣一町許.其河度椅.度椅者,渡橋也. 有數人眾.其椅修理言:『奉寫法華經之人,從此椅度,故我修理.』到便待禮.到椅彼方,有黃金宮,其宮有王.椅本有三衢.一道廣平,一道草小生,一道以藪而塞.立蝦夷於其衢,一人入宮曰:『召.』王見之言:『此奉寫法華經之人.』即示於草小生道言:『從此道將來.』四人副至熱鐵柱,所令抱彼柱.編鐵熱燒,著背而押.歷三日夜,令抱銅柱.編銅甚熱,著背而押.又逕三日,極熱如爝.鐵銅雖熱,非熱非安.編鐵雖重,非重非輕.惡業所引,唯欲抱荷.合歷六日乃出.三僧問蝦夷言:『汝知此意不也?』答:『不知也.』僧復問言:『汝作何善?』答:『我奉寫法華經三部.唯一部未供養之也.』札出三枚,二枚金札,一枚鐵札.亦斤出二枝,一枝重倍稻一把,一枝輕減稻一把.于時,僧言:『校札之者,實如汝曰.敬寫三部法花大乘也.雖寫大乘,而作重罪.所以者何.汝用斤二,出舉之時,用於輕斤,徵納之日,用於重斤,故召汝耳.今者忽還.』還來,如前多人以箒掃道,作椅言:『奉寫法華經之人,從閻羅王宮還來之.』度彼椅畢,纔見甦還.」然而後戴所寫之經,增發信心,講讀供養.誠知,作善來福,作惡來災.善惡之報,終不朽失,並受二報.唯專作善,不可作惡矣.
Ryō-Wiki

Wosada no Toneri Ebisu1 (他田舎人蝦夷) war ein Mann des Dorfes Atome, Gau Chihisagata, Land Shinano (信濃國小県郡跡目里).
Reich an vielen Gütern und Schätzen, lieh er Geld und Reis auf Zinsen aus. Zweimal geschah es, daß Ebisu das Gesetzesblüten-Sutra abschreiben ließ. Jedesmal ward eine Versammlung abgehalten, Vortrag und Lesung (講読) wurden völlig vollendet. Hernach, abermals als er nachsann, genügte dies noch immer seinem Herzen nicht. Aufs neue ließ er ehrerbietige Abschrift wiederholen. Nur war jedoch das Opfer noch nicht dargebracht, da starb Ebisu im Schatz-Schildkröten 4. Jahre Wasser-unten-Stier im Sommer (772), in der letzten Dekade des 4. Monats plötzlich dahin.
Seine Frau beriet sich, ratschlagte und sprach: „Da er ein Mann des Feuer-oben-Jahres ist, soll er nicht verbrannt werden, bestimmte einen Platz, ließ einen Hügel2 machen und ihn vorläufig beisetzen. Sieben Tage, nachdem er gestorben, erwachte er wieder zum Leben und sagte: „Vier Boten waren da, die gingen mit mir fürbaß. Erst durchschritten wir weites Feld. Dann kam ein steiler Hang. Als wir den erklommen und schauten, war da eine weite Schau. Sah man auf diesem Steilhang den Weg weiter, so waren da viele Leute, die kehrten mit Besen den Weg und sprachen: „Es kommt jemand dieses Weges, der das Gesetzes-Blütensutra abschreiben ließ. Daher kehren wir sauber und, kam ich dahin, so warteten sie mein und verneigten sich. Vorn war ein tiefer Fluß, etwa, einen Cho () breit; eine Brücke ging hinüber. Eine Menge Menschen waren da, setzten die Brücke instand und sprachen: Es kommt jemand über diese Brücke gegangen, der das Gesetzes-Blütensutra abschreiben ließ; darum setzen wir sie instand. Und als ich dahin kam, warteten sie mein und verneigten sich. Jenseits der Brücke war ein Palast von rotem Golde. In dem Palast war ein König. Am Ende der Brücke3 gabelte sich der Weg in drei4 Wege. Der eine Weg war breit und eben; auf dem andern Wege wuchs ein wenig Gras; der dritte Weg war voll Gestrüpp, das den Weg sperrte. Sie ließen Ebisu an der Weggabelung stehen und einer ging in den Palast hinein und sprach: „Er ist herbeschieden.“ Der König blickte und sprach: „Das ist der, der das Gesetzes-Blütensutra abschreiben ließ,“ deutete auf den Weg, wo ein wenig Gras wuchs und sagte: „Führt ihn diesen Weg voran.“

Die vier gingen mit ihm und kamen zu einem Orte mit heißer Eisensäule und ließen ihn die Säule umarmen, legten Eisenplatten5 glühend heiß auf seinen Rücken; die preßten ihn. Drei Tage und Nächte vergingen, da ließen sie ihn eine Kupfersäule umarmen, legten Kupferplatten furchtbar heiß auf seinen Rücken, die preßten ihn. Wieder vergingen drei Tage. Wie lohende Glut war die furchtbare Hitze. Doch wiewohl Eisen und Kupfer (so) heiß waren, erschienen6 sie nicht heiß und erschienen nicht erkaltet. Wiewohl die Eisenplatten schwer waren, erschienen sie nicht schwer und erschienen sie nicht leicht. Weil er böse Taten getan hatte, hatte er nichts zu tun als zu umarmen und zu tragen.

Zusammen vergingen sechs Tage, da fragten drei Mönche, welche kamen, den Ebisu und sprachen: „Verstehst du den Sinn von dem allem?“ Ich antwortete: „Ich verstehe ihn nicht.“ Die Mönche fragten weiter und sprachen: „Was hast du Gutes getan?“ Ich antwortete: „Ich habe dreimal das Hokke-Sutra schreiben lassen. Nur ist eine (Abschrift) noch nicht mit Opfer versehen.“ Sie zogen drei Streifen7 hervor; zwei Streifen waren von Gold, einer von Eisen. Auch brachten sie zwei Pfundgewichte hervor. Das eine war schwer, um eine Handvoll () Reis vermehrt; das andere war leicht, um eine Hand voll Reis vermindert. Da sagten die Mönche: „Nach Prüfung der Streifen ist es in der Tat, wie du gesagt. Ehrend schriebest du dreimal das Gesetzes-Blüten-Groß-Gefährt. Doch wiewohl du das Große Gefährt abschriebest, hast du schwere Sünde getan. Nämlich was? – Du hast zweierlei Pfund gebraucht; wenn du auf Wucher ausliehest, hast du das leichte Pfund gebraucht; an dem Tage, da du einfordertest, gebrauchtest du das schwere. Daher nur wurdest du herbeschieden. Kehre unverzüglich nun zurück! So sprachen sie. Und als ich zurückging, waren wie vordem viele Menschen, fegten mit Besen den Weg, bereiteten den Steg und sagten: „Der das Gesetzes-Blütensutra schrieb, kehrt von König Enra's Palaste zurück.“ Da ich jenen Steg zu Ende überschritten hatte, siehe da war ich mit einem Mal im Leben wieder.“ So nahm er denn jenes Sutra, das er hatte schreiben lassen, und wahrhaft glaubensvoll tat er Vortrag und Lesung und brachte Opfer dar.

Wisse und verstehe wahrhaft: Tue Gutes, und Segen naht; tue Böses, und Unheil naht. Des Guten und des Bösen Vergeltung verrottet und verliert sich nicht. Miteinander empfing er beiderlei Vergeltung. Tue du einzig das Gute! Tue nicht das Böse!

Paralellen

  1. Ähnlich II, 5; II, 16; III, 23; III, 37