日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Dinge des Tempels gebrauchen, hinwiederum ein Gelübde tun, das Große Weisheits-Sutra schreiben zu lassen, und dafür sichtbar-gegenwärtig gute und schlimme Vergeltung empfangen

用寺物復將寫大般若建願以現得善惡報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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NR NIP TEXT
Ryō-Wiki

Oshikatsu, Muraji von Ohotomo, war ein Mann des Ortes Otome1, Gau Chihisagata, Land Shinano (信濃國小県郡孃里). Die Muraji von Ohotomo (大伴連) wurden Eines Sinnes, schufen inmitten des Ortes eine Tempel-Halle und machten sie zum Tempel des Geschlechtes (uji). Oshi-Katsu, aus dem Wunsche heraus, das Große Weisheits-Sutra2 zu schreiben, tat ein Gelübde, sammelte dafür, ließ sich die Haare scheren, zog die geistliche Schärpe an, empfing die Gebote, übte geistlichen Wandel und wohnte für gewöhnlich in der Halle.

Im 5. Jahre Schatz-Schildkröte (774), Holz-oben-Tiger im Frühling, im 3. Monat wurde er plötzlich von Leuten verleumdet, von Danotsu (壇越) der Halle übel geschlagen, so daß er starb. — Die Danotsu waren Oshikatsu's Stamm-verwandt.3 — Die Familie4 pflog Rates und sprach: „Da über Mordschuld abgefunden werden soll, darf er nicht sogleich im Feuer vernichtet werden,“ belegten einen Platz, schufen einen Grabhügel () und stellten Oshikatsu vorläufig bestattet hin.
Nach fünf Tagen jedoch kam er wieder zum Leben, erzählte der Familie und sprach: „Fünf Boten gingen mir zur Seite und schritten mit mir rasch voran. An dem Weg, den wir schritten, war ein sehr steiler Hang. Da wir auf den Hang hinaufstiegen und zögernd blickten, waren da drei Wege. Ein Weg war eben und breit; ein Weg war verwildert, Gras wuchs darauf; ein Weg war durch Gestrüpp versperrt. Inmitten der Weggabelung war der König. Die Boten meldeten: 'Er ist herbeschieden.' Der König wies auf den ebenen Weg und sagte: 'Führt ihn diesen Weg.' Die fünf Boten führten mich voran. Am Ende des Weges war ein großer Kessel. Das heiße Wasser sprühte Flammen gleich; es kochte und siedete wie Wogen; es zischte und dröhnte Donner gleich. Da nahmen sie Oshikatsu und warfen ihn bei lebendigem Leibe stracks in den Kessel. Da war der Kessel kühl, zerbarst und brach in vier Teile. Da kamen drei Mönche her und fragten Oshikatsu und sprachen: 'Was hast du Gutes getan?' Er antwortete: Ich habe Gutes nicht getan; nur war mein Wunsch, sechshundert Faszikel des Großen Weisheits-Sutra zu schreiben. Daher tat ich vorher das Gelübde, habe aber bis jetzt noch nicht geschrieben. Da zogen sie drei Eisenstreifen heraus, und als sie auf diesen nachsahen, war es, wie er gesagt hatte. Die Mönche sprachen zu ihm und sagten: 'In der Tat hast du das Gelübde getan, Haus und Hof verlassen und geistlichen Wandel geübt Doch wiewohl dies Gute vorhanden ist, hast du vielfältig Sachen der Halle, in der du wohntest, verwandt. Deshalb ward deine Person gefordert.5 Nunmehr kehre um, vollende das Gelübde und bezahle Buße für die Sachen der Tempelhalle!' Da ward ich freigeben und kehrte um, kam an der Drei-Wege-Gabelung vorüber, und, da ich den Hang hinabging, alsbald siehe da, war ich wieder in dies Leben zurückgekommen. Dies ist Schuld, die wir herbeiführen. Die Hölle hat nicht Schuld. Das Große-Weisheits-Sutra (大般若經) sagt: „Ist es an Geld ein Heller () nur, es mehr und mehrt sich; bis zum zwanzigsten Tage sind es hundertvierundsiebzig-mal-zehntausend-und-drei Pfund und neunhundertachzig Heller. Darum verwende diebisch auch nicht einen Heller Geldes! Das ist damit gesagt.

Paralellen

  1. K: XIV, 30, dem deutlich das NR vorliegt. Schlußsatz verändert.