日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Im großen Meere treiben, ehrend Shaka-Buddha's Namen nennen und Errettung des Lebens erlangen

漂流大海敬稱尺迦佛名得全命緣

Japanisch

Gunsho ruijū
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Maeda-Mss.:   1  2 3
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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長男-紀臣-馬養者,紀伊國安諦郡吉備鄉人也.小男-中臣連-祖父麿者,同國海部郡濱中鄉人也.紀-萬侶朝臣,居住於同國日高郡之潮,結網捕魚.馬養、祖父丸二人,傭賃而受年價,從萬侶朝臣,晝夜不論,苦行駈使,引網捕魚.白壁天皇世寶龜六年乙卯夏六月六日,天卒吹強風,降暴雨,潮漲大水,流出雜木.萬侶朝臣,遣于駈使,取於流木.長男、小男二人,取木編桴,乘於同桴,拒逆而往.水甚荒,忽絕繩解栰,過潮入海.二人各得一木,以乘漂流於海.二人無知,唯,稱誦:「南無無量,災難令解脫.尺迦牟尼佛.」哭叫不息.其小男者,逕之五日,其日夕時,淡路國南西田町野浦,燒鹽之人住處,僅依泊也.長男-馬養,後六日寅卯時,同處依泊也.當土人等見之,問來由,狀知愍養,申當國司.國司聞見之,悲賑給糧.小男歎曰:「從殺生人,受苦無量.我亦還到,彼又駈使,猶聿不止殺生之業.」留淡路國國分寺,從其寺僧.長男逕之二月,歸來本土.妻子見之,面目漂青.驚怪之言:「入海溺死,逕七七日,而為齋食,報恩既畢.不思之外,何活還來.若是夢矣.若是魂矣.」馬養向妻子,具陳先事.於是妻子聞之,相悲相喜.馬養發心厭世,入山修法.見聞之者,無不奇矣.海中雖多難,而全命存身,寔尺迦如來之威德,海中漂人之深信矣.現報猶如是.況後報也.
Ryō-Wiki

Ergänzungen aus dem K sind derartig kenntlich gemacht.

Uma-Kahi, der Großsohn, Omi von Ki1 war ein Mann des Ortes Kibi, Gau Ata, Land Kihi (紀伊國吉備郷). Der Jungsohn Ojimaro, Muraji von Nakatomi, war aus des gleichen Landes Meervolk-Gau Ort Strandmitten (浜中郷). Der Asomi Ki no maro (紀-萬侶朝臣) wohnte an des gleichen Landes Hidaka-Gaues Bucht2, flocht Netze und fing Fische.


Inlandsee (ca. 1935)

Die beiden, Uma-Kahi und Ojimaro, taten, von ihm gedungen, Dienst und erhielten Jahreslohn. Maro no Asomi folgend taten sie, einerlei ob Tag oder Nacht, Fron; zogen die Netze und fingen Fische. Zur Zeit der Himmlischen Majestät Shirakabe im sechsten Jahr Schatz-Schildkröte (775), Holz-unten-Hase, im Sommer, im sechsten Monat, am sechsten Tage blies der Himmel plötzlich heftigen Wind, schüttete gewaltigen Regen herab, Hochwasser schwoll in der Bucht; allerlei Baumstämme trieben herzu. Maro no Asomi sandte die Dienstleute, das Treibholz zu fassen. Die beiden, der Großsohn und der Jungsohn, banden ein Floß, stiegen auf das gleiche Floß und arbeiteten der Strömung entgegen. Das Wasser war sehr wild und zerriß plötzlich die Stricke; das Floß löste sich, und sie trieben die Bucht hindurch aufs Meer hinaus. Die beiden Männer hatten jeder einen Baumstamm und trieben darauf im Meere. Die beiden wußten nichts (mehr), riefen nur: „Namu! von der grenzenlosen Not errette uns, Shakamuni-Buddha!“ heulend schreiend ohne Unterlaß.

Nach fünf Tagen, am Abend jenes Tages, kam der Jungsohn im Südwasser des Ahaji-Landes in der Bucht von Tamachino (田町野浦) mit Mühe und Not einem Platz nahe, da Salzsieder wohnten, und hielt da. Der Großsohn Uma-Kahi kam nach sechs Tagen zu der Zeit des Tigers (und) Hasen dem gleichen Platze nahe und hielt da. Jenes Landes Leute sahen (sie) und fragten, wieso sie gekommen, und erfuhren, was gewesen, und nahmen sie wohltätig auf und erstatteten der Behörde jenes Landes Bericht. Die Landesbehörde hörte und sah schmerzergriffen und gewährte ihnen gütig Unterhalt (). Der Jungsohn sprach seufzend: „ Lebentötendem Mann folgend, empfängt man unermeßliche Pein. Wenn ich wiederum zurückgekehrt sein werde, werde ich wieder harten Dienst tun müssen, und nie wird das lebentötende Geschäft enden.“ So blieb er in einem Landes-Zweigtempel des Ahaji-Landes und folgte dieses Tempels Priester. Der Großsohn kehrte nach zwei Monaten in sein altes Land zurück. Weib und Kinder sahen (ihn); es schwamm ihnen grün und blau vor den Augen. Bestürzt und entsetzt riefen sie: „Wo du doch im Meer ertrunken bist! Und die sieben mal sieben Tage sind vorbei, und Fastenspeise ward jeweils bereitet, und die Wohltat-Vergeltungsfeiern (報恩 [hier zum Ritus geworden]) sind zu Ende vollführt! Was kommst du wider alles Vermuten lebend zurück? Ist's ein Traum? Oder bist du ein Geist?“ Umakahi erzählte Weib und Kindern im Einzelnen das Vorige. [K: Aus Sehnsucht und Liebe zu euch kehrte ich wieder hierher zurück. Oji dagegen will das Morden enden und ist in jenem Lande geblieben, wo er in einem Landeszweigtempel den Wandel übt.] Da hörten es Weib und Kind, und sie jammerten miteinander und freuten sich miteinander. Umakahi entfaltete den (Glaubens-)Sinn, verschmähte die Welt, ging zu einem Berge3 und übte das Gesetz (Buddha's). Da war niemand, der ihn sah oder von ihm hörte, den das Geschehnis nicht verwundert hätte.

Trotz vieler Nöte mitten im Meere das Leben erhalten, den Leib bewahren, das ist Shaka Nyorai's machtvolle Tugend (威徳) und der im Meere treibenden Männer tiefes Glauben. Wenn die gegenwärtige Vergeltung schon so ist, wie vollends wird die des zukünftigen Lebens sein!

Paralellen

  1. K: XII, 14. Text des NR liegt offensichtlich vor. Nur zu Anfang unterscheidet sich K durch summarische Bemerkung über Kinomaro.
Siehe auch: 中村史; 諸国正月斎会と大安寺釈迦悔過をめぐる説話―『日本霊異記』下巻第二十五縁・上巻第三十二縁を中心として; in: 論究日本文学, 56号 (平 4年 5月).