日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Das Haupt eines 16-Ellen-Miroku-Buddha's, von Ameisen zerbissen, tut wundersame Zeichen

彌勒丈六佛像其頸蟻所嚼示奇異表緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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紀伊國名草郡貴志里,有一道場.號曰-貴志寺.其村人等,造私之寺,故以為字也.白壁天皇代,有一優婆塞,而住其寺.于時,寺內音而呻言:「痛哉!痛哉!」其音如老大人之呻.優婆塞初夜思疑行路之人得病參宿.起巡堂內,見堂無人.其時,有塔木.未造淹仆伏而朽.疑斯塔靈矣.彼病呻音,每夜不息.行者不得聞忍,故起窺看,猶無病人.然最後夜,倍於常音,響于大地,而大痛呻.猶疑塔靈也.明日早起,見堂內,其彌勒丈六佛像頸,斷落在土.大蟻千許集,嚼摧其頸.行者見之,告知檀越.檀越等悵,復奉造副,恭敬供養矣.夫聞,佛非肉身.何有痛病.誠知,聖心示現.雖佛滅後,而法身常存.常住不易.更莫疑之焉.
Ryō-Wiki

Im Lande Kihi (紀伊國), im Gau Nagusa, im Dorfe Kishi (貴志里) war eine geistliche Übungsstätte. Mit Namen ward sie Kishidera genannt. Die Leute dieses Dorfes hatten sich einen Privattempel gebaut; daher gab man diesen Namen (azana).

Während der Regierung der Himmlischen Majestät Shirakabe war ein Ubasoku, der wohnte in diesem Tempel. Da geschahen im Innern des Tempels Laute, es stöhnte und rief: „O Schmerzen! Schmerzen!“ Und die Laute waren wie das Stöhnen eines großen alten Mannes. In der ersten Nacht dachte der Ubasoku und argwöhnte: „Es wird wohl ein Mann, der des Wegs ging, krank geworden sein und nach Unterkunft suchen,“ stand auf, ging im Tempelgehöft herum, sah und forschte nach; aber da war niemand. In der Pagode des Tempels war ein Holzbild. Noch nicht vollendet [gemacht], war es lange darniedergelegen und faulte. Ob es nicht dieser Pagode Geist war? Dieses Krankenstöhnen hörte Nacht für Nacht nicht auf. Der Gyōja hörte es und konnte es nicht länger aushalten. Daher stand er auf; doch da er spähte und nachsah, war da auch kein Kranker. Allein in der letzten Nacht waren die Laute doppelt so stark als gewöhnlich, erschollen über weites Land, ein starkes Krankenstöhnen. „Ein Geist der Pagode?“ argwöhnte er erst recht, stand andern Tages frühe auf und, da er das Innere der Halle sah, da war jenes sechzehn Ellen Miroku-Buddha-Bildes Haupt abgefallen und lag am Boden.

Ameisen

Große Ameisen, etwa tausend, waren versammelt und zerbissen das Haupt. Der Gyōja sah es und verkündete es den Patronen (danochi). Die Patrone wehklagten, ließen es wieder machen und ansetzen, brachten Verehrung und Opfer dar. Jemand fragte1: Buddha hat nicht Fleischesleib, O wie sollte er Schmerzen haben und Weh? Wisse und verstehe wahrhaft: Das heilige Herz tut sich offen kund2. Auch nach dem Erlöschen Buddhas ist der Gesetzesleib3 noch immer da, auf ewig ohne Wandel weilend, Daran zweifle nicht wieder!

Paralellen

Ähnlich: II, 17, II, 22, II, 23, II, 26, III, 17