日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Dorfbuben schnitzen im Spiel ein Buddhabild; ein dumm-törichter Mann zerspaltet es und empfängt im gegenwärtigen Leben schlimmen Todes Vergeltung

村童戲剋木佛像愚夫斫破以現得惡死報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.:   1  2 3
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
紀伊國海部郡仁嗜之濱中村,有一愚癡夫.姓名未詳也.自性愚癡,不知因果.海部與安諦通而往還山,有山道.號曰-玉坂也.從濱中,指正南而踰,到乎秦里.當里小子,入山拾薪,其山道側戲遊.木剋以為佛像,累石為塔,以戲剋佛而居石寺,時時戲遊.白壁天皇之世,彼愚夫,咲戲剋佛,以斧殺破棄之.而去之不遠,舉身躄地.從口鼻流血,兩目拔,如夢忽死.諒知,護法非無,何不恭敬.如法華經說:「若童子戲木及筆,或以指爪甲,而畫作佛像,皆成佛道.復舉一手,小低頭,以此供養佛像,成無上道.」是以慎信矣.
Ryō-Wiki

Im Lande Kihi, im Gau Amabe (紀伊國海部郡), im Dorf Weststrandmitten1 (仁嗜之濱中村) war ein dumm-törichter Mann. Name und Zuname sind nicht weiter bekannt. Von törichter Natur, wußte er nichts von Ursache und Wirkung (ingwa).

Auf den Wegen, auf denen man durch Amabe und Ata hin und hergeht, ist ein Bergweg, Tamasaka2 genannt. Wenn man von Strandmitten stracks südwärts hinübergeht, kommt man zu dem Dorf (sato) Hata (). Die Kinder3 dieses Dorfes gingen in die Berge und lasen Feuerholz und spielten zu Seiten jenes Bergwegs, schnitzten Holz und machten ein Buddhabild, schichteten Steine aufeinander und machten eine Stupa (), nahmen den im Spiel geschnitzten Buddha, setzten ihn in einen Steintempel, spielten oftmals und verbeugten sich.
Zur Zeit der Himmlischen Majestät Shirakabe nahm jener törichte Mann eine Axt (), verlachte den im Spiel geschnitzten Buddha, tötete und zerspellte ihn und warf ihn fort. Er war jedoch noch nicht weit gegangen, da brach er mit seinem ganzen Körper zu Boden; aus Mund und Nase floß das Blut, die beiden Augen traten heraus, und wie im Traume rasch starb er. Wisse und verstehe wahrhaftig: Schutz(gottheit) des Gesetzes (Buddhas) (護法) gibt es gewiß. Wie sollten wir sie nicht fürchten und ehren. Wie es in dem Gesetzesblüten-Sutra4 heißt: Wenn Knaben im Spiel mit Holz und Pinsel oder mit dem Fingernagel ein Buddhabild zeichnen, so vollbringen sie alle Buddhawerk5. Wiederum, wenn (einer) eine Hand emporhebt und das Haupt ein wenig senkt und damit dem Buddhabilde Opfer darbringt (kuyo), der vollbringt des Allerhöchsten6 Werk. Das nimm und glaube ehrfürchtiglich!