日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

Jemand tut Böses, ohne sich um Ursache und Wirkung zu kümmern und empfängt der Sünde Lohn

不顧因果作惡受罪報緣

Japanisch

Gunsho ruijū
Maeda-Mss.:   1  2  3
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
http://applepig.idv.tw/kuon/furu/text/ryoiki/
從四位上-佐伯宿禰-伊太知者,平城宮御宇天皇世人也. 聖武、孝謙、淳仁、稱德、光仁朝.于時京中人,下於筑前,得病忽死,而至閻羅王闕.不見於目聞之,響大地而所打有人音.呴言:「痛哉!痛哉!」每打遍.問諸史言:「若此人在世時,作何功德善?」諸史答言 :「唯奉寫法華經一部.」王言:「以彼罪宛經卷.」雖宛卷,而罪數倍勝無量無數.亦宛經六萬九千三百八十四文字,猶罪數倍無救之.因時王,拍手言:「如許見之世間眾生作罪受苦,未見如此人太甚作罪.」竊問傍人:「此所打之人誰也?」答曰:「佐伯宿禰-伊太知也.」彼死人能聞持,纔自黃泉還來見之,即甦而,後以黃泉之狀,解大宰府.府不信其事.彼人依便,乘船上京,還來京中,而伊太知卿之役閻羅王闕,而陳於受苦之狀.時妻子等,聞之懇哀之言:「卒經七七日,為彼恩靈修善贈福既畢.何圖,墮惡道受劇苦之耶.」更奉寫法華經一部,恭敬供養,追救彼靈苦也.此亦奇異事也.
Ryō-Wiki

Chikuzen (Ukiyo-e von Andō Hiroshige ca. 1830)

Der den Folgenden Vierten oberen Rang innehabende Itachi, Sukune von Saheki war ein Mann der Regierungszeit der im Nara-Palaste (平城宮) die Welt regierenden Himmlischen Majestät gewesen.
Einst ging ein Mann der Hauptstadt nach Chikuzen hinab, ward krank und starb plötzlich. Da er nun zum Palaste König Enra's kam hörte er, ohne daß er weiter mit Augen (jemand) sah, weithin das Land durchhallend die Stimme eines Menschen, der da geschlagen wurde und der schrie und sprach: „Es schmerzt! es schmerzt! Und jedesmal, wenn er geschlagen wurde, ward zu den Beamten (諸史 shoshi) gesagt: „Was hat dieser Mensch, als er noch in der Welt war, denn Gutes und Verdienstliches getan? Die Beamten erwiderten und sprachen: „Nichts weiter, als daß er einen Abschnitt () des Gesetzesblüten-Sutra hat schreiben lassen.“ Der König sprach: „Nähme man auch seine Sünden und ließe sie einzeln Sutren-Kapitel (経巻) um Sutren-Kapitel entsprechen, so ist doch die Zahl der Sünden unermeßlich unzählig viel größer. Und ließe man sie selbst des Sutra Schriftzeichen entsprechen, die da sechsmal zehntausend neunmal tausend dreihundertundvierundachzig sind, so wären doch seine Sünden noch immer doppelt an Zahl, und Rettung ermangelt.“

In der Folge klatschte der König in die Hände1 und sprach: „Ist es nicht so? Man läßt der Welt Lebewesen Sünde tun und Pein leiden; aber jemand solcher Art furchtbar Sünde tun wie diesen, sah man bisher nicht.“ Da fragte (jener2) heimlich einen Nahestehenden: „Wer ist denn der da geschlagen wird?“ Der antwortete und sprach: „Es ist Itachi, der Sukune von Saheki.“ Jener Verstorbene hörte es und behielt es wohl und ging sodann von der Gelben Quelle (黄泉) wieder zurück, und siehe, da war er wieder am Leben.

Hernach trug er dem Großen Statthalteramte (太宰府) vor, was an der Gelben Quelle gewesen war. Das Amt glaubte die Sache nicht. So bestieg denn jener Mann bei günstiger Gelegenheit ein Schiff zur Hauptstadt hin und kehrte in dieselbe zurück. Er berichtete, wie der Edle Itachi an König Enra's Palaste Fron tue und Pein leide. Da hörten es Frau und Kinder, trauerten und klagten und sprachen: „Sieben mal sieben Tage3 seit seinem Hinscheiden sind nun verstrichen, und wir haben jeweilig für den gramvollen Geist (onryō) gute Werke getan und Segen gesandt und jegliches vollendet. Was sollen wir tun, nun er in die schlimme Bahn4 gestürzt ist und furchtbare Pein erleidet. Und sie ließen aufs neue einen Abschnitt des Gesetzesblüten-Sutra schreiben und Verehrung tun und opfern und vertrieben so des Geistes Pein und erlösten ihn. – Dies ist auch wundersames Geschehen.