日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

Ort:

In Wissen wie in Wandel gleich vortrefflicher Zenmeister wird erneut, eines Menschen Leben empfangend, als Kaisersohn geboren

智行並具禪師重得人身生國皇之子緣

Japanisch

Gunsho ruijū:
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Maeda-Mss.:   1  2  3
3. Band; 育德財團, Meguro-machi (Tōkyō-fu) Vlg.: Ikutoku Zaidan, 1931.

Text 
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尺善珠禪師者,俗姓跡連也.負母之姓而為跡氏也.幼時隨母,居住大和國山邊郡磯城嶋村.得度精懃修學,智行雙有.皇臣見敬,道俗所貴.弘法導人,以為行業.是以天皇貴其行德,拜任僧正之.而彼禪師之顊右方,有大黶也.平城宮治天下山部天皇御世延曆十七年之比頃, 桓武朝. 禪師善珠,臨命終時,依世俗法,問飯占時,神靈託卜者言:「我必宿於日本國王之夫人丹治比孃女之胎,將生王子.吾面黶著生以,知虛實耳.」命終之後,延曆十八年之比頃,丹治比夫人誕生一王子.其顊右方黶著,如先善珠禪師之面黶.不失而著生.故名號-大德親王.然經三年許,存世而薨.向問飯占時,大德親王之靈,託卜者言:「我是善珠法師也.暫間生國王之子耳.為吾燒香供養.」者矣.是故當知.善珠大德,重得人身,生人王之子矣.內教言:「人家家.」者,其斯謂矣.是亦奇異事矣.
 又伊與國神野郡鄉內有山.名號-石鎚山.是即彼山有石槌神之名也.其山高嵯,而凡夫不得登到.但淨行人耳,登到而居住.昔諾樂宮廿五年治天下勝寶應真聖武太上天皇之御世,又同宮九年治天下帝姬阿倍天皇御世,彼山有淨行禪師而修行.其名為-寂仙菩薩.其時世人道俗,貴彼淨行,故美稱菩薩.帝姬天皇御世於九年寶字二年歲次戊戌年,寂仙禪師,臨命終日,而留錄文,授弟子告之而言:「自我命終以後,歷廿八年之間,生於國王之子.名為神野.是以當知我寂仙云云.」然歷廿八年,而平安宮治天下山部天皇御世延曆五年歲次丙寅年,則生於山部天皇皇子,其名為-神野親王.今平安宮經十四箇年,治天下賀美能天皇是也. 嵯峨帝. 是以定知,此聖君也.又何以知聖君耶.世俗云:「國皇法,人殺罪人者,必隨法殺.而是天皇者,出弘仁年號傳世,應殺之人成流罪,活彼命以人治也.是以旺知聖君也.」或人誹謗非聖君:「何以故,此天皇時,天下旱厲有?又天災地妖飢饉雖繁多有,又養鷹犬,取鳥猪鹿.是非慈悲心.」是儀非然.食國內物,皆國皇之物,指針許末,私物都無也.國皇隨自在之儀也.雖百姓,敢誹之耶.又聖君堯舜之世,猶在旱厲故,不可誹之也.

 我從所聞選口傳,儻善惡,錄靈奇.願以此福,施群迷,共生西方安樂國矣.

Ryō-Wiki

A

Der Zenmeister Shaku Zenshu1 war, seiner Laiensippe nach ein Ato no Muraji2 (跡連). Der Mutter Sippe übernehmend, war er ein Ato-Uji. Von früher Jugend an wohnte er, der Mutter folgend, im Dorf Shikishima, Gau Yamabe, Land Yamato (大和國山辺郡磯城嶋村), lebte geistliches Leben und übte und studierte mit Eifer und Ernst. An Weg und Wandel (得度) gleich vortrefflich, ward er von Kaiser und Beamten geehrt, von Priestern und Laien hochgeschätzt. Die Lehre zu verbreiten, die Menschen zu leiten, das war sein Tun. Deshalben machte ihn die Himmlische Majestät aus Hochschätzung seines Wandels und Wesens zum Bischofe3.
An dieses Zenmeister Kinn jedoch haftete links ein Muttermal. Als nun zu der erlauchten Zeit der in der Nara-Miya4 (平城宮) die Welt regierende Himmlischen Majestät Yamabe, etwa im 17. Jahre Enryaku (798), das Lebensende des Meisters Zenshu herbeikam, besorgte man nach der Weise der Weltsitte die Reisdivination5. Zu der Zeit nahm der Geist von Wahrsagerin Besitz und sprach: „Ich will gewißlich in dem Leib der Jungfrau (otome) Tajihi6, der [einer] Gattin des Prinzen des Reiches Japan, Wohnung nehmen und als Prinz zur Welt kommen. Mit einem Muttermal auf meinem Gesicht werde ich geboren werden. Daraus mag man wissen, ob dies Lüge oder Wahrheit ist.“ Nachdem sein Leben zu Ende gegangen war, gebar, ungefähr im 18. Jahre Enryaku (798), die Gattin Tajihi einen Prinzen. Auf dessen Kinn haftete links ein Muttermal, wie auf des Zenmeisters Zenshu Gesicht ein Muttermal gewesen war. Er wurde geboren, und es schwand nicht, sondern blieb haften. Daher nannte man ihn Daitoku-Prinzen (大徳親王). Etwa drei Jahre blieb er in der Welt leben, dann aber starb er. Man befragte in der Folge die Divination. Zu der Zeit nahm der Geist des Daitoku-Prinzen von einer Wahrsagerin Besitz und sprach: „Ich hier bin der Zenmeister Zenshu. Eine Zeit lang kam ich als der Reichsprinzensohn in die Welt. Das ist es. Zündet Weihrauch an und opfert meinethalben!“ So ist also zu wissen: Der Zenshu Daitoku kam, erneut Menschenleib empfangend, als Prinzensohn zur Welt. In der Innern Lehre7 heißt es: Menschenhaus ...... (Textlücke) ["Man is born in various families according to his status."]. Damit ist Obiges gesagt. Das ist auch ein wunderbares Geschehen.

B

Wiederum: Im Innern des Gaues Gottesflur8, Land Iyo, sind Berge. Mit Namen heißen sie Steinhammerberge. Der Name kommt daher, daß in jenen Bergen der Steinhammergott9 ist. Diese Berge sind hoch und abschüssig; ein gewöhnlicher Mensch (凡夫) kann sie nicht erklimmen; nur ein Mensch reinen Wandels (浄行) erklimmt sie und weilt daselbst.

Vor alters, zur Zeit der im Narapalaste 25 Jahre die Welt regierenden Hohen Erhabenen Himmlischen Majestät Shōhō-Oshin-Shōmu und weiter zu der erlauchten Zeit der in dem gleichen Palaste neun Jahre die Welt regierenden Himmlischen Majestät der Kaiserlichen Herrscherin Abe, lebte in jenen Bergen ein Zenmeister reinen Wandels. Sein Name wird Jaku-sen Bosatsu10 genannt. Die Menschen jener Zeit, Priester wie Laien, ehrten seinen reinen Wandel und nannten ihn drum preisend Bosatsu. In dem Jahre, das auf Erde-oben-Hund fiel, im 9. Jahre der erlauchten Regierung der Himmlischen Majestät der Kaiserlichen Herrscherin, im zweiten Jahre Schatz-Zeichen (Tempyō; 759), hielt der Zenmeister Jaku-sen, da der Tag seines Scheidens herangekommen war, ein Schriftstück bei sich, übergab es einem der Jünger und teilte ihnen mit und sprach: „Wenn nach meinem Lebensende 28 Jahre verflossen sind, werde ich als Sohn des Reichskönigs11 (國王) geboren werden, mit Namen Gottesflur (Kamino). Daher mag man wissen, daß ich, Jaku-sen, es bin.


Dürre, Pestilenz und Hunger in den Tagen von „Hartz IV“

Da nun 28 Jahre verflossen waren, zur erlauchten Zeit der in der Heian-Residenz die Welt regierenden Himmlischen Majestät Yamabe, im 5. Jahre Enryaku (786), in dem auf Feuer-oben-Tiger fallenden Jahre, wurde der Himmlischen Majestät Yamabe ein Kaisersohn geboren. Dessen Name ward Gottesflur-Prinz (Kamino-shinnō11) genannt. Dies ist die jetzt in der Heian-Residenz an die vierzehn Jahre die Welt regierende Himmlische Majestät Kamino [Saga reg. 809-23; † 842]. Daraus ist bestimmt zu wissen: das ist ein Heiliger Herrscher (天下). Und woraus läßt sich weiterhin wissen, daß er ein Heiliger Herrscher ist? – In der Welt das Volk sagt: Was das Kaiser-Recht betrifft (so gilt): „Der schuldig ist, einen Menschen getötet zu haben, wird unweigerlich dem Recht zufolge getötet.“ Allein dieser Kaiser, von der Ära der „weit sich breitenden Menschengüte (Kōnin; 弘仁) an, die Regierung führend, läßt Verbannungsstrafe für diejenigen eintreten, welche (von Rechts wegen) getötet12 werden sollten, und erhält ihr Leben, und so regiert er die Menschen. Daraus kann man klar und deutlich wissen, daß er ein Heiliger Herrscher ist. Es gibt Leute, die schmähen, er sei kein Heiliger Herrscher. Was nehmen sie zum Grunde? Zu dieses Kaisers Zeit sehe die Welt13 Dürre und Pestilenz. Weiter: himmlisch Unsal, irdisch Wirrsal, Hungersnot zeige sich fort und fort viel. Weiter: Falken14 und Hunde ziehe man und greife Vögel, Eber, Hirsche. Das zeige [wörtlich: sei] kein erbarmend Herz. – Es ist aber nicht so, wie sie ausführen. Alles () im Reiche, das er regiert, ist des Kaisers (Eigentum). Auch nicht so wenig nur, als man auf eine Nadel nehmen kann, ist privat. Der Kaiser des Reiches hat völliger Freiheit Recht. Wie sollte man, wo wir doch Volk sind, wagen, ihn zu schmähen Überdies hat es selbst während der Regierung der Heiligen Herrscher Yau und Shun15 Dürre und Pestilenz gegeben. Darum schmähe man ja nicht so!

(Schluß)

Mündliche Überlieferung habe ich, wie ich sie gehört, niedergeschrieben, Gutes und Böses miteinander erörtert,16 Geistig-Wunderbares verzeichnet. Was ich flehe (, ist): laßt uns dessen Segen nehmen und der Schar der Irrenden spenden, daß wir miteinander in dem Paradies des Westens geboren werden!

Dainihonkoku-Gembō-zen-aku-ryōiki

Des in der linken (Hälfte der) Hauptstadt Nara befindlichen Arzneimeister-Tempels Dentō-jū-in17 Mönch Kyōkai hat es aufgezeichnet, und zwar hat er es in drei Faszikeln verzeichnet.

Paralellen

  1. F: (Shō II, Kammu).
  2. Genkō shakusho II.

Literatur:

  • 山口敦史; 聖君問答と中国六朝論争―日本霊異記下巻三十九縁考; in: 上代文学, 68号 (平4年 4月)
  • 寺川真知夫; 霊異記下巻第三十九縁とその聖君問答; in: 論集説話と説話集 (平 13年 5月)
  • ; 「人家々」と「聖君: 『日本霊異記』下巻第三十九縁の転生譚を中心に [Imperial Reincarnation in the 39th Tale of the Second Volume of Nihon-ryoi-ki]; 日本文学, Vol.  61, No. 9 (日本文学協会); 11 S.