日本霊異記
„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

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Buddhistische Termini: M bis Z

(用語集 M-Z)

Das „Verzeichnis einiger, vor allen buddhistischer Ausdrücke des Ryō-i-ki,“ erscheint bei Bohner in Band II ab S. 84. In der vorliegenden Bearbeitung wurden teilweise die Verweise aus seinen Anmerkungen eingefügt, sowie die Bedeutung eines Wortes aus anderen Quellen ergänzt bzw. vertiefend erläutert. Diese Quellen sind am Seitenende aufgeführt.

Der beigegebene deutsche Ausdruck ist oft nur ein Hinweis auf den Sinn, der anderwärts ausführlich gegeben ist. Meist ist nur eine Textstelle als Beispiel gegeben [in der Form: Faszikel, Erzählung. z. B. I, 21], vor allem, wo auf erklärende Anmerkung verwiesen ist. – Ämter, buddhistische Wesen u. a. siehe „Ritsuryō“ bzw. die Exkurse zum jeweiligen Thema. Zahlreiche hier gegebene Kanji erscheinen in der unreformierten Schreibung. Beachte, daß 佛 = 仏, 釋 = 尺, 藥 = 薬, 會 = 会, 獨 = 独, 學 = 学, 經 = 經 usw.

Hinweis: Die Verweise aus den Legenden auf dieses Verzeichnis führen jeweils zum Anfang einer Buchstabengruppe, nicht zum Wort direkt.

M
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
mappō末法Dharma-EndzeitVgl.: Exkurs: Mappō.
matsudai末代späte, Ende-Generation; Vor. I4S: = 末世 The third and last period of a Buddha-Kalpa; the first is the first 500 years of correct doctrine, the second is the 1,000 years of semblance law, or approximation to the doctrine, and the third a myriad years of its decline and end. [vgl. den Gelehrtenstreit zur Datierung in der Einleitung und 5: S 9ff]
1: eternity
matsugō末劫End-Kalpa, da die Katastrophe und das Erscheinen Buddhas folgt; Vor. IIIVgl.: Exkurs: Mappō.
meigan
myagen
明眼strahlend helles Auge; II, 29vgl. 天眼 tengen
metsura(shiki)genriki異驗力Wunder-Erweiskraft; I, 28
miraisei末来世Zukunfts-Welt, -Existenz; III, 33
misao風流KeuschheitZum Bedeutungswandel und verwandten Begriffen I, 13, Anm. 2
miyakaiserliche Residenz; Palastheute meist: Shintō-Schrein jedoch gewöhnlich -sha …社
mono-nushi物主Ding-Herr, Sach-Herr, Sache-Besitzer, Gläubiger; III, 26
mu-en無縁ohne en (Grund, Beziehung, Zusammenhang); III, 34H. B.: Honen-Biographie, S 548, BW 812 und zur Übersetzung GJLx.
muki無記weder böse noch gut, indifferent; Vor. IIIH. B.: nicht (zu) beschreiben, eine der Drei Naturen (sansei) nämlich „neutral“, „indifferent“ im Ggs. zu „bös“ und „gut“.
4S: undefinable (type of character)
6: moralisch neutral (weder gut noch schlecht)
musō無相ohne „Form“; III, 34H. B.: ohne , enthoben dem Unterschied von Gut und Böse, Existenz und Nicht-Existenz
4S: appearance of nothingness, or immateriality
6: gestaltlos, ohne äußere Merkmale
N
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
naikyō内經die internen Schriften (die buddhistischen Sutren [kyō]), Vor. Ivgl. gesho
namu南無Anrufung. Transliteration von skr. namas4S:*
nangyō難行Askese; I, 10
nengoro
nemokoro
慇勤mit ganzer Seele; I, 31
ni(ama)Nonne; III, 19vgl. bikuni
nijo二乘die zwei Gefährte; Vor. Id.i.小乘 Hinayana und 大乘 Mahāyāna (vereinfacht: 二乗)
nikugan肉眼Fleischesauge
nikushin肉身Fleischesleib; III, 284S: The physical body
nyohō如法dem Gesetze gemäß [Sutren abschreiben]; III, 10**
nyūsan入山in das (Berg)Kloster gehen; III, 25Diese Praxis war, ohne spezielle Genehmigung, unter den Vorschriften des sōni-ryō verboten, wurde ab 770 nicht mehr streng verfolgt. Vgl. Shoku Nihongi, XXXI (Hōki 1/10/28)
nyō;dū入道 buddhistischer Laienmönch

*) Namo Ausdruck der Verehrung, der auch in der Theravada-Formel (Buddhābhivādanā) Namo tasso Bhagavato Arhato Sammā Sambhudassa vorkommt. Heutzutage in der Nichiren-Schule (entstanden im 13. Jhdt.), deren wichtigste zu rezitierende Formel Namu myōhō renge kyō ist, von Bedeutung.
4S: = 邤謨 = 邤麻 u. a. nāmaḥ, namo. To submit oneself to, from to bend, bow to, make obeisance, pay homage to; an expression of submission to command, complete commitment, reverence, devotion, trust for salvation, etc. … It is used constantly in liturgy, incantations, etc., especially as in namaḥ Amitābha, which is the formula of faith of the Pure-land sect, representing the believing heart of all beings and Amitābha's power and will to save; repeated in the hour of death it opens the entrance to the Pure Land.
1: hail (in Buddhist prayers)
6: Geehrt sei …! ehrerbietige Zufluchtnahme (Formel der ehrfurchtsvollen Hinwendung zu einem Buddha oder den drei Kostbarkeiten)
**Nyohō, daher dann die Bezeichnung 如法經 nyohō(sha)kyō. Die Sitte geht in Japan bis auf die Asuka-Zeit zurück. Der erste, von dem sie berichtet wird, ist Jikaku Daishi. Er errichtete 829 eine strohgedeckte Hütte am Hiei, woselbst er asketische Übungen ablegt, dreimal täglich, drei Tage lang. 831 fing er an das Hokke-Sutra auf eigens dafür hergestelltem Papier mit einem besonderen Graspinsel zu schreiben, wobei er jedem Wort, bevor er es abschrieb, dreimal Verehrung darbrachte. Als er es abgeschrieben, lud er Gishin, das Haupt des Tendai, ein, dem abgeschriebenen Sūtra das erste Opfer darzubringen. In einem Pagoden-Behältnis ward das Sūtra aufbewahrt und dann in einem Hiei Tempel wie ein Heiligtum aufgestellt. [  ]

O
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
ōge應化jemand erhörend sich in verwandelter Gestalt zeigen; I, 64S: nirmāṇ a means formation, with Buddhist transformation, or incarnation. Responsive incarnation, or manifestation, in accordance with the nature or needs of different beings.
okuji憶持in Sinnen behalten;* I, 14; III, I
on-byō怨病Krankheit (wegen) Rache (eines andern); III, 30H. B.: 怨 Schauen; 病 Regel
oniD&aauml;mon; Teufeloft die Boten des Enra.
onjin怨人Grollender; Rächer; III, 2
onryō怨靈Rachegeist (urami Geist); III, 37vereinfacht: 怨霊
4S: An avenging spirit or ghost.
onshi恩師Wohltäter; III, 2

*) H. B.: „Gedächtnis“ im doppelten Sinne: 1) es auswendig wissend, 2) immer es in Gedanken habend („Andacht“); „habend“ 1) „besitzend“ 2) „festhaltend“. Innerlich es besitzen und völlig festhalten. Ähnlich hernach 念誦; dieser Terminus bedeutet heute meistens 念佛誦經 Buddhas Name anrufend, immer im Sinne habend, die Sutren rezitieren. Hier ist wahrscheinlich das Auswendiglernen der Sutren gemeint, und auch das „immerfort es in Gedanken habend“ betont. G: Ich lese mit geschlossenen Augen 100mal das Sutra.
4S: To keep in mind, to remember and maintain.

R
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
raibutsu禮佛Buddha verehren; II, 21vereinfacht: 礼仏
raihai禮拝verehren; III, 33skr.: vandana; namaskāra
6: Verehrung
raikyō禮經die Sutras verehren
rakan禮經Arhat*synonym: 阿禮經
reihyō靈表Geist-Zeichen; I, 12 
reikon霊魂Geist; Seele
richi理智Riddhi; II, 36**
ritsugi
richi
律儀allgemein: Rechtschaffenheit, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein; buddh. oft als Übersetzung von skr. saṃvarȧ Zurückhaltung, Selbstbeherrschung (sowohl „moralisch“ [śīlasamŃvara] als auch „der Sinne“ [indriyasaṃvara = 根律儀])
riyoku離欲von der Lust scheiden, II, 74S: To leave, or be free from desire, or the passions
rokuchiku六蓄die sechs Tiere; III, 33
rokuji六時die sechs Stunden; III, 1H. B.:1) morgens früh; 卯, 2) mittags [1: 11-13.00]; 正午; 3) bei Sonnenuntergang [1: 17-19.00] 酉; 4) ? bei angefangener Nacht; 5) mitternachts, etwa 10-2 [1: 1-3.00] 子丑; 6) nach Mitternacht 4 Uhr früh [1: 3-5.00] 寅
Vgl. Jap. Zeitrechnung
rokukai六界die sechs Welten; I, 21***
rokusetsu六節die sechs Termine; II, 5

*) arhan, arhat; worthy, worshipful, an arhat, the saint, or perfect man of Hīnayāna; the sixteen, eighteen, or 500 famous disciples appointed to witness to buddha-truth and save the world; 阿禮經 arhan
**) 理智法身; K sagt einfach: des Bodhisatwa erlauchter Leib. 理智 wohl Riddhi; Leib (verwandelter) nach Willen, Materie völlig vom Geist beherrscht, also den Gesetzen der Schwere und des Raumes enthoben und fähig den Raum nach Belieben zu durchmessen und nach Belieben räumliche Form anzunehmen. 理智 der Gesetzesleib der „geistige Leib“, die erste der drei Leibesformen jedes Buddhas s. ōnen S 362 4S: Principle and gnosis (or reason); the noumenal in essence and in knowledge; the truth in itself and in knowledge; li is also the fundamental principle of the phenomenon under observation, chih the observing wisdom; one is reality, the other the knower or knowing; one is the known object, the other the knower, the knowing, or what is known; each is dependent on the other, chih depends on lili is revealed by chih. Also knowledge or enlightenment in its essence or purity, free from incarnational influences.
***) Unklar. Der von Bohner verwendete Begriff kommt bei Nakada in I, 21 nicht vor, stattdessen 六道 rokudō. Nakamura gibt ebenfalls 六道 rokudō heaven, man, asura, animal, hungry ghosts, and hell (being) (6: dafür jedoch „die sechs Pfade, die sechs Daseinsbereiche in denen fühlende Wesen wiedergeboren werden“). Andere: 4S: The six elements [which compose the body]: earth, water, fire, air (or wind), space, and mind. Grimm; Die Lehre des Buddho: Erde, Waser, Feuer, Luft, Raum, Bewußtsein. [Verweis auf Angut. Nik. III, 61:6]
6: die sechs Grundelemente = 六大

†) H. B.: Im Vier-Himmelskönig-Sutra kommen diese vor: am 8. und 23. jeden Monats entsandten die vier Himmelskönige ihre Vasallen, am 14. und 29. die Kronprinzen, am 15. und 30. gehen sie selbst in alle Lande, um Gut und Böse der Menschen zu prüfen. „Enthaltsamkeit“ nach Anführungen KYʼs bedeutet besonders auch „nicht Leben töten,“ „Leben erhalten.“
5: vermutet rokukusainichi six holy days, 8, 14, 15, 23, 29 and 30 of each month, when lay Buddhists keep the first eight of the ten precepts …

S
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
sahō作法Tun der Lehre; II, 6H. B.: d. i. Gebote (zu halten) auf sich nehmen und allerlei geistliche Dinge ins Werk setzen.
4S: 作法得 To receive ceremonial ordination as a monk
1: manners, etiquette, proprietry
saibō罪報Sündenlohn, Schuldvergeltung; I, 274S: The retribution of sin, its punishment in suffering
saido濟度übersetzen, rettenvereinfacht: 済度
sai-e齋會Fastenversammlung; III, 8vereinfacht: 斎会
4S: An assembly of monks for chanting, with food provided
ausführlich bei: de Visser
saihō muryō jōdō西方無量
浄道土
das unermeßliche Reine Land des Westens; I, 30Vgl. Exkurs: Amida.
saiho no gokuraku西方極楽Paradies des Westens; Vor. III
saijiki齋食Fastenmahl; I, 24; II, 33Vegetarische Mahlzeit genommen zu den vorgeschriebenen Stunden an den Tagen (sainichi) an denen auch Laien die 8 Gebote halten.
saikai齋戒Fastengebot(e)1: purifications
4S: Purification, or abstinential rules, e.g. the eight prohibitions
saiku齋苦Sündenpein
saishoku罪食Fastenspeise; III, 44S: The midday meal; not eating after noon; abstinential food, i.e. vegetarian food, excluding vegetables of strong odour, as garlic, or onions
Śākya釋迦Shākyas, die Familie (der Stamm) des BudhaVon śāka Gemüse. Der Stamm soll ursprünglich aus dem Indus-Delta stammen. Er bevölkerte ein Gebiet im Himalaya-Vorland, mit seinem auptort Kapilavastu. Zur Zeit des Buddha stand das „Reich“ unter der Oberherrschaft des benachbarten Koala, dessen Fürst Virūḍhaka zerstörte es. Vier Überlebende gründeten die Reiche: Udyana, Bamyam, Himatala, und Sāmbī.
sambō三寳Drei Kleinodien; I, 54S:*
sambutsukiDrei Feiertage im Jahreslauf (mit Versammlungen): Buddhas Geburt am 8. Tag des 4. Monats (灌仏会 kambutsu-e oder tanjō-e); Jōdō-e am Tage der Erleuchtung 8. Tag des 12. Monats; 涅槃会 Nehan-e am 15. Tag des 2. Monats.Im Theravada zusammen als EIN Fest zu Vollmond im Monat Vesakh.
s[h]ami沙彌I, 19 Novizevereinfacht:沙弥
skr: śrāmaṇera, śrāmaṇeraka; pali: sāmaṇera
沙彌尼 shamini die Novizin
s[h]amon沙門I, 12 Mönch, Asketskr: śrāmaṇa, pravrajita; pali: sāmaṇa
sangigokai三帰五戒Drei-Anhangen-5-Gebote (die 5 Anfangsgebote); II, 8siehe gokai
sanken jissei三賢十聖die 3 Weisen und 10 Heiligen; III, 33H. B.: NJ 17 bzw. 965 sagt: Die 3 Weisen und 10 Heiligen weilen in in der glücklichen Vergeltung, nur der Buddha allein weilt im Paradiese jōdō)
4S: The three virtuous positions, or states, of a bodhisattva. The ten excellent characteristics of a 聖 saint or holy one …
5: 十聖 = 十地 detailliert S 100, Anm. 15
sanshin三心Die „drei Geisteshaltungen“, die sicher zur Wiedergeburt im Reinen Land führen.Von verschiedenen Schulen unterschiedlich interpretiert.
4S: S. 64
sazai作罪Tat und Verschuldung; Vor. III
seichi生知von Natur wissend; I, 28
seichō聖朝Heilige Dynastie; Heiliges Reich, Land; III, 19, 31
seig[w]an誓願Eidgelübde; Vor. I; II, 6, 27; III, 354S: To swear and vow, e.g. the forty-eight vows of Amitābha to save all beings
seikyō正教die wahre Lehre; III, 19
seikun聖君heiliger Herrscher; III, 39H. B.: konfuzianischer Terminus
seirei聖靈heilig Geistiges; II, 261: Holy Spirit
4S: The saintly spirits (of the dead)
seizei正税die gerade Steuer;** III, 33
senhin仙賓 Genien-Gast; I 28ṛṣi; 4S: an immortal
5: 仙 Taoist Saint
senshin先身Präexistenz; I, 18
sensō仙身Genien-Kräuter; I, 135: special herbs
sentei
sendai
先荋Ungläubiger, Lästerer***; II, 22H. B.: 荋提 der nicht an ingwa glaubt und Buddha und die Lehre schmäht. dazu 4S: the icchanti, or unconverted (= or evil person without the Buddha-seed of goodness)
senyaku仙藥Genien-Arznei; I, 13
sesshō殺生Leben töten; I, 30; II, 5; III, 24S: To take life, kill the living, or any conscious being; the taking of human life offends against the major commands, of animal life against the less stringent commands. Suicide also leads to severe penalties.
shaku(allgemein ehrende) Mönchsbezeichnung; I, 20; II, 7; III, 39vereinfacht: 釈, Lesung auch japanisiert für Śakya; Grundbedeutung: „Erklärung“
1: Nr. 4809, mit Vielzahl buddh. Kombinationen
4S: To separate out, set free, unloose, explain; Buddhism, Buddhist; translit. śa, śi; also ḍi, ḍh. Indra
ähnlich: 宿僣 shuku-sō
settai接待Almosen
shakujō錫杖 I, 26, Anm. 4
shari舎利Reliquie; III, 19H. B. vgl. bei Eitel unter Shārikā
shiji四事die „Vier Dinge“; II, 21H. B.: 1) Trank und Speise, 2) Kleidung, 3) Dinge zwecks Nachtruhe, 4) Bad(wassser) und Arznei
5: Abk. für shiji kuyō
shijū四重die Vier (schweren) Sünden; I, 204S: The four grave prohibitions, or sins, pārājikas: killing, stealing, carnality, lying.
shingyō信行Glaubenswandel, Glaubenswirken; III, 174S: Believing action; faith and practice. Action resulting from faith in anotherʼs teaching, …
shinjin信心sich bekehren; gläubig werden5: a pure heart, free from doubt, which beleives in the Three Treasures … the first requisite to follow Buddhaʼs path.
shinju神咒Gottessegen, -Mantra; II, 15
shinkei信敬glauben und verehren; II, 19
shinsen神仙Götter (und) Genien; I, 135: taoist saint
shinshin深信tiefer Glaube, tiefgläubig; III, 3, 21, 24, 34
shinshin信心Glaubensherz4S: A believing mind, which receives without doubting
shintsū神道Gottes-Verkehr; II, 74S: The spirit world of devas, asuras, and pretas. Psychology, or the doctrines concerning the soul. The teaching of Buddha. Shinto, the Way of the Gods, a Japanese national religion.
6: übernatürliche Kräfte bzw. Weisheit
shi-on四恩die vier Wohltaten; II, 65: Schuld ggü.: Mutter, Vater, Tahtāgata und Mönchen [nach Shōbō-nenjō-kyō LXI, {Taishō XVII, Nr. 721, 359b}]; Eltern, allen anderen Wesen, den drei Kleinodien und Herrscher [nach Shinji kan-gyō {Taishō III, Nr. 159, 297a}]
shirei死霊Totengeist; I, 12
shisei-shin至誠心mit der Aufrichtigkeit des Herzens; II, 1; II, 194S: S 64
Eine der drei Geisteshaltungen, die mit Sicherheit zur Wiedergeburt im 'Reinen Land' führen.
shishin姪心von ganzem Herzen; I, 20
shishō四生die Vier Geburten; I, 21††
shōbō正法Zeit des wahren Dharmavgl. mappō.
shobutsu諸佛alle Buddhas; I, 7
shoden書會Schriften und Überlieferungen; III, 21: kaki(ki)-tsuta(eru) hand down to posterity (in writing)
shōge聖化Heiliger (in) Verwandlung; III, 19
shōmon聲聞die Stimme Buddhas vernehmen; II, 7
[vereinfacht: 声聞]
1: seibun fame, honour, glory
H. B.: … 2) allgemein: weites Wissen und große Erfahrung bezeichnend.
5: a translation of skr. śrāvaka, which means "one, who is enlightened by hearing Buddhaʼs teachings."
shōrai稱禮nennend-lobpreisend verehrend; I, 31; III, 11vereinfacht: 称礼
Das erste Zeichen bedeutet „nennen,“ „heißen.“ Das zweite Verneigung, Verehrung, dann auch Lobpreis, Dank.
sho shinnō攝神王(Trabant) Begleitkönig; II, 21vereinfacht:摂…. Bohner gibt dieses Kanji fälschlicherweise mit Radikal 32 (tsuji-hen) statt 64 (te).
Vgl. auch 脇士 kyōji
shozū攝像Seitenstatue; III, 17
shoten諸天der Himmel, die Götter; I, 254S: All the devas
shūdō修道den WEG (Buddhas üben); II, 21auch die zweite Boddhisatwa-Stufe
4S: practice, e. g. the eightfold path. In the Hīnayāna the stage from anāgāmin to arhat.
shūfuku修福Segen wirken; I, 9
shūgo守護Schutz, Bewahrung; III, 6=天守護
shūgyō修行„(heiligen) Wandel üben“; heilige Übung; I, 26; III, 244S: (caryā, conduct; to observe and do; to end oneʼs ways; to cultivate oneself in right practice; be religious, or pious
5: self discipline oriented toward enlightenment, cultivation of the mind by means of disciplining the body cf. Nihon Bukkyō Gakkai; Bukkō ni okeru gyō no mondai; Kioto 1965
shūhō
suhō, zuhō
修法das Gesetz (Buddhas) üben; II, 211: Buddhist prayer and austerities
shūjō衆生die Lebewesen; II, 28skr: sattva = 有情
im Unterschied zu ujō alle Lebewesen (auch ohne Bewußtsein; z. B. Pflanzen)
shukke出家in den geistlichen Stand treten; III, 19wörtlich: „in die Hauslosigkeit wandern“
skr: pravraj
vgl. 3: Mittlere Sammlung 17. Rede „Waldeinsamkeit“
shūken修験Shūken-tum, lebt; 修 shū geistliche-mystisch-asketische Übung, die dann zu 験 ken Erweis und höherer Erfahrung kommt. I, 28修持, shūji
shukugō宿業frühere Tat(en); Karma; I, 8; III, 11, 34, 34冨樫進;『日本霊異記』における「現報」観―その「宿業」観との関連について; in: 文芸研究(東北大学)平13年9月
shuku-in殖因ein „In“ pflanzen; II, 4
shūsō衆僧die Mönche alle; II, 284S: saṇgha, all the monks, an assembly of at least three monks
shūzen修善Gutes üben; gute Werke tun; II, 54S: To cultivate goodness; the goodness that is cultivated, in contrast with natural goodness
sōfuku贈福Segen (nach)senden; III, 35
sōjō
sōshō
僧正„Erzbischof“ II, 7, II, 21Der oberste der 3 Ränge zur Kontrolle der Sangha unter dem Sōgō-sei-System ab 624. In China bestand ein solches Amt seit dem 4. Jhdt. Seit der Herrschaft Kaiser Wudiʼs (502-50) unter dieser Bezeichnung.
4S: National superintendent of the clergy.
sonzō尊像ehrwürdige Statue; I, 7
soyū雜徭allerlei Fron; III, 14H. B.: Erd-, Holz- und andere Arbeiten, zu denen das niedre Volk genötigt wurde.
vereinfacht: 雑…

*) 4S: Triratna, or Ratnatraya, i.e. the Three Precious Ones: Buddha, Dharma, Saṇgha, i.e. Buddha, the Law, the Ecelesia [sic] or Order. Eitel suggests this trinity may be adapted from the Trimūrti, i.e, Brahma, Viṣṇu, and Sīva. The Triratna takes many forms, e.g. the Trikāya. There is also the Nepalese idea of a triple existence of each Buddha as a Nirvāṇa-Buddha, Dhyāni-Buddha, and Mānuṣi-Buddha; also the Tantric trinity of Vairocana as Nirvāṇa-Buddha, Locana according to Eitel "existing in reflex in the world of forms", and the human Buddha, Śākyamuni. There are other elaborated details known as the four and the six kinds of triratna, e.g. that the Triratna exists in each member of the trinity. … Popularly the 三寳 are referred to the three images in the main hall of monasteries. The centre one is Śākyamuni, on his left Bhaiṣajya and on his right Amitābha. There are other explanations, e.g. in some temples Amitābha is in the centre, Avalokiteśvara on his left, and Mahāsthāmaprāpta or Mañjuśrī on his right.
**) H. B.: die festgesetzte Reichssteuer, der festgesetzte Jahrestribut; in alter Zeit der Amtsreis, welcher eingesammelt und in den Amtsspeichern verwahrt und zur Bestreitung der der Regierungsausgaben verwandt wurde, in Notzeiten jedoch der Bevölkerung gespendet ward. Von solch einem Fall erzählt das Nihōn-Koki aus 18. Jahr Enryaku [800] 6. Monat. Vgl. Exkurs: Ritsuryō Besteuerung.
***) 5: S 61 Those of the ichisendai shall perish forever. If you kill even an ant you will be accused of the sin of killing; you will not, however, be accused of the sin of killing if you kill the ichisendai. [II, 22] (Because the ichisendai slanders the Three Treasures, fails to preach to all beings, and lacks the sense of gratitude, killing him is not a sin.
Ichisendai is a transliteration of the Sanskrit term icchantika [ = pali], which is translated as "culmination of desires", "one lacking faith", "one lacking good stock". It designates a man driven continuously by his desires and lacks any potential for enlightenment, who commits sins and never repents.
Die Frage,ob es Wesen gibt, die „keine Buddha-Natur haben“ die ichisendai entstand unter den Schülern des Hsüan-tang und ist Teil der Lehrmeinung der Hosso-Sekte. Diese geht auf die ch. Fa-hsiang zurück, gegründet von Tz'u-en (jp.: K'uei-chi, 632-82).
) H. B.: 1) Tötung von Lebendigem vgl. sesshō, 2) Diebstahl und Raub, 3) Unzucht, 4) falsch Geschwätz. Wer diese vier Gebote verletzt kann nicht wieder in geistlichen Stand zurückkehren; daher sind sie die vier hochwichtigen. Oft wird von fünf Geboten gesprochen vgl. gokai, indem als fünftes „berauschende Getränke zu trinken“ hinzutritt.
† †) H. B.: 1) Geburt aus Mutterleib, 2) aus Eiern wie die Vögel, 3) aus dem Feuchten (濕生; saṃsvedaja) wie Fische und Insekten, 4) ohne sichtbare Ursache (化生; upapāduka) wie Boddhisatwa's. Noch in der Tokugawa-Zeit war in Japan die Annahme verbreitet, daß Fische spontan vom Wasser hervorgebracht werden.
) Die Praxis, daß sich Mönche als shaku bezeichnen, geht auf einen Schüler Fu-t'u-têng's (jp.: Butsu-to-chō) zurück. Dieser, aus Chang-shan in Tschekiang stammende, Tao-an (jp.: Dōan; † 385) benutzte diese Bezeichnung um sich als Anhänger Śākyamuniʼs zu bezeichnen. Von ihm sind zahlreiche Kommentare bekannt. Er gründete den Shang-ming-ssu (jp.: Jō-myō-ji) in der Provinz Ke, wo Hui-yüan sein Nachfolger (jp.: Eon) wurde.

T
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
takahatsusō托鉢偾BettelmönchWohingegen Bettler: 乞食 kojiki bzw. 乞者
takusen託审Buddhistisches (bzw. Shinto) Orakelvgl. das Verb: kuru(u)
tanza端坐edles Sitzen; edle Haltung
tenchō天朝himmlische Dynastie; Hof; I, 28
tendoku轉讀umblätternd lesen*; III, 19vereinfacht:転 読
4S: (= 轉經) To recite a scripture; to scan a scripture by reading the beginning, middle, and end of each chapter.
ten-gan天感himmlische Erhöhrung; III, 6
tengen天眼himmlisch Auge; II, 294S: deva eyes
tenjō-kaku天上客Himmelsgast; I, 13
tenshū典主„Schriftherr“; Shinto-Beamter (Schreins-Priester); III, 24
Halle, Heiligtum; I, 8, 181: temple, shrine, hall …
tokkyō讀經Sutren lesen; I, 18vereinfacht:読経
= der (Sutren-)Vorleser
tokudo得度Leben in geistlichem Stand; II, 21; III, 39**
(Lesung für 度: いへで als Verb i.S.v. „in die Hauslosigkeit ziehen“)
tokudō得業(buddh.) Zeremonienmeister / Vorleser III, 305: Ein Mönch, der diese Aufgabe in einer der drei 'großen' Zeremonien (Yumia-e oder Hokke-e im Kofukuji bzw. Sashō-e im Yakushi-ji) erfüllt hat.
tsuizō fukujū追贈福聚„Segenfülle nachsenden„, „Seelenmesse“; III, 9, 13vgl. fukujū; kuyo; hō-e
H. B.: 追贈 einem Dahingeschiedenen postum etwas gewähren, schenken, verleihen, zukommen lassen.
tsūgan道眼durchdringend Auge; I, 14

H. B.: 轉読 tendoku d. h. zunächst der Reihenfolge nach, nach Kapitel, Abschnitt usf. – Hernach aber gleich 轉蔵 tenzō das ist: nicht alles und jedes, jede Zeile, lesen, sondern jeweils von Anfang, Mitte und Ende lesen (so den Inhalt sich bewußt machen), und zwar spricht man von Anfangs-7-Zeilen, Mitte-5-Zeilen, Ende 3-Zeilen. HK: sie intonierte auswendig, Gesetzesblüten-Sūtra 1 Bu, Kegon-Sūtra 1 Bu. Das Gegenteil ist shindoku (= yomi-matsuru) „wirkliches Lesen“ dh. Lesen des gesamten Textes.
**) H. B.: „über das Meer des Irrsals überzusetzen und jenes Ufer zu erreichen.“ Vom Hofe wurde dabei meist eine doshō Erlaubnistafel überreicht, welche in strafrechtlicher Hinsicht wichtig war und welche beim Tode zurückzugeben war. Vgl. jidō und 5: S 18 ff "State control …" Siehe auch Nakamuras Ausführungen "State Control of the Sangha" S. 18-

U
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
ubahi
ubai
優婆夷[Transliteration in II, 19 als Teil eines Namens]Von skr. upāsikā (f) / ubāsoku (m). Einer, der die fünf Gebote hält, dabei im Laienstand verbleibend („Laienanhänger“, „Haushalter“).
ubasoku優婆塞
♀ 優婆夷
Upasaka (“close attendant”) der im Laienstand verbleibende Gläubige. Weibliche Form: Ubahi (skr.: (upāsikā).
u-en有縁En habend; II, 26H. B.: inen bedeutend; davon redend, daß zwischen A und B von der Vergangenheit ein Connex besteht; sehr oft gebraucht, z. B., die Kwannon anrufen, werden Kwannon-uen-Lebewesen genannt; die an Amida glauben heißen Amida-uen-ki usf.
ujō有性
有情
alles was Odem hat; III, 384S: To have the nature, ’i.e. to be a Buddhist, have the bodhi-mind, in contrast with the absence of this mind, i.e. the icchanti, or unconverted. [vgl. sentei]
im Unterschied zu shūjō nur Lebewesen mit Bewußtsein.
uramiRache-Groll; II, 40; III, 2[Vielzahl von Fundstellen im Text]
Groll, aus Groll entstehender Haß, Feindschaft. Eines der wesentlichen Wörter altjapanischer Mentalität. Der urami habende fühlt sich in seinem Wesen tief, wenn nicht tödlich verletzt. Das Wesen ist gestört und bleibt es über den Tod hinaus. Natürlich steht urami in Beziehung zur Blutrache. [vgl. auch das Theaterstück von Suzuki Sensaburō, Die beiden Witwen (Futari no yamome)]
永藤靖; 古代都市と御霊―怨霊から御霊信仰へ; in: 解釈と鑑賞, 63巻3 (平1 0年 3月)
Y
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
yakukai; yokukai欲界Lustwelt; I, 285: skr.:kāmadhātu. Eine der drei weltlichen Sphären, die die 'sechs unteren Himmel' und die fünf anderen Existenzen – Mensch, asura, Tier, hungriger Geist und Hölle – umfaßt.
4S: The realm, or realms, of in purgatory, hungry spirits, animals, asuras, men, and the six heavens of desire. So called because the beings in these states are dominated by desire.
yakunan厄難Not; I, 291: calamity, evil, misfortune
yokkai欲詅Lustwelt; I, 28
yomi黄泉gelbe Quelle; Unterwelt; I, 301: hades; realm of the dead
Aus dem Taoismus kommender Begriff. Der Shintō kennt nur ein trübes, düsteres Totenreich, ohne Erlösung.
Vgl. Exkurs: Enra (Totenwelt).
yuigon遺言letzter Wille; I, 291: auch: igon, igen
Z
Deutsche LesungKanjiBedeutungErgänzende Angaben
zaifuku罪福„Sünde und Segen“
zaik[w]a罪過Schuld (und) Fehler; II, 17
zaisei在世auf Erden; III, 191: saizei; ari(shi)yo
4S: In the world, while alive here
zanke懺悔Buße, Reue; III, 38
zanki懺愧
zen-en善縁gutes En; En des Guten; III, 3
zenji
zenshi
禪師Zenmeister; I, 26[Der Ausdruck „Zen“-Meister erscheint unglücklich gewählt, da er dazu verleitet an heutige Zen-Praxis zu denken, die erst 3-400 Jahre später ausgestaltet wurde. Während der Heian-Zeit bezeichnete man zenji vielfach Exorziste (die oft Yamabushi waren). Chʼan-Meister wäre historisch klarer. (5: Dhyana-Meister.)]
zenshin善神„guter Gott“; II, 15: Brahma, Indra, die Wächter der vier Weltenden, die 12 Göttlichen Generäle und die 28 Gottheiten.
4S: The good devas, or spirits, who protect Buddhism, 8, 16, or 36 in number.
久保田実; 護法善神と日本霊異記; in: 駒沢国文, 15号 (昭 53年 3月)
zojō-en増上縁Wachstums-En; II, 28
zokka俗家Laien-Stand; I, 13; III, 39
zoku-nan俗師Not der Gemeinen; III, 14
zokusei俗姓Laienname; II, 71. (a priest's) secular surname
zuisō瑞相Vorzeichen; II, 204S: Auspicious, auspicious sign, or aspect.

Zusätzliche Quellen:

Bohners Abkürzungen „H. B.“ sind Anmerkungen Bohners, von andrer Stelle in diesem Abschnitt eingefügt.

[1] Nelson, Andrew; The modern Readerʼs Japanese-English Dictionary; Tōkyō 21965 (Tuttle). Daraus auch Regierungszeiten und Ära-Namen.
[2] Hartmann, Rudolf; Wernecke, Wolfgang; Japanisch-Deutsches Zeichenlexikon; Leipzig 1977 (Enzyklopädie), 51994 (Langenscheidt); ISBN 3-324-00368-7
[3] Neumann, Carl Eugen; Die Reden des Buddha; Berlin 2002 (Directmedia Publishing); Sert.: Digitale Bibliothek, 86
[4] Weitere Referenzen nach dem Digital Buddhist Dictionary basierend auf dem "Composite of East Asian Buddhist Lexicographical Sources." (Haupt-)Bearbeiter: Urs App, Christian Wittern, Charles Muller, Michel Mohr, Hur In-Sub;
[4S] als Quelle Soothill in obigem. Online. (Informativ. Beachte Stand der Wissenschaft bei Erscheinen 1937!)
[5] Nakamura Kyoko Motomochi [Übs., Hrsg.]; Miraculous stories from the Japanese Buddhist tradition – the Nihon ryōiki of the monk Kyōkai; Cambridge 1973 (Harvard University Press); Richmond (UK) 1997 (Curzon); 322S; ISBN [1997] 0-7007-0449-3
[6] Kleine, Christoph; Li Xuetao; Pye, Michael; Multilingual Dictionary of Chinese Buddhism – Mehrsprachiges Wörterbuch des chinesischen Buddhismus; München 1999, Sert.: Buddhist Studies, 3; ISBN 3-89129-692-4; eMail: Herausgeber