„Legenden aus der Frühzeit des japanischen Buddhismus“ – übersetzt von Hermann Bohner

日本霊異記 Nihon Ryōiki

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Quellen und Paralellen: Nachfolgende Werke

Klassische Bibliographie

Vorbemerkung

Hermann Bohner hat im Original seinem Werk kein separates Literaturverzeichnis beigegeben, sondern einen Teil der klassischen japanischen Werke auf die er Bezug nimmt in diesem Abschnitt (als „Quellen und Parallelen,“ S. 48-52) besprochen. Im Text, und vor allem im Anmerkungsband, weist er über vergleichsweise kryptische Abkürzungen auf diese Werke hin. Weitere verwendete Quellen mußten aus dem Abkürzungsverzeichnis und verschiedenen Anmerkungen erschlossen werden. Insgesamt ist Bohners Darstellung unübersichtlich, aber für seine Zeit nicht ungewöhnlich.

Es wurde vom Webseitengestalter versucht – an dieser Stelle zentral – eine Bibliographie der von Bohner erwähnten klassischen Werke zusammenzustellen. Dabei handelt es sich i.d.R. umd buddhistische Setsuwa-Literatur (Bukkyō setsuwa bungaku). Um bibliographisch nachweisbare (neuere) Ausgaben wurde ergänzt. Dabei ergaben sich auch Unterschiede in der Lesung bzw. Umschrift, es wird versucht, durch Beigabe des japanischen Titels für Eindeutigkeit zu sorgen. Bohners Text wird ansonsten unverändert übernommen.

Zusätzlich wurde für diese Webseite eine Moderne Bibliographie des/zum Nihon Ryō-i-ki an andrer Stelle erstellt.

In der Übersetzung Nakamuras enthälten ist eine Konkordanz von buddhistischen Schriften (“Appendix D”) aus dem Nihon-Ryōiki. Diese wird hier zitiert [280k].
Weiterhin gibt sie eine chronologische Liste bedeutender Werke japanischer Legendenliteratur der Heian/Kamakura-Zeit. Diese Liste ist bedeutend klarer gegliedert als Bohners Arbeit. Sie wird daher hier zitiert [180k].
Siehe auch: Regierungszeiten und Ära-Namen [286k] das Nihon Ryōiki betreffend.


Inhalt


Quellen und Paralellen

II. Die nachfolgenden Werke

Wenden wir uns denjenigen Werken zu, die dem NR nachfolgen, so ist zu sagen: die Absicht kann nicht sein, dieselben bzw. die Paralell-Erzählungen sämtlich beibringen zu wollen. Dazu ist ersteres, trotz großer japanischer Leistungen, das Gebiet noch zu wenig bearbeitet. Zweitens gibt es Arten von Erzählungen, wie die Sutra vom singenden Totenschädel in III, 1 A, B, welche zu einer Art Gleichnisbild geworden sind, das immer und immer wieder vorgebracht wird, und andrerseits sind bei Erzählungen aus dem Leben der großen geschichtlichen Männer wie Shōtoku (I: 4, 5), Gyōgi (II: 7, 29, 30), Enno Shōkaku (I, 29), Dōshō (I, 22) oder bei geschichtlichen Rückblicken wie III, 38, 39 die Paralellen derart zahlreich, daß nur Monographien erschöpfende Darstellung geben können. Drittens bedürfen manche der nachfolgenden Werke noch genauerer, sozusagen vor den Augen des Lesers geführter Untersuchungen; wie sie die Dinge erzählen und sehen, muß durch sie selbst wirken. Folgende Werke seien genannt:

Sambō Ekotoba (三宝絵詞)

Abkürzung: SB
(Drei-Kleinod in Wort und Bild (三宝絵詞-Manuskript (1237): “The Illustrated Tales of the Three Buddhist Jewels (J. Sanbō ekoboba) is a collection of Buddhist tales edited by the great mid-Heian poet and scholar Minamoto Tamenori in 984 (Eikan 2). The tales are organized into three volumes, one for each of the three Buddhist jewels: Buddha, Dharma (teachings), and Sangha (community). The first volume consists of tales of Sakyamuni’s past lives (Skt. jataka); the second volume consists of eighteen biographies of people after the time of Prince Shōtoku (574–622); and the last section records commentaries and tales about Buddhist ceremonies. Each scroll has a preface. It appears that the books were originally illustrated, but the pictures have been lost. Each page contains eight or nine lines with a mixture of Chinese characters and cursive script. A later portion of the text was copied on the eighth day of the eighth month of Bun’ei 10 (1273). One leaf is missing at the end of the first scroll, but this otherwise nearly complete collection has been handed down at Kanchi-in of Kyōōgokoku-ji (commonly known as Tō-ji) Temple in Kyoto” http://www.emus.jp/)) In drei Bänden, Eikwan 2. Jahr (984) von Minamoto Tamenori (源為憲, † 1011; ch.-jap.: Iken, daher Name des Buches Ikenki) für eine Tochter Reizen Tennō’s geschrieben, steht zeitlich dem NR nahe, unterscheidet sich aber schon im Äußeren charakteristisch, indem es vorwiegend in Kana geschrieben und auch demgemäß die Sprache eine andre ist.
Der erste Band widmet sich dem buddhistischen Altertum, d. h. der vor dem japanischen Buddhismus liegenden Zeit, besonders Shaka, der zweite der japanischen buddhistischen Vergangenheit, der dritte der damaligen Gegenwart. 18 Erzählungen sind aufgenommen; der zweite Band besteht völlig aus solchen; meist ist am Ende ausdrücklich gesagt: „Dies steht im NR“ (I: 8, 10, 14; II: 6, 15, 24; III: 4, 13, 19). Deutlich zeigen die noch verwendeten chinesischen Charaktere, daß NR vorliegt, z. B. III, 4. Die vom Verfasser gewählte Sprache und Schrift schon nötigen zur Vereinfachung; manchmal ist etwas ein klein wenig anders gegeben, vgl. die Anmerkungen, z. B. I, 14; II: 6, 29; III: 4, 13; sehr kurz ist I, 19 erzählt, wobei das Konjaku-monogatari dem Text des SB folgt. Wo die Parallele des letzteren Werkes fehlt, wird SB besonders wertvoll, so III, 14 (vgl. Übersetzung), II: 8, 20. Von Enno Gyōja (I, 28) oder Gyōgi erzählend, berichtet SB, was NR erzählt, wobei es z.T. auch die Quellen dazu nennt.
Es steht formell, wie nach seiner inneren Art nach in sehr typischer Weise zwischen NR und K. Geschrieben für die kaiserliche Prinzessin Sonshi, eine 19jährige, die zwei Jahre zuvor ordiniert worden war, nachdem sie bereits als 2jährige zur Priesterin des Kamo-Schreins ernannt worden war. Sie starb bald nach Vollendung des Buchs, dessen Original-Mss. nicht erhalten blieb. Die spätere Zielgruppe waren neu-ordinierte Nonnen.


Konjaku-Monogatari (今昔物語集)

Abkürzung: K
Sammlung japanischer und chinesischer „wundersamer Geschichten,“ Fabeln usw., teilweise das NR wörtlich kopierend, oft auch vereinfachend. In der Einleitung von H. B. ausführlich behandelt. In den „Paralellen“ zu vielen Legenden zitiert (wobei festzuhalten ist, daß die Verweise Bohners und Nakamuras sich manchmal unterscheiden). Verfasser: unbekannt, verm. Tachibana Narisue; Entstehungszeit: 1106–10 [bzw. 13. Jhdt.], mit zahlreichen späteren Hinzusetzungen. Der Begriff konjaku bezieht sich auf die ständig wiederkehrende Eingangsfloskel dieser Geschichten (konjaku = ima wa mukashi, d. h. „Es war einmal …“)
Minamoto no Takakuni (1004-77) zugeschrieben, in der Hauptsache zur Zeit Go-Reizen Tenno’s, in der Ära Kohei verfaßt (1058-65), ist schon oben von uns charakterisiert worden. Es hat sowohl NR als auch SB schriftlich vorliegen. Da SB in solcher Weise nicht Schriftzeichen hat, so muß NR vorgelegen haben; denn K folgt diesen derartig genau daß nur Abschrift vorliegen kann: I: 7, 10, 16, 17, 27, 30, 31; II: 3, 16, 17, 19, 22, 25, 33; III: 1, 6, 8, 18, 23, auch II, 17, wo der Vogel mit anderen Zeichen gegeben ist. Dabei umgeht K die schweren Zeichen z. B. II: 3, 5.

Moderne japanische Textausgaben gibt es zu zahlreich, um sie hier aufzuführen.


Hokekyō-genki

Abkürzung: HK

Hokekyō-genki „Berichte von Hoke-Sutra-Erweisungen,“ verfaßt in der Ära Chōkyū (1040 ff Go-Sujaku Tennō, 1036-1045) von Chin-gen, Tendai-Sekte, erzählt in drei Bänden bzw. Abschnitten, von Shōtoku Taishi an beginnend, Wundererlebnisse im Zusammenhange mit dem Hoke-Sutra. Höchst wahrscheinlich hat NR dem Verfasser vorgelegen, da die Zeichen so nahe übereinstimmen (z. B. III 6, n); mehrfach ist daher (in Glosse; von fremder Hand?) beibemerkt, daß die Erzählung aus NR stammt (I, 19; II, 6, 15; III, 13). Dabei erweitert HK gerne in freilich minimaler Weise, wie man typisch bei I, 19 oder III, 6 sehen mag (vgl. auch II, 15, o), oder es gibt die vielleicht unklare Geschichte knapp und klar (II, 15); vergleiche auch III, 1, 4 die Erzählung, die in der kurzen Form von K übernommen wird. In III, 6 will, nach NR, der alte sich krank fühlende Priester Fische essen, HK, G und K ändern dies dahin, daß ein Jünger dies dem Meister rät; bei HK, G sagt der Jünger: „Nyorai selbst hat in solchen Fällen den Manchen gestattet, Fisch zu essen." Bei G weigert sich der Priester noch weiter und gibt erst auf Drängen nach, worauf denn der Jünger einen Boten absende. — Vegleiche ferner das ausführliche Beispiel II, 71!

Das [Dai-Nihon] Hokke-genki (「大日本」法華験記) entstand 1040–4. Die enthaltenen 129 Legenden sollen vom Mönch Chingen (鎮源) zusammengestellt worden sein. Der Schwerpunkt liegt mehr auf wundersamen Ereignissen, als Geschichten über Wiedergeburt.

Chingen praises the sūtra and its spiritual power, and sees in it a set of religious practices that liberates its practitioners from the delusion and pain of human existence. This religiosity is expressed also as a radical response to the perceived corruption and worldliness of the traditional monastic institutions associated with the imperial court. The monks portrayed in this text utilize the Lotus Sūtra to legitimate their ascetic life-style in remote mountains, away from the corrupting influence of officially sanctioned religion.
The Buddhist tales from the Hokke genki depict the emerging ideal of the hokke hijiri or jikyōsha … They combined Tendai spiritual practices with the fervent desire for perfect enlightenment or birth in the Pure Land of Amida Buddha. Although usually identified as part of the budding popular Buddhist movements, these ascetics were nevertheless often well-educated, monastically trained monks who found the large Buddhist enclaves, such as the great Tendai monastery on Mt. Hiei, to be more concerned with worldly gain and court intrigue than spiritual growth and salvation. … They thus put themselves outside the mainstream of Heian-period Buddhist life; they were social protesters who lived out their protest through their alternative life-style. The Hokke genki is in part a set of proofs for the legitimation of the hokke hijiri as an institution whose claims to the truth are valid. One of the central ways in which these claims are legitimated is by asserting that ascetics are analogous to bodhisattvas depicted in the Lotus Sūtra.


Shoku Nihongi (続日本紀)

Abkürzung: Z

Die zweitälteste der sechs Reichannalen, vollendet 797. Abgedeckt sind 95 Jahre ab 697. Zusammensteller waren Sugano no Mamichi (菅野眞道) und Fujiwara no Tsugutada (藤原継縄; 727–796).


Fusōryaki

(

扶桑略記; abgekürzte Berichte von Fusō [d. i. Japan])
Abkürzung: F
Verfasser: Kōen; (皇圓; ?1119-69). Entstehungszeit: 1094–1189

Insofern das F buddhistische Ereignisse in Japan schildert, tendiert es dazu diese früher zu datieren, als historisch belegbar.


Teiōhennenki (帝王編年記)

Abkürzung: TH

Dies sehr alte Werk, von dem buddhistischen Priester Eiyu (永祐) in 27 Büchern bzw. 6 Bänden verfaßt, bietet manches selbständige historische Material. Abfassungszeit vermutlich 1364–80.

In 黒板勝美 新訂増補國史大系; 1929-66.
An modernen Ausgaben existiert, außer der von Kuroita (zusammen mit F., oben), eine von 1886, erschienen in 7 Bänden in Tokio bei 近藤圭造.
Scan des Manuskripts: 歴代編年集成 27巻(第7冊欠) (Rekidai Hennen Shusei), in der Bibliothek der Kioto-Universität.


Nippon-ōjō-goku-raku-ki (日本往生極楽記)

Abkürzung: OG
Verfasser: Yoshihige no Yasutane; Entstehungszeit: 983-88

Nippon-ōjō-goku-raku-ki (Japan-Paradieseslebens-Berichte) verfaßt in einem Bande von im 2. Jahre Kwanna ([寛和] 986), in der Art der Paradiesesschriften, z. B. Kasai's (迦方) Jōdōron (浄土論), betont vor allem das Nembutsu-ōjō (念佛往生) und verzeichnet 42 hierher gehörige Geschichten; unter die er auch die Berichte über Shōtoku Taishi, Gyōgi, Mukū u.a. reiht.


Jui ōjōden (拾遺往生傳)

Abkürzung: JJ

Verfaßt von Miyoshi Tameyasu (三善為康, 1050–1130 1049–1139) wohl während der Ten-ei-Ära (1110–1112), also zeitlich Hokekyō-genki und Konjaku-Monogatari sehr nahestehend.

  • 三善為康; 拾遺往生傳Keichō Genroku 11 [1698]; 3 Fasz.
  • in: 阿部泰郎; 往生伝集; [Kambun; “Reproduces handwritten copy of 1253 (Zoku Honchō ōjōden), 1257 (Shūi ōjōden), and 1258 (Go shuūi ōjōden, Sange ōjōki, and Honchō shinshō ōjōden”]
  • in: Gunsho ruijū, Bd 8, 1: S. 222-83 und 284-330; Tōkyō 1929

Honchōshinsenden (本朝神仙記傳)


Oe no Masafusa (ca. 1041–1111; Gemälde von: Kikuchi Yosai)

Abkürzung: U
Verfasser: Oe no Masafusa (大江匡房); Entstehungszeit: 1097–98

(„Unsres Landes Götter-Genien-Überlieferung“) verfaßt von Ohoye Masafusa (1041–1111; reformierte Umschrift: Ōe no Masafusa) in einem Bande, erzählt von Enno Gyōja, der Nonne Toran, von Kōbō und Jikaku Daishi u.a.

Gegeben werden acht Kurzbiographien, jedoch nicht im Sinne eines streng historischen Werkes, sondern den Legenden des NR nahekommend, zu dem auch eine gewisse textliche Beziehung besteht. Es ist vollkommen im klassisch chinesischen Stil verfaßt und eines der am höchsten geschätzten, und meistgelesenen, Werke der Kamakura-Zeit.
Vom Verfasser ist weitere „leichte Kost“ überliefert. Er war jedoch auch Verwaltungsbeamter und erreichte den hohen Rang eines Gon Chunagon. Erlente Chinesisch ab 7, vollendete die „Dai-Gaku“ bei Hofe mit 15. Konnte angeblich Austern aus einer Entfernung von 10 Li riechen. Hohe Bildung scheint sich mit gewisser Arroganz gepaart zu haben. Von ihm auch das Gōke-shidai, das letzte bedeutende Werk zum Hofzeremoniell im Zeitalter des Absolutismus.
Dt. Übs.: Bohner, Hermann; Honchō-shinsen-den; monumenta nipponica, Vol. 13 (1957).

  • in: Gunsho ruijū, Bd 8, 1: S. 93-7; Tōkyō 1929 (wohingegen Bohners Übs. von 1957 auf der Ausgabe des Zoku Gunsho ruijū, Bd. 193, S. 93 basiert.
  • in: 川口久雄; 古本說話集; 1967
  • Ital. Übs. in: Calzolari, Silvio; Il dio incatenato – Honchō shinsen den di Ōe no Masafusa; Firenze 1984
  • 宮地嚴夫本; 朝神仙記傳 ; Ōsaka-shi 1928-9; Tōkyō 2001
  • In Bd. 19 von: 近藤瓶城 史籍集覧; 1900-03
  • Biographie des Verfassers: Kawaguchi Hisao; Ōe no Masafusa; Tōkyō 1968 (Yoshikawa Kōbunkan)
  • weiterhin von : Kairaishiki; teilw. dt. Übs.: Stein, Michael; Japans Kurtisanen; München 1997 (iudicium), ISBN 978-389129314-0
  • Kobi no ki (1101) engl.: “A Record of Fox-Magic” in Ury, Marian, “A Heian Note on the Supernatural,” JATJ 22.2 (1988), 189-194

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Kokonchomonū (古今著聞集)

Abkürzung: KK

Verfaßt in 20 Bänden von Tachibana no Narisue (橘成季). 10. Vorrede aus Kenchō 6. Jahr (1254), gedruckt Genroku 3. Jahr, heute in Kokushi Daikei 15. Band.

Von diesem Werk – häufig als Sammlung bekannter Geschichten aus Altertum und Gegenwart bezeichnet – existieren eine Vielzahl von Ausgaben [i.d.R. als „Kokon chomonjū“], nachfolgend in Auswahl:

  • von: Rakuyō [洛陽 = Kyōto] 1690 (Nagata Chōbê u. a.); Bukō (武江 = Edo 1690 (Tashima Yahê), 20 Vol.
  • von: Osaka Shorin, Genroku 3 [1690]; Ōsaka 1770 (Kashiwabaraya und Kawachiya), 20 Vol.
  • Tōkyō 1891 (Hirobumikan), 460 S.
  • 塚本哲三 Tōkyō 1914, 1931 (有朋堂)
  • in NKBT,, 84
  • Dt. [Teil des Kap. 6] in: Eckardt, Hans; Das Kokonchomonshū des Tachibana Narisue als musikgeschichtliche Quelle; 1956
  • Gülberg, Niels; Shakyamunis Lehre in den Augen von Tachibana no Narisue – Betrachtungen zum Kokon chomonjū; in: Wasser-Spuren, Festschrift für Wolfram Naumann zum 65. Geburtstag; 1997, S. 190-208.
  • Dykstra, Yoshiko; Notable Tales Old and New: Tachibana Narisue's Kokon Chomonjū; Monumenta Nipponica 47 (1992), Nr. 4, S. 469-493 [17 Geschichten]
  • 阿刀田高; 今昔著聞集ほか; Tōkyō 1992
  • in: Kamo Chōmei (1153?–1216?); 方丈記 Hōjōki; Tōkyō Meiji 43 [1910] (國民文庫刊行會); Bd.: I, 11 S. 331-772
  • in NKZ Tōkyō 1929-30; 2 Bde.

Shishū-hyaku-inen-shō (私聚百因縁集)

Abkürzung: SHS

Verfaßt Shōka 1. Jahr (1257) von Jushin (住信; *1210) in 3 Bänden, alte Begebnisse, besonders In'en-Ereignisse der Drei Reiche Indien (Bd 1), China (2), Japan (3) erzählend, später erweitert zu neun Bänden (Indien 4, China 2, Japan 3).

Basierend auf der Augabe 1690: 愚勧住信 Tōkyō 1969-70; Sert.: Koten bunko, 265, 267, 272
北海道說話文学研究会 私聚百因緣集の研究, 1990.


Todai-ji-yōroku (東大寺要錄)

Abkürzung: TY

Daibutsuden
Daibutsuden, die Halle des Großen Buddha, wurde mit Hilfe der von Gyōgi gesammelten Spenden erbaut und im 18. Jh. saniert.

Berichtet in 10 Bänden alles auf den Tōdaiji bezügliche Wichtige; Verfasser ungewiß. Am Ende steht: „Im 3. Jahr Chōshō (1134) im 8. Monat am 10. Tag sammelte dies der Tōdaiji Mönch Gonkwan.“ Fortsetzung 10 Bände, mit Anmerkung Bummei 19. Jahr (1487). Dies Werk gibt zusammen mit Tōdaiji-kokiroku wertvollstes geschichtliches Material.
Als Verf. wird heute Kangon (觀嚴, 1151–1236) angenommen. Der Tōdai-ji wurde während der Gempei-Kriege, als dessen Mönche seitens der Taira kämpften zerstört (vgl. Gempei Seisui-ki).

Exkurse: Tōdai-ji und seine Daibutsu-Statue, Vairochana darstellend.
Webseite: Todai-ji.
Zur legendären Vorgeschichte des ursprünglichen Todai-ji vgl. II, 21.

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Hōmotsu-shu (宝物集, Kostbarer Dinge Sammlung)

Abkürzung: HM

Das die in der Kamakura-Zeit aufkommende buddhistische Literatur eröffnet, ursprünglich ein Band, geschrieben von Taira no Yasuyori (平康頼), der, nach Überlieferung eines Samon, sich (1177) mit Fujiwara no Narichika (und dem Mönch Shunkwan) im Sōrinji verschwor, den kaiseruntreuen Taira no Kiyomori zu stürzen und der, ergriffen, nach Kikaijima verbannt wurde, unterwegs sein Haar scheren ließ, nach 3 Jahren (andre: 1 Jahr) begnadigt wurde und nach Kyoto Higashiyama zurückkehrte, sich nicht mehr weiter in die Welthändel mischend. Der Verfasser erzählt seine Erlebnisse, erzählt, was er von Freunden gehört; „kostbare Dinge“ gibt es viele in der Welt: Gold, Edelsteine, Kinder, Leib und Leben. Aber kostbarer noch ist das heilige Wort des Hokke, Yuima-, Weisheits-, Diamant-, Kegon-Sutra, das Buch von der Kindesliebe, Mengtjiu u. a. mehr. Das Buch ist sehr ähnlich den Erzählungs- und Legendenbüchern der Fujiwara-Zeit, wie etwa Kokonchomomjū, unterscheidet sich von ihnen aber völlig in dem Einen Punkte, daß es sozusagen prinzipiell und bewußt ganz durchdrungen ist von Buddhismus. Niels Gülberg (Waseda Universität, Tokio) hat gewisse Zweifel an der Urheberschaft – zumindest aller Teile – sowie hinsichtlich des Entstehungsdatums.

小泉弘; Hōbutsushū …; Tōkyō 1993 (Iwanami Shoten), Sert.: Shin Nihon koten bungaku taikei, 40.


Jimmu
Postkarte von ca. 1935, den sagenhaften ersten Kaiser Japans, Jimmu Tennō (660-585 v.u.Z.) zeigend.

Mizu-Kagami (水鏡)

Abkürzung: MK

Verfaßt von Nakayama Tadachika (中心忠親, 1131-95) in drei Bänden, Ereignisse aus der Zeit von 54 Kaisern, von Jimmu bis Nimmyō (834-850) berichtend.

An der Urheberschaft Nakayamas sind Zweifel aufgekommen, insbesondere, da er das Werk in seinen Tagebüchern Sankaiki nicht nennt.
Siehe auch: Regierungszeiten und Ära-Namen [286k] das Nihon Ryōiki betreffend.

  • Blockdruck 18. Jhdt: Kyōto s.n. (Fōgetsu Shōzaemon), 3-kan, 3-setsu
  • Tōkyō 1910 (Kokumin Bunko)
  • Tōkyō 1915 (Yūhōdō); Sert.: Yūhōdō Bunko, 13
  • Nakayama Tadachika (1132-1195); MK; Tōkyō 1926
  • 中山忠親; Tōkyō 1999

Shaseki-shū (砂石集)

Abkürzung: SS

Begonnen 1279, vollendet 1283; Mujū Ichien (無住一圓, 1226-1312), der die verschiedensten Lehrrichtungen durchwanderte und zuletzt sich ganz Zen zuwandte, spricht hier in 10 Bänden über das Mannigfaltigste des Buddhismus im Sinne des buddhistisch-religiösen Menschen der Kamakura-Zeit. Mujū lebte dann im Chomo-ji in der Provinz Ogami. Zu seinen weiteren Werken gehören Shozai shu (Sammlung von Schätzen der Weisheit) und Zōdanshū (雜談集, Gesammelte Reden).

  • Blockdruck: Kyōto Keian 5 [1652] (Nakano Zensui), 10-kan, 10-satsu
  • Blockdruck: [Edo] Tenna 3 [1683] (Yoshinoya Tokubê)
  • Blockdruck: [Japan: s.n.], Jōkyō 3 [1686]
  • ; Keichō jūnen kokatsujibon shasekishū sōsakuin; Tōkyō 1980 (Benseisha), 2 Bde; [Konkordanzen]
  • Mujū-Dōgyō; SS Tsumakagami; Tōkyō 1931 (Heibonsha); [mit furigana]
  • Tsukudo Reikan (1901-47, Hrsg.); SS; Tōkyō 1943 (Iwanami); Sert.: Iwanami bunko, 3146-3149
  • (Übs., Hrsg.); SS; Tōkyō 2001 (Shōgakkan), 638 S.
  • Golay, Jaqueline (*1934); Le Shasekishu, miroir d’une personnalitá, miroir d’une êpoque [microform]; 1976 [Diss. University of British Columbia, 1975]; 364 Bl. [4 fiches]
  • ; Representative translations and summaries from the Shasekishu [microform] – with commentary and critical introduction; [Stanford, CA] 1969, 576 Bl. [Diss. Stanford University; Ann Arbor, Mich.: University Microfilms, 1969. 1 reel; 35 mm]
  • ; Sand and pebbles (Shasekishū): the tales of Mujū Ichien, a voice for pluralism in Kamakura Buddhism; Albany 1985 (State University of New York Press), 383 S.; ISBN 0-88706-059-5
  • Rotermund, Hartmut (Übs.; Bearb.); Collection de sable et de pierres – Shasekishū; Paris 1979 (Gallimard); 360 S.; Sert.: Connaissance de l’Orient, 49: Sárie japonaise
  • ; Kōchū Shasekishu; Tōkyō 1928 (Bunken Shoin); 2004 (Kuressu); Sert.: Setsuwa bungaku kenkyū sōsho, 3
  • Kyōdai Library Mss.-Scan.

Gempei Seisui-ki (源平盛衰記)

Abkürzung: GS

Beschreibt in 48 Bänden, 100 Abschnitten, was von Nijō-in, Ära Ōhō (1161-1163) bis Antoku Tennō, Ära Ju-ei (1182-1184) geschehen, und ist als solches sehr wichtig für die Geschichte der Kamakura-Zeit. Man schrieb es früher zumeist dem mit den Taira's verwandten Dainagon Tokinaga (時長) zu, der auch Hogen- und Heiji-monogatari verfaßt haben sollte; aber von wissenschaftlicher Seite wird dies sehr in Zweifel gestellt. Verfasser verm. Kōtei [BSB].
Die Bezeichnung Gempei setzt sich zusammen aus den ON-Lesungen der beiden sich bekämpfenden Familien Minamoto und Taira („Heike“ gegen „Genji“). Aus dem Gempei-Krieg (1180-85) gingen die Minamoto siegreich hervor. (Als Gewinner der Seeschlacht nahe Hikoshima. Dabei ertränkte sich der 8jährige Kaiser Antoku, zusammen mit den Reichsinsignien. Das Schwert wurde nicht wieder gefunden.) Minamoto no Yoritomo etablierte, nachdem noch weitere Feinde beseitigt worden waren, 1192 das erste Shogunat.
Episoden und Geschichten dieser Zeit inspirierten eine Vielzahl von Nō- und Kabuki-Stücken.

  • Tōkyō 1905 (Hakubunkan); Sert.: Teikoku bunko, I, 5
  • Tōkyō 1910 (Kokumin Bunko Kamkōkai); Sert.: Kokuminbunko, I, 15
  • Tsukamoto Tetsuzō (1881-1953; Hrsg.); GS; Tōkyō 1929; 2 Bde.
  • Atsumi Kaoru (1911–?); Gempei seisuiki – Nagoya-shi Hōsa Bunko zō; Tōkyō 1973- (Koten Kenkyūkai); 5 Bde., [Photoreprint]
  • Matsubayashi Hakuen (1832-1905); J.S. de Benneville (Übs.); The kōdan (lecture) of the Gempei Seisuiki; Philadelphia? 1909-1910]; 4 Bde. in 3 (293, 430 Bl.)

Sangoku-den-ki ((三國傳記, Überlieferungsberichte der drei Reiche)

Abkürzung: SK

Überlieferungsberichte der Drei Reiche, verfaßt von in 12 Fasz., bzw. 387 Abschnitten, der Drei Reiche Indien, China und Japan Inen- Ereignisse erzählend. (Shaka, Kung, Shōtoku Taishi u.s.f.), der Vorrede nach im Anfang der Ära Oe (1394-[1412; Ōei]) entstanden.