In Wissen wie in Wandel gleich vortrefflicher Zenmeister wird erneut, eines Menschen Leben empfangend, als Kaisersohn geboren

智行並具禪師重得人身生國皇之子緣

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A

Der Zenmeister Shaku Zenshu1 war, seiner Laiensippe nach ein Ato no Muraji2 (跡連). Der Mutter Sippe übernehmend, war er ein Ato-Uji. Von früher Jugend an wohnte er, der Mutter folgend, im Dorf Shikishima, Gau Yamabe, Land Yamato (大和國山辺郡磯城嶋村), lebte geistliches Leben und übte und studierte mit Eifer und Ernst. An Weg und Wandel (得度) gleich vortrefflich, ward er von Kaiser und Beamten geehrt, von Priestern und Laien hochgeschätzt. Die Lehre zu verbreiten, die Menschen zu leiten, das war sein Tun. Deshalben machte ihn die Himmlische Majestät aus Hochschätzung seines Wandels und Wesens zum Bischofe3.
An dieses Zenmeister Kinn jedoch haftete links ein Muttermal. Als nun zu der erlauchten Zeit der in der Nara-Miya4 (平城宮) die Welt regierende Himmlischen Majestät Yamabe, etwa im 17. Jahre Enryaku (798), das Lebensende des Meisters Zenshu herbeikam, besorgte man nach der Weise der Weltsitte die Reisdivination5. Zu der Zeit nahm der Geist von Wahrsagerin Besitz und sprach: „Ich will gewißlich in dem Leib der Jungfrau (otome) Tajihi6, der [einer] Gattin des Prinzen des Reiches Japan, Wohnung nehmen und als Prinz zur Welt kommen. Mit einem Muttermal auf meinem Gesicht werde ich geboren werden. Daraus mag man wissen, ob dies Lüge oder Wahrheit ist.“ Nachdem sein Leben zu Ende gegangen war, gebar, ungefähr im 18. Jahre Enryaku (798), die Gattin Tajihi einen Prinzen. Auf dessen Kinn haftete links ein Muttermal, wie auf des Zenmeisters Zenshu Gesicht ein Muttermal gewesen war. Er wurde geboren, und es schwand nicht, sondern blieb haften. Daher nannte man ihn Daitoku-Prinzen (大徳親王). Etwa drei Jahre blieb er in der Welt leben, dann aber starb er. Man befragte in der Folge die Divination. Zu der Zeit nahm der Geist des Daitoku-Prinzen von einer Wahrsagerin Besitz und sprach: „Ich hier bin der Zenmeister Zenshu. Eine Zeit lang kam ich als der Reichsprinzensohn in die Welt. Das ist es. Zündet Weihrauch an und opfert meinethalben!“ So ist also zu wissen: Der Zenshu Daitoku kam, erneut Menschenleib empfangend, als Prinzensohn zur Welt. In der Innern Lehre7 heißt es: Menschenhaus ...... (Textlücke) [“Man is born in various families according to his status."]. Damit ist Obiges gesagt. Das ist auch ein wunderbares Geschehen.

B

Wiederum: Im Innern des Gaues Gottesflur,8 Land Iyo, sind Berge. Mit Namen heißen sie Steinhammerberge. Der Name kommt daher, daß in jenen Bergen der Steinhammergott9 ist. Diese Berge sind hoch und abschüssig; ein gewöhnlicher Mensch(凡夫) kann sie nicht erklimmen; nur ein Mensch reinen Wandels (浄行) erklimmt sie und weilt daselbst.

Vor alters, zur Zeit der im Narapalaste 25 Jahre die Welt regierenden Hohen Erhabenen Himmlischen Majestät Shōhō-Oshin-Shōmu und weiter zu der erlauchten Zeit der in dem gleichen Palaste neun Jahre die Welt regierenden Himmlischen Majestät der Kaiserlichen Herrscherin Abe, lebte in jenen Bergen ein Zenmeister reinen Wandels. Sein Name wird Jaku-sen Bosatsu10 genannt. Die Menschen jener Zeit, Priester wie Laien, ehrten seinen reinen Wandel und nannten ihn drum preisend Bosatsu. In dem Jahre, das auf Erde-oben-Hund fiel, im 9. Jahre der erlauchten Regierung der Himmlischen Majestät der Kaiserlichen Herrscherin, im zweiten Jahre Schatz-Zeichen (Tempyō; 759), hielt der Zenmeister Jaku-sen, da der Tag seines Scheidens herangekommen war, ein Schriftstück bei sich, übergab es einem der Jünger und teilte ihnen mit und sprach: „Wenn nach meinem Lebensende 28 Jahre verflossen sind, werde ich als Sohn des Reichskönigs11 (國王) geboren werden, mit Namen Gottesflur (Kamino). Daher mag man wissen, daß ich, Jaku-sen, es bin.

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Dürre, Pestilenz und Hunger in den Tagen von „Hartz IV“

Da nun 28 Jahre verflossen waren, zur erlauchten Zeit der in der Heian-Residenz die Welt regierenden Himmlischen Majestät Yamabe, im 5. Jahre Enryaku (786), in dem auf Feuer-oben-Tiger fallenden Jahre, wurde der Himmlischen Majestät Yamabe ein Kaisersohn geboren. Dessen Name ward Gottesflur-Prinz (Kamino-shinnō11) genannt. Dies ist die jetzt in der Heian-Residenz an die vierzehn Jahre die Welt regierende Himmlische Majestät Kamino [Saga reg. 809-23; † 842]. Daraus ist bestimmt zu wissen: das ist ein Heiliger Herrscher. (天下) Und woraus läßt sich weiterhin wissen, daß er ein Heiliger Herrscher ist? – In der Welt das Volk sagt: Was das Kaiser-Recht betrifft (so gilt): „Der schuldig ist, einen Menschen getötet zu haben, wird unweigerlich dem Recht zufolge getötet.“ Allein dieser Kaiser, von der Ära der „weit sich breitenden Menschengüte (Kōnin; 弘仁) an, die Regierung führend, läßt Verbannungsstrafe für diejenigen eintreten, welche (von Rechts wegen) getötet12 werden sollten, und erhält ihr Leben, und so regiert er die Menschen. Daraus kann man klar und deutlich wissen, daß er ein Heiliger Herrscher ist. Es gibt Leute, die schmähen, er sei kein Heiliger Herrscher. Was nehmen sie zum Grunde? Zu dieses Kaisers Zeit sehe die Welt13 Dürre und Pestilenz. Weiter: himmlisch Unsal, irdisch Wirrsal, Hungersnot zeige sich fort und fort viel. Weiter: Falken14 und Hunde ziehe man und greife Vögel, Eber, Hirsche. Das zeige [wörtlich: sei] kein erbarmend Herz. – Es ist aber nicht so, wie sie ausführen. Alles () im Reiche, das er regiert, ist des Kaisers (Eigentum). Auch nicht so wenig nur, als man auf eine Nadel nehmen kann, ist privat. Der Kaiser des Reiches hat völliger Freiheit Recht. Wie sollte man, wo wir doch Volk sind, wagen, ihn zu schmähen Überdies hat es selbst während der Regierung der Heiligen Herrscher Yau und Shun15 Dürre und Pestilenz gegeben. Darum schmähe man ja nicht so!

(Schluß)

我從所聞選口傳,儻善惡,錄靈奇.
願以此福,施群迷,共生西方安樂國矣.
日本國現報善惡靈異記 下卷
下卷諾樂右京藥師寺傳燈住
位僧景戒錄但三卷注之

Mündliche Überlieferung habe ich, wie ich sie gehört, niedergeschrieben, Gutes und Böses miteinander erörtert,16 Geistig-Wunderbares verzeichnet. Was ich flehe (, ist): laßt uns dessen Segen nehmen und der Schar der Irrenden spenden, daß wir miteinander in dem Paradies des Westens geboren werden!

Dainihonkoku-Gembō-zen-aku-ryōiki

Des in der linken (Hälfte der) Hauptstadt Nara befindlichen Arzneimeister-Tempels Dentō-jū-in17 Mönch Kyōkai hat es aufgezeichnet, und zwar hat er es in drei Faszikeln verzeichnet.