Die Drei Kleinodien glaubend ehren, sichtbar-gegenwärtige Vergeltung empfangen

信敬三宝得現報縁

Menu

Zum historischen Hintergrund des beschriebenen Ikonoklasmus: Eine der mächtigsten Familien bei Hofe waren die Groß-Omi der Soga, zuständig für Finanzen. Es entwickelte sich ein Machtkampf zwischen diesen Nachkommen der neuen Zuwandererlite (die 369 aus Paekche gekommen waren; Nachfahren Takechiuchi’s und der Haniwa-Kultur). Sie standen im Gegensatz zu den Muraji der Nakatome (Priestersippe) und insbesondre der Monobá, die für Militärisches zuständig waren un der alte Yayoi-Elite zugehörten. Diese befürchteten ihre Pfründe zu verlieren. Der (indirekt) aus China importierte Buddhismus (wohl 538) wurde zum Reformsymbol. Kaiser Kimmei (508-71, reg. 540-) hatte, laut Z, den Sogas gestattet, einen privaten Tempel zu errichten. Andere Quellen sprechen davon, daß die Statue und das zugehörige Reinigungsbecken im „Rückwärtigen Palast“ der Prinzessin „Daidaiō“ (Frau Bidatsu’s) untergebracht wurde. Dieser, laut Z, urspünglich von Soga no Iname († wohl 569; ?576) in Asuka errichtete Tempel ist unter den verschiedensten Namen bekannt: Konkōji, Owarida-dera, Toyora-dera, Kōgonji bzw. Kōgenji. Dieser wurde, auf Veranlassung der Nakatome, zerstört, als eine Seuche über das Land kam, die Buddhastatue in einen Kanal geworfen.* Die Seuche wurde jedoch schlimmer, der Palast Kimmei’s brannt ohne ersichtliche Ursache ab, der Kaiser erkrankte und starb im Jahr darauf.
Zum Regierungsantritts Bidatsu’s sandte das verwandte Königshaus von Paekche etwa 200 Sutren, dazu einen Mönch (Hyepyŏn aus Kudara lebte in der Provinz Harima), eine Nonne (Pŏpmyŏng, 法明) und einen speziellen Mantra-Vorleser. Weiterhin einen „Herrgottsschnitzer“ und einen Tempelbaumeister. Silla sandte ebenfalls ein Buddhabildnis. Nach anderen Quellen wurde im Palast der Prinzessin, die mit Hilfe ihres Bruders Ike no Be (Regierte 585-7 als Yōmei) vom Kaiser – ihrem Halbbruder – die Erlaubnis erhalten hatte (im Geheimen) im nach Mukuhara verlegten Palast von Sakurai eine Kapelle zu errichten. Dort lebten auch die erste Nonnen Japans. Für 584 ist die Lieferung eines Bronzebuddhas und eines Steinreliefs von Maitreya durch eine Privatperson aus Paekche verbürgt. Etwa zu dieser Zeit (585) kehrten die Soga zum Buddhismus zurück und errichten erneut einen Tempel. Als wiederum eine Seuche ausbrach, die jedoch nach der erneuten Zerstörung des Tempels nicht abflaute, durften sie den Buddhismus weiterhin praktizieren. 587 griffen die Soga ihre Hauptgegner, die Monobá an und schlugen sie vernichtend (die sich aber als Waffenträger und -hersteller bald wieder in Machtstellungen fanden). Die Soga, der Klan war bis zur Mitte des 7. Jhdts. die bestimmende Macht am Hof, installierten ihren Favoriten, den zwölften Sohn Kimmeis, den Prinzen Hatsusebe no Miko als Sushun-Tennō. (崇峻天皇 reg. 587-92) Sämtliche Kaiser von Kimmei bis Kōgyoku waren Blutsverwandte des Soga. Im selben Jahr kam, um die „einheimischen“ Kamizu beruhigen, die Praxis der Ernennung von Oberpriesterinnen am Großschrein von Ise auf. Der auf Anordnung von Soga no Umako gebaute Asukadera wurde später Gangō-ji genannt. Den nicht mehr willfährigen Sushun ermordete man 592, an seine Stelle trat Prinzessin Daidaiō als Suiko-Tennō, der man ihren Neffen Shōtoku Taishi als Prinzregenten vor die Nase setzte. Die Soga wurden dann 645 beim Taika-Putsch (der im Hintergrund maßgeblich von aus China zurückgekehrten Mönchen gesteuert wurde) gestürzt und durch die Nakatomi (= Fujiwara) ersetzt. Das Soga-uji verschwand dann Mitte des 8. Jhdt. im Dunkel der Geschichte.

Siegel
Siegel des Bitatsu-Tennō.
Hoffentlich eignet sich Japan unsre Musik an, bevor ein neues Jahrhundert zu Ende geht. Und dann wird man hoffentlich all die Shamisens, Kotos und anderen japanischen Instrumente zu Feuerholz für die Armen machen! Zum ersten Mal in ihrem Dasein würden sie dann einen nützlichen Zeck erfüllen. Basil Hall Chamberlain

Der im oberen Großen Blütenrang1 stehende Ohotomo no Yasunoko no Muraji no Kimi2 war der Vorfahr der Uji no Ohotomo no Muraji des Gaues Nagusa des Landes Kihi.3 Von Natur geläuterten Wesens, hielt er die Drei Kleinodien三寳, sanbō hoch und wert. Im Ursprünglichen Berichte4 findet man gesagt: „Im Zeitalter Bitatsu Tennō’s geschahen mitten im Meer des Landes Izumi和泉 Klänge (wie) von Musikinstrumenten, wie Klänge von Flöten, Zithern; ch: dscheng, 12-13 Saiten, Lauten, Harfen箜篌, ch.: kunghou, 23 Saiten und anderer mehr. Oder es war, wie wenn der Donner rollt. Bei Tage klang es, bei Nacht leuchtete es und schwamm gen Osten zu. Der Ohotomo no Yasuko no Muraji no Kimi vernahm davon und erstattete Bericht. Der Tennō schwieg und glaubte nicht. Wiederum berichtete er der Kaiserin. Sie vernahm es und erließ an den Muraji no Kimi den erhabenen Befehl und sprach: „Gehe du und sieh!“ Und er empfing den erhabenen Befehl, ging und sah, und es war in der Tat, wie er vernommen hatte. Ein vom Donner5 getroffener Kampferbaum war da. Er kehrte zurück, stieg [zur Hauptstadt] empor und erstattete Bericht: „Am Strande von Takashi6 hielt er an. Nun liegt Yasuko zu Füssen und fleht, daß [eine] Buddhastatue[n] gemacht werde.“ [I humbly request to make Buddha statues out of it.] Die Kaiserin erließ erhabenen Befehl, freute sich sehr, machte dem Groß-Omi Shima Mitteilung und gab den erhabenen Befehl weiter. Der Groß-Omi freute sich ebenfalls und richtete ein Ersuchen an den Atahi Hida直氷田 und ließ drei Statuen Buddha (und) Bodhisattvas schnitzen. Man stellte sie in der Toy(-U)ra-Tempelhalle auf, wallfahrtete dahin und brachte große Ehrung dar.

Der Monoibe no Yuge no Moriya no Oho-Muraji7 jedoch erstattete der Kaiserin Meldung und sprach: „Man sollte überhaupt nicht Buddhastatuen im Reiche aufstellen; vielmehr weit wegwerfen und forttun soll man sie!“ Die Kaiserin vernahm es und erließ an Yasuko no Muraji no Kimi den erhabenen Befehl: „Verstecke eilig die Buddhastatuen!“ Der Muraji no Kimi empfing den erhabenen Befehl und ließ den Atahi Hida (sie) im Reise verwahren. Der Yuge no Oho-Muraji no Kimi legte Feuer an und verbrannte die heilige Übungsstätte (道場), forschte nach (den) Buddhastatuen und ließ sie in dem Graben von Naniha難破 [alter Name für Ōsaka] forttreiben. Dem Yasuko jedoch setzte er hart zu und sprach: „Daß jetzt im Reich die Seuche entstanden ist das kommt von dem Aufstellen der Statuen des Gastgottes des Nachbarlands im eigenen Reiche. Gib diese Gastgottstatue heraus! Eiligst wollen wir sie im Toyo-Lande豐國; Korea wegwerfen und fortschwemmen.8Mit Gastgott ist Buddha gemeint. – Er lehnte entschieden ab und gab nichts heraus. Yuge no Oho-Muraji gab sich seinem Herzen hin und ging damit um, Aufruhr zu stiften und sich wider die Regierung aufzulehnen und spähte nur nach günstiger Gelegenheit. Da ward selbst der Himmel ihm gram, die Erde auch haßte ihn, und zur Zeit Yōmei Tennō’s kam Yuge no Oho-Muraji zu Schaden. Alsbald brachte man [bzw. „er“ d. i. Ohtomo] die Buddhastatue hervor und überlieferte sie der Nachwelt. Die in gegenwärtiger Zeit im Hiso-dera比蘇寺 = Hōkō-ji9 in Yoshino (als Heiligtum) aufgestellte, Glanz ausstrahlende Statue des Amida ist eben diese.

Die himmlische Majestät [Suiko] (aber) bestieg im Jahre Wasser-unten-Stier im Frühling, im ersten Monat in der Miya (von) Woharida (Owarida) den Thron und regierte 36 Jahre [592-628] die Welt. Im ersten Jahre, im Sommer, im 4. Monat Metall-oben-Roß, am ersten Tage Erde-unten-Hase machte sie den kaiserlichen Prinzen Umayado zum Kronprinzen [und Prinzregenten]. Alsdann machte sie den Yasuko no Muraji no Kimi zu des Kronprinzen Gefolgsmann in persönlichen Diensten 肺臲侍者. Während der Regierung der himmlischen Majestät im 13. Jahre Holz-unten-Stier (605), im 5. Monat Metall-oben-Tiger, am ersten Tage Erde-oben-Roß erließ sie an Yasuko no Muraji erhabenen Bescheid des Inhalts: „Dein Verdienst wird für lange ferne (Zeiten) nicht vergessen“ und verlieh ihm die Stellung eines Daishin大信. Im 17. Jahr Erde-unten-Schlange (609), im Frühling, im zweiten Monat erließ der Kronprinz an den Muraji no Kimi erhabenen Bescheid und gab ihm im Lande Harima播魔國 im Innern des Gaues Iho das Amt von etwas über 273 cho 5 tanca. 265 ha Wasserfeld. Im 29. Jahr Metall-unten-Schlange (621), im Frühling, im 2. Monat verschied der Kronprinz in der Ikaruga no Miya鵤岡宮 . Der Yasuko no Muraji no Kimi wünschte deshalb Haus (und Hof) zu verlassen. Die Himmlische Majestät ließ es nicht zu.

Im 48. Jahr, Holz-oben-Affe (624; 32./33. Jahr Suiko), im Sommer, im vierten Monat, nahm ein Großpriester die Axt und erschlug seinen Vater. Der Muraji no Kimi sah es und erstattete alsbald Bericht des Inhalts: „Eine Regelung des Mönch- und Nonnenwesens hat zu geschehen.“ Zu der Zeit gab es 837 Mönche und 579 Nonnen [Nihongi: 816 Mönche, 569 Nonnen15]. Den Mönch Kwanroku顴勒; Kwal-leuk machte man zum Dai-sōjō (Erzbischof); den Daishin Ohotomo no Yasuko no Muraji no Kimi und den Kuratsukuri no Tokuseki machte man zu Sōzu (Generalvikaren) [nicht im Nihongi].

Im 33. Jahre Holz-unten-Hahn (625), im Winter, im 12. Monat, am 8. Tage starb der Muraji no Kimi, in Naniha wohnend. Sein Leichnam verbreitete seltsamen Duft und Wohlgeruch. Die Himmlische Majestät erließ Befehl, ließ (mit der Bestattung) sieben Tage warten und seine Treue in Liedern preisen. Nach dreien Tagen erwachte er wieder zum Leben, sprach zu Gattin und Kindern und sagte:10 „Fünffarbene Wolken waren da, Regenbogen gleich brückten sie sich nach Norden hin. Ging man von da aus den Wolkenweg, so war da wie Blütenduft und köstliche Narden gemengt. Sah ich den Weg voran, so war da ein Berg roten Goldes. Da ich hingelangte, glänzte er im Westen. Hier stand harrend der verstorbene Kronprinz Shōtoku. Miteinander stiegen wir auf des Berges Gipfel. Auf dieses Goldbergs Gipfel weilte ein Biku. Der Kronprinz grüßte ehrerbietig und sprach: „Dies ist des Ostpalastes Diener. Heute in acht Tagen wird er dem Harpunenspeer begegnen. Ich bitte, laßt ihn die Genienarznei schlucken!“ Da löste der Biku von einem Ringe einen Edelstein, reichte ihm den und ließ ihn ihn schlucken und tat dies Wort: Namu Myōtoku Bosatsu> [Ich nehme meine Zuflucht zu dem Bosatsu Wundersame Wesenskraft]; und ließ ihn dies dreimal verehrungsvoll rezitieren. Danach stiegen wir wieder herab.

Der Kronprinz sprach: ,Kehre eilends nach Hause und laß eine Buddhastätte fegen und herrichten. Auch ich will nach Beendung der Buße zum Palaste wieder kommen und den Buddha erstellen.' Und so kehrte ich auf dem vorigen Wege zurück. Und siehe da, staunend erwachte ich zum Leben wieder.“ Mit Namen nannte man ihn den wiederlebendigen Muraji no Kimi. Zur Zeit Kōtoku Tennō’s im sechsten Jahr, Metall-oben-Hund (650) im Herbst, im 9. Monat verlieh ihm der Tennō den oberen Großen Blütenrang. An Frühlingen und Herbsten über 90 habend, verschied er. Die Gātha sagt: [a note says]

 
曰。善哉大部氏。貴仏信償法。澄情効忠。命福共存。逕世犮文武振万機。孝績継子孫。諒三宝験徳。善神加護也。
Heil fürwahr
Oho tomo shi!
Den Buddha ehrenden,
die Lehre schirmenden11
das Wesen läuternden
Treue beweisend;12
Leben und Segen sind vereint;
die Zeit kennt nicht seinesgleichen.
Schrifttum und Waffe
durchwalten (des Reichs) zehntausend Geschäfte.
(Seine) kindliche Liebe
geht über auf Kinder und Kindeskinder.

Verstehe und wisse wahrhaft: Der Drei Kleinodien sich erweisende Lebenskraft, der Guten Gottheit schirmender Schutz! – Überdenkt man dies nun heute, so ist das: nach acht Tagen dem Harpunenspeer begegnen, das Zusammentreffen mit den Wirren Soga no Iruga’s die acht Tage, das sind acht Jahre; der Myōtoku Bosatsu13 ist Monjushiri Bosatsu; den einen Edelstein schlucken, ist die Arznei, dem Unheil zu entgehen; der Berg roten Goldes ist der Wu-tai-Berg五臺山; der Ostpalast ist das Reich Japan. Zum Palaste wiederkehren und den Buddha erstellen: das ist, daß der Große Hohe Tennō Shōhō Ōshin Shōmu14 im Reiche Japan geboren ward, (einen) Tempel baute und den Buddha erstellte. Der zur Zeit zugleich daweilende Daitoku Gyōgi ist Monjushiri Bosatsu in Verwandlung.
Das ist wundersames Geschehen.